Indien liegt 
in der Schweiz


Indien liegt 
in der Schweiz


Frank-Thomas Mitschke , 24.02.2016

Entdeckungsgeist, Neugier, Disziplin und Geduld, dazu rhythmische Grundkenntnisse – das sind die idealen Voraussetzungen zum Erlernen der indischen Tabla. 


Der neue Dozent an der Kalaidos Musikhochschule, Luca Carangelo, informiert in diesem Interview über Details.


Luca Carangelo, Tabla als Studienfach an einer Musikhochschule, als Hauptfach oder Variantinstrument in Bachelor- und Masterstudiengängen – das ist eine Neuheit! Was bieten sich da für Perspektiven?


Durch die praxisnahe, vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Raffinement der indischen Musik und Tablakunst erfahren Studierende eine wachsende Vertrautheit und erlangen sukzessive, fundierte Spiel- und Fachkenntnisse. Mit der Lancierung, Tabla als Hauptfachinstrument künftiger Bachelor- und Masterstudiengänge anzubieten, hält die Kalaidos Musikhochschule eine grossartige, mit visionärem Charakter ausgestattete Rolle als Wegbereiterin inne und trägt wesentlich dazu bei, die klassische indische Musik in der Schweiz und in Europa zu fördern und zu etablieren.


CAS Indische Rhythmik – kannst Du dazu noch etwas sagen?


Das ab Herbst 2016 beginnende CAS – Klassische Indische Rhythmik I mit Schwerpunkt Tabla vermittelt einen ersten Zugang in die indische Musikkultur. Interessenten haben dabei die Chance, in einem Semester einen vertieften Einblick in die facettenreiche indische Rhythmus- und Klangwelt zu erhalten.


Welche Voraussetzungen sollten die Studierenden mitbringen?


Wer einen Entdeckungsgeist in sich trägt und mit Vorliebe musikalisches Neuland erkunden möchte, bringt zunächst sicherlich ideale Voraussetzungen mit! Passion, viel Disziplin und Geduld sind nebst einer rhythmischen Basiskenntnis, dem Interesse an interkulturellem Austausch und interdisziplinärer Arbeit, weitere essenzielle Aspekte. 


Mit der indischen Klangwelt sind sicher viele nicht vertraut – welche Möglichkeiten gibt es, mit anderen Instrumenten gemeinsam zu musizieren?


Der improvisatorische Spielraum, die klangliche Transparenz und Darstellung der Ornamentik - in der traditionellen indischen Aufführungspraxis durch das Duo/Triospiel gegeben – habe ich auch beim gemeinsamen Musizieren mit westlichen, v.a. akustischen Instrumenten stets besonders geschätzt und entspricht meiner Vorstellung von «Klang-Ästhetik» – letztlich aber sind in der Form und Gestaltung des Zusammenspiels keinerlei Grenzen gesetzt!


Welche beruflichen Perspektiven gibt es für jemanden, der Tabla studiert?


Wesentlich scheint mir hierbei die Möglichkeit, «Schlüssel und Werkzeuge» für das eigene, künstlerische Schaffen zu erwerben - in schöpferischen Prozessen das musikalische Vokabular zu entfalten (bspw. in der Kompositionsarbeit) und die erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten in ihre/seine Tätigkeitsfelder - namentlich in der pädagogischen Arbeit - bereichernd einfliessen zu lassen. 


Hat die Beschäftigung mit indischer Musik, im weiteren Sinn auch mit indischer Philosophie, Auswirkungen auf das normale Leben?


Das im Sanskrit-Wort beschriebene «Ranjayati iti Ragah» – «das, was den Geist färbt, ist eine Raga» – spiegelt bildhaft sehr schön die philosophischen, spirituellen Aspekte der indischen Musik wider. Seit Beginn meiner Studienzeit haben mich die Geschichte, Mystik, Erzählungen, das kulturelle Leben Indiens, wie auch zahlreiche Musikerpersönlichkeiten begleitet, fasziniert und geprägt. 


Wenn Du in einem Satz Werbung für das Tabla-Studium machen solltest – was würdest Du sagen?


Die Klangvielfalt und poetische Silbensprache der Tabla, die verspielte Mathematik in der Abbildung filigraner Kompositionsarten und metrischer Zyklen, dies alles verzaubert die Sinne, erweitert den «rhythmischen Gedanken» und stellt eine unerschöpfliche Quelle musikalischer Inspiration dar.


DhaDha DinDin NaNa TiTeTiTe KaTiTeKa TiTeKaTa Dha-KaTa Dha-KaTa Dha...

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