OGZ: Jugendliche 70 Jahre

OGZ: Jugendliche 70 Jahre

Miriam Schild , 29.06.2017

Die Orchestergesellschaft Zürich präsentiert sich zu ihrem 70. Geburtstag frischer denn je. Mit Hilfe der Dirigentin Olivera Sekulić ist der OGZ in den letzten Jahren der nötige Generationenwechsel gelungen.

Als eines der letzten Orchester trat die Orchesterge- sellschaft Zürich OGZ Ende Juni noch einmal in der Tonhalle Zürich auf, bevor diese wegen des Um- baus für drei Jahre geschlossen wird. Mit Werken von Piotr Tschaikowsky und dem Solisten Benjamin Nyffenegger am Cello feierte die OGZ im grossen Konzertsaal ihren 70. Geburtstag.

Das ambitionierte Amateurorchester verfügt über eine volle sinfonische Besetzung mit einer professionellen Konzertmeisterin und mehreren diplomierten Musikern an Schlüsselpositionen bei den Bläsern, konzertiert mehrmals jährlich in grossen Konzertsälen in und um Zürich und wird mustergültig verwaltet. «Wir haben hoch motivierte Mitspieler und eine sehr gute Altersdurchmischung», sagt Orchesterpräsident Urs Stüssi im Gespräch mit der EOV-Redaktion anlässlich des runden Geburtstags sichtlich erfreut.

Nicht zuletzt verdankt es die OGZ ihrer Dirigentin Olivera Sekulić, dass sie heute so gut aufgestellt ist. Seit 2014 leitet die 37-Jährige als erste Frau das Zürcher Traditionsorchester. «Wir haben uns vor drei Jahren bewusst für eine jugendliche, frische und dennoch bereits erfahrene Leitung entschieden», erklärt Stüssi. Denn die 1947 aus dem Dilettantenorchester Küsnacht hervorgegangene OGZ habe einen Generationenwechsel nötig gehabt. «Wir mussten raus aus der jahrelangen Routine.»

Dass sie mit Sekulić erstmals eine Frau gewählt hätten, sei hingegen eher Zufall gewesen. «Olivera hat uns beim Probedirigat mit ihrer Kompetenz und ihrer Ausstrahlung überzeugt», so der Trompeter und Partner in einem Treuhandbüro. Das Gesamtpaket habe einfach gestimmt.

Innovativ in die Zukunft

Auch Sekulić hat sich am Dirigentenpult der OGZ sofort wohl gefühlt. «Die Musiker bringen die gleiche Leidenschaft und dasselbe Engagement mit wie ich und sie gehen auf mich ein. So können sie musikalisch immer wieder über sich hinauswachsen», erzählt die geborene Serbin, die als 16-jährige Chorleiterin das Dirigieren für sich entdeckte. «Und auch ich als Dirigentin kann dazulernen», ergänzt die zweifache Mutter. Sie wolle sich nämlich weiterentwickeln, übernehme immer wieder Gastdirigate bei Berufsorchestern. «Am wichtigsten ist für mich jedoch, eine gute Balance zwischen Familien- und Berufsleben zu finden.»

Trotz des guten musikalischen Niveaus sei es für die OGZ als Amateurorchester nicht leicht, in einer von Kulturangeboten überhäuften Stadt Aufmerksamkeit zu bekommen, sagt Stüssi. Insbesondere finanzielle Unterstützung zu erhalten – sei es von der öffentlichen Hand oder von privaten Sponsoren, sei sehr schwierig.

Mit innovativen und besonderen Projekten will die OGZ ihre Stellung stärken. Im kommenden November führt sie das berühmte musikalische Märchen Peter und der Wolf von Sergei Prokofiev auf – einmal auf Deutsch und einmal auf Serbisch. «In der Schweiz gibt es sehr viele Ex-Jugoslawen», so Sekulić. Allerdings seien diese oft schlecht ins Schweizer Vereinsleben integriert und es gebe für sie kaum Kulturangebote dieser Art. Als Sprecher für die serbische Aufführung am 26. November in der St. Jakobs-Kirche in Zürich konnte die OGZ den bekannten serbischen Schauspieler Ivan Bosiljčić gewinnen. Bei der deutschen Fassung am 5. November im Gemeindesaal Obstgarten in Stäfa fungiert SRF-Moderator Röbi Koller als Erzähler.

> www.ogz.ch

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