Wahl- verwandtschaften

Wahl- verwandtschaften

17.06.2016

Ein Interview mit Peter Korfmacher und Dr. Frank Hänecke.

Frank-Thomas Mitschke — Musikerinnen und Musiker üben sich in Musikjournalismus? Ein Studiengang an der Kalaidos Musikhochschule macht‘s möglich.

Peter Korfmacher, was können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach dem Studiengang?

Im Fokus steht die Praxis: hören, darüber schreiben und darüber diskutieren. Konkret geht es darum, wie man Informationen zum Leser bringt. Es gilt nicht etwa, möglichst viel Kluges aufzuschreiben, sondern das Geschriebene möglichst vielen nahe zu bringen. Und dazu müssen die Leserinnen und Leser gern lesen. Es geht immer wieder um die Sprache, um den richtigen Einstieg, den richtigen Aufbau, die richtige Syntax und den eigenen Stil, der natürlich zu erhalten und zu pflegen ist. Und weil dies alles sehr viel besser an eigenen Texten zu verdeutlichen ist als in grauer Theorie, sind wir wieder bei der Praxis und bei: schreiben, schreiben, schreiben. Nicht zu vergessen: es wird in diesem CAS auch im Sinne des Selbstmarketings geschrieben, zur Vermarktung der eigenen Produkte.

Interviews, Erstellen einer online-Zeitung für die Musikhochschule – das sind anspruchsvolle Aufgaben! Welche Voraussetzungen sollten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen mitbringen?

Erstens: Vor allem Lust auf genau das. Denn wer nicht gerne schreibt oder Interviews führt und Konzerte besucht, wer nicht gerne Informationen sammelt und mit seiner Meinung angereichert verbreitet, wer den Kontakt mit anderen Menschen scheut, der ist im Journalismus falsch. Zweitens: ein musikalisches Weltbild. Wer in seinem Leben noch keine Beethoven-Sinfonie gehört hat, wird auch keine ihrer Aufführungen kritisieren können.

«Ich empfehle die Teilnahme an diesem Studiengang sehr, weil …»

… händeringend kulturjournalistischer Nachwuchs benötigt wird. Denn durch die Präsenz und Schnelligkeit des Internets, wo jeder sich zum Schreiben berufen fühlt, ist das dahinterstehende Handwerk ziemlich vollständig aus dem Blickfeld gerückt. Insofern ist dieser Studiengang auch eine ideale Voraussetzung für ein zweites berufliches Standbeinl.

Frank Hänecke, was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den beiden Folge-CAS?

Die Schweizer Journalistenschule MAZ steuert im zweiten CAS praktisches Knowhow zu journalistischem Arbeiten bei, das sich nicht nur auf die Kritik von Darbietungen bezieht, sondern auf die Berichterstattung auch zu gedruckten oder audiovisuellen Musikthemen. Ein Highlight ist hier wohl die Produktion eines Radio-Magazins in unserem Profi-Studio. Weiterhin steht eine erfolgreichen Medien- und Öffentlichkeitsarbeit im Fokus.

Auch im CAS III geht es u. a. um die Frage, wie Musik in die Medien gelangt, wie die Musik- und Medienbranche ineinandergreifen, welche Auswirkungen der Marktwandel (von Tonträgern zu Downloads und Streaming) hatund welchen Stellenwert einheimische Musik in den Schweizer Medien geniesst.

Einen weiteren MAZ-Schwerpunkt im CAS III bilden die sogenannten Neuen Medien rsp. Soziale Netzwerke. Wie erreichen Musikschaffende über diese Kanäle Publikum und Fachwelt effizienter und niederschwelliger als über die klassischen Kanäle.

Wie können die Studierenden das verwerten, was sie in dem kompletten Studiengang lernen? Welche Perspektiven ergeben sich für sie?

Die Module zu Medien- und Öffentlichkeitsarbeit werfen starken praktischen Nutzen ab. Ensembles oder Einzelkünstler übernehmen solche Aufgaben ja immer öfter selber. Und mit Neuen Medien hat man sich ja nicht nur als Musikschaffende(r) zu befassen, sondern ebenso aus ganz anderen Beweggründen oder beruflichen Ausrichtungen. Nach dem MAS sind die Absolventinnen und Absolventen in der Lage, selbständig Öffentlichkeitsarbeit in Wort, Bild und Ton auf allen Kanälen zu betreiben.

Der Studiengang ist sehr praxisorientiert - was scheint Ihnen als Mitorganisator besonders reizvoll an diesem Angebot?

Es geht um eine nicht nur zielgerichtete Horizont-Erweiterung und es ist nie falsch, in Kommunikation zu investieren. Im CAS Musikjournalismus wird komplementäres Wissen vermittelt und es werden Erfahrungen möglich, die Musikschaffende normalerweise an einer Musikhochschule nicht erhalten.

Inhalt Kalaidos

Kalaidos Musikhochschule

Rektor
Frank-Thomas Mitschke

Kontakt
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SAMP (Schweizer Akademie für Musik und Musikpädagogik)
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E-Mail: music@kalaidos-fh.ch

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