Studie der Forschungsabteilung der Kalaidos Musikhochschule 
Laute Musik schädigt das Gehör

Laute Musik schädigt das Gehör

Prof. Dr. Sarah Chiller-Glaus, 03.05.2016

Gehörschutz bei lauter Musik

Laute Musik schädigt das Gehör. Fast alle wissen das – aber längst nicht alle schützen sich. Warum? Dieser Frage ist das Forschungsteam der Kalaidos Musikhochschule nachgegangen, in Zusammenarbeit mit der ZHAW und mit finanzieller Unterstützung vom Bundesamt für Gesundheit.

Für die Studie wurden 430 Besucherinnen und Besucher von fünf Konzerten verschiedener Stilrichtungen (Pop, Rock, Heavy Metal, Klassik) befragt. Die Befragung erfolgte direkt in den Konzerthallen, die Konzertagenturen Good News und Gadget unterstützten die Datenerhebung.

Die Resultate der Studie zeigen, dass folgende Faktoren einen starken Einfluss darauf haben, ob jemand Gehörschutz trägt oder nicht:

Die soziale Norm: Wer Bekannte hat, die Gehörschutz tragen, schützt sich selber;
Eine positive Kosten-Nutzen-Bilanz: Wer klare Vorteile der präventiven Handlung sieht, nimmt zugunsten der Gesundheit allfällige „Nachteile“ (z.B. mögliche Einbussen bei der Klangqualität) in Kauf;
Ein Bewusstsein für die tatsächliche Gefahr: Wer die Situation als für sich selber als risikoreich empfindet, trägt Gehörschutz. Dabei zeigte sich, dass das Risiko eines eigenen Schadens kleiner eingeschätzt wird als das Risiko einer Schädigung anderer: Man scheint zwar die somit Gefahr zu kennen, fühlt sich aber selbst nicht betroffen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Wissen über die tatsächlichen Folgen von zu lauter Musik zwar vorhanden ist, die Mehrheit der in der Studie befragten Personen aber trotzdem angibt, sich nicht vor zu lauter Musik zu schützen. Appelle an Wissen und Vernunft haben sich in der Prävention nur als mässig erfolgreich erwiesen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass stattdessen die Berücksichtigung der sozialen Norm, der subjektiven Kosten-Nutzen-Bilanz auch in Bezug auf die präventive Handlung sowie das Bewusstsein für Gefahr Handhabe für eine wirksamere Prävention bieten.

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit:

http://www.kalaidos-fh.ch/Departement-Musik/Weitere-Informationen/Oeffentlichkeit-und-Medien/News/Gehoerschutz

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