Neuer Dozent im künstlerischen Bereich der Kalaidos Musikhochschule 
Prof. Boris Bloch

Prof. Boris Bloch

Frank-Thomas Mitschke, 23.08.2016

Boris Bloch, ukrainischer Pianist und Dirigent, hat seine Lehrtätigkeit an der Kalaidos Musikhochschule diesen August aufgenommen.

Der aus Odessa in der Ukraine stammende Pianist und Dirigent Boris Bloch gehört seit langem zu den wichtigsten Interpreten der klassischen und romantischen Klaviermusik. Ausgebildet am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium in der Meisterklasse des legendären Klavierpädagogen Dimitri Bashkirov erarbeitet er sich früh ein breites Repertoire, das von Scarlatti und Bach, der Wiener Klassik, Chopin und Liszt über die deutsche und russische Romantik zu den wichtigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts reicht und das er ständig erweitert. Blochs detaillierte Kenntnis der Klavierliteratur der letzten drei Jahrhudnerte, sein umfassendes Wissen über die Musikgeschichte und ihre Protagonisten sowie seine stupende Pianistik und vor allem seine starke Künstler-Persönlichkeit sind Grundlage für die vielfach gerühmte Ausdruckstiefe, den Farbenreichtum, die verblüffende Stilechtheit und das unvergleichliche "Singen" seines Klavierspiels und finden ebenso ihren Niederschlag in den sorgfältig zusammengestellten Programmen seiner Recitals.

Nach dem Studium in Moskau war Bloch Preisträger internationaler Klavierwettbewerbe; u. a. errang er 1976 den 1. Preis bei den Young Concert Artists Auditions in New York, 1977 die Silbermedaille bei der Artur Rubisntein Piano Masters Competition in Tel Aviv und im Jahr 1978 eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Pianisten: den 1. Preis des Internationalen Klavierwettbewerbs "Ferruccio Busoni" in Bozen.

Blochs Konzerttätigkeit führte ihn vor allem durch ganz Europa und zur Zusammenarbeit mit vielen berühmten Orchestern. Er tritt häufig bei internationalen Musikereignissen auf; so bei den Berliner Festwochen, den Meraner Musikwochen, beim Rheingau Musik Festival, Festival Pianistico Internazionale "Arturo Benedetti Michelangeli", bei den Chopin Festivals im polnischen Duszniki Zdrój, im tchechischen Marienbad und anderen. Er ist ständiger Gast u- a. beim Klavierfestival Ruhr, beim Carinthischen Sommer in Ossiach-Villach, bei den Raritäten der Klaviermusik in Husum sowie bei den Festivals Varna Summer und Paläste von Sankt Petersburg. Mit dem Tonhalle-Orchester Zürich führte er sämtliche Klavierkonzerte von Rachmaninow auf, mit der Staatskapelel Berlin Klavierkonzerte Tschaikowskys und mit den Duisburhger Philharmonikern das Klavierkonzert von Scrjabin.


Von Bloch exisiteren einige CD-Einspielungen, die Referenzcharakter besitzen, so insbesondere seine Aufnahmen von Liszt-Opernparaphrasen, die mit dem Grand Prix International du Disque Liszt ausgezeichent wurden, des Klavierwerks Moussorgskys, die den Preis Excellence Disque erhielt, die Aufnahme des Klavierkonzerts von Busoni mit dem Tonhalle Orchester Zürich unter Christoph Eschenbach oder die Live-Einspielungen von Mozarts "Krönungskonzert" und Tschaikowskys drittem Klavierkonzert in seiner vollständigen Fassung (die beiden letztgenannten Aufnahmen sind zusammen mit Liszt-Busonis Rhapsodie Espagnole auch auf DVD erschienen). Aufgrund seines besonderen Einsatzes für das Klavierwerk Liszts wurde Bloch ausserdem mit der Goldenen Ehrennadel der Internationalen Liszt-Gesellschaft Wien geehrt.

Bloch ist gefragtes Jury-Mitglied bei Internationalen Musikwettbewerben und war massgeblich am Konzept des 1. und des 2. (1194 und 1997) Concours Clara Schumann in Düsseldorf beteiligt. 2006 war Bloch der künstlerische Leiter des 1. Internationalen Carl Bechstein Wettbewerbs Ruhr, 2007 Präsident der Jury des Internationalen Klavierwettbewerbs Francesco Durante bei Neapel.

Seit 1985 lebt Bloch in Deutschland, wo er zum Professor an die Folkwang Universität berufen wurde.
2007 wurde er mit dem Musikpädagogikpreis der Köhler-Osbar-Stiftung und der Stadt Duisburg ausgezeichnet.

Seit August 2016 ist Bloch Dozent für Klavier an der Kalaidos Musikhochschule.

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