Verein j+m aufgelöst 

Ein Netzwerk für die musikalische Jugend

Niklaus Rüegg, 06.11.2017

Der Verein jugend+musik wurde anlässlich der letzten Mitgliederversammlung am 15. September aufgelöst.

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Die Powerpoint der letzten Mitgliederversammlung ist präsentiert.

Verein j+m aufgelöst

Niklaus Rüegg – Die vierzehn anwesenden Vereinsmitglieder haben dem Antrag zur Auflösung des Vereins j+m einstimmig zugestimmt. Präsident Hector Herzig richtete einen starken Appell zur Erhaltung des Netzwerks der j+m-Trägerschaftsverbände an die Mitglieder. Die Arbeit für die musikalische Jugend müsse weiter gehen und die musikalische Bildung brauche jetzt eine starke politische Botschaft, um der Umsetzung des Verfassungsartikels neuen Schwung zu verleihen.
Als Gäste begrüsste Hector Herzig, neben zahlreichen Vorstandsmitgliedern, Gerold Merki und einen der j+m-Gründer Hans Brupbacher. Brupbacher richtete eine Grussbotschaft an die Anwesenden und rief die Anfangszeit der Verbandsgeschichte in Erinnerung.
In welcher Form das Netzwerk organisiert wird, ist noch nicht definitiv, aber die Meinungen im Vorstand sind gemacht. Hier die Statements einiger Verbandsvertreter:

Kathrin Renggli, SKJF/SCV/EJCF
«Ein Netz hält zusammen, was sonst auseinanderfallen würde. Erst die Nähe und der Austausch machen es möglich, dass alle am gleichen Strick ziehen. Schliesslich verfolgen wir alle dasselbe Ziel: Die Förderung und Unterstützung der musizierenden Jugend.»

Valentin Bischof, Schweizer Blasmusikverband SBV
«Es brauchte nicht viele Überlegungen, um im Verein jugend+musik mitzuwirken, weil da alle wesentlichen Organisationen, welche sich der musizierenden Jugend annehmen, zusammengeschlossen waren. Dieses Netzwerk ermöglichte kurze und klare Wege in der Kommunikation untereinander. Genau aus diesem Grund ist es wichtig, dass das Netzwerk j+m erhalten bleibt.»

Sibylle Schuppli, MusiklehrerInnneverband MuV
«Die Ziele der nationalen Initiative von Jugend und Musik sind noch bei weitem nicht erreicht. Das bestehende Verbandsnetz ist heute schon durchaus beachtlich, aber wir gehen davon aus, dass heute noch nicht alle interessanten Akteure am Tisch sind. Das Netzwerk Musikbildung muss sich also weiter entwickeln und es kann in unserer dezentralen föderativen Umgebung viel Kraft entwickeln und die bestehende KORG und den SMR wirksam unterstützen.

Valérie Loher Stiftung Schweizer Jugendmusikwettbewerb SJMW
«Durch das über die Jahre gewachsene j+m-Verbandsnetzwerk sind wertvolle Kontakte und Synergien entstanden, die unbedingt weiterhin gepflegt werden sollen. Gemeinsam können wir ähnliche Ziele besser umsetzen und der Austausch ist sehr bereichernd.»

Armon Caviezel, Verband Schweizer Schulmusik VSSM
«Das gut funktionierende Netzwerk ist gerade in der jetzigen Zeit von grösster Wichtigkeit. Aktuell gilt der Umsetzung von Art. 67a BV die höchste Priorität. Um die Anliegen, Forderungen und Grundlagen beim Bund und in den Kantonen umzusetzen, braucht es die Stimme und gebündelte Kraft des gesamten Netzwerks Musik mehr denn je.»

Christine Bouvard, Verband Musikschulen Schweiz VMS
«Das Netzwerk des Vereins Jugend und Musik hat über die vergangenen Jahre eine Mehrheit der in der musikalischen Bildung tätigen Verbände, Laienverbände wie Profis, an den runden Tisch gebracht. Die Chance, miteinander vertieft ins Gespräch zu kommen hat bewirkt, dass man die Anliegen der Partnerverbände besser verstehen konnte. In der breiten Öffentlichkeit wie auf dem politischen Parkett waren wir dadurch in der Lage, miteinander und füreinander aufzutreten.
Im Sinne der Weiterentwicklung der musikalischen Bildung in unserem Land ist alles daran zu setzen, diesen runden Tisch in geeigneter Form beizubehalten.»

Yvonne Glur, Akkordeon Schweiz
«Ein gutes Netzwerk macht unkomplizierte Lösungen und neue Ideen möglich. Dank diesem Netzwerk wird es möglich sein, dass am Jugendmusikfest 2019 in Burgdorf nebst den Blasmusikformationen auch Jugend-Orchester von Akkordeon Schweiz und anderen Verbänden teilnehmen können. Gemeinsam sind wir stark.»

Michael Kaufmann, Musikhochschulkonferenz
«Die Bewegung von Jugend und Musik hat eine wichtige Bedeutung, um Musik an die Jugend heranzutragen. Das Netzwerk ist wichtig und gerade auch, weil jetzt das Bundesprogramm von j+m im Aufbau ist, braucht es dieses Netzwerk. Die Profis, Praktikerinnen und Praktiker in diesem Bereich sollen mitgestalten.»

Regula Frei, HELVETIAROCKT
«In die für alle zugängliche musikalische Bildung investiert die Schweiz zu wenig. Musik ist für die Entwicklung von Individuen äusserst relevant, für den Zusammenhalt einer Gesellschaft sowieso. Das Netzwerk braucht es, damit wir gemeinsam etwas bewegen und uns gegenseitig „empowern“ können».

Regula Spirig, Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester SJSO
«Ein intensiver Austausch unter den musikalischen Institutionen scheint uns nach wie vor sehr sinnvoll und nützlich zu sein: Die bei j+m zusammen geschlossenen Verbände haben teilweise ähnliche Bedürfnisse. Um diese auf höherer politischer Ebene vorzubringen, scheint es von Vorteil, sich auf ein konkretes Netzwerk beziehen zu können.»

Johannes Reinhard, Eidgenössischer Orchesterverband EOV
«Dank des Netzwerkes konnten viele verschiedene Meinungen im Interesse des Gesamten gebündelt werden. Ich persönlich habe die Funktionsweise verschiedenster anderer Verbände verstehen gelernt. Ein kräftiges "Ziehen-am-selben-Strick" erachte ich auch in Zukunft als sehr wichtig. Nur mit geeinter Stimme haben wir die Möglichkeit, wahr- und ernstgenommen zu werden.»

Andreas Wegelin, Generaldirektor SUISA
«Das Netzwerk bleibt weiterhin wichtig, weil es alle Kräfte des Jugendmusizierens in der Schweiz verbindet. Die Rahmenbedingungen für die musikalische Entwicklung junger Menschen sind noch lange nicht optimal. Sich musikalisch ausdrücken zu können, sei es durch Singen, oder durch Spielen eines Instruments ist ein unverzichtbares Element der Persönlichkeitsbildung eines jungen Menschen. Damit alle diese Chance haben, bleibt noch viel zu tun. Das Netzwerk muss das aufzeigen und Verbesserungen vorschlagen und einfordern.»