Total unmöglich – oder?

Total unmöglich – oder?

15.11.2016

Von der Musik im Unterricht.

Frank-Thomas Mitschke — Klavierlehrer Waldemar Horror-Witz ist wieder einmal verzweifelt – Reto hat schon wieder nicht geübt, spielt den Zweiertakt genauso wie den Dreiertakt und ist auch durch heftige schriftliche Kritik im linierten Aufgabenheft nicht zur Besserung zu bewegen. Anna, Alain und René kommen aus Versehen zur gleichen Zeit – wie ärgerlich für sie, denn so müssen jeweils zwei für 22 Minuten und 30 Sekunden in der Ecke sitzen, während der (un)glückliche Dritte am Klavier bis vier zählen lernt.

Im Nachbarzimmer versucht Aloysius Wirbelknack seit 30 Minuten den kleinen Max davon zu überzeugen, dass die D-Dur-Tonleiter auf der Geige durchaus nicht unspielbar ist, wenn man sie nur jeden Tag 30 Minuten möglichst emotionslos herunterfidelt; und im Zimmer dahinter ermorden 4 junge Blockflötisten/innen durch permanente Detonation und 18fache Wiederho-lung von Takt 5 das Christuskind, das doch alle Jahre wieder kommen soll.

Frust macht sich breit bei Wirbelknack und Kollegen, denn natürlich liegt das Übel im suboptimalen Schülermaterial.

Ihr Wirbelknacks, langweilt nicht unseren musikalischen Nachwuchs! Zerstört nicht Neugier und Empfindung durch stundenlange Kontrolle der Fingerhaltung und durch ebenso nerv- wie freudetötende technische Übungen ohne Musikbezug – lasst in jeder Minute MUSIK entstehen!

Versteckt euch, Ihr Bleistiftklopfer, Ihr eins-und-zwei-und-drei-und-Zähler, Ihr Musikmathematiker, die Ihr meint, zuerst kämen die richtigen Noten mit den richtigen Werten; die Musik könne man später nachrüsten wie einen Heckspoiler am Auto! Hinweg mit Euch, Ihr lusttötenden Musikmaschinisten, Ihr Formelspielenlasser, Ihr Phantasiebegraber!

Wo seid Ihr, Ihr kreativen und Kreativität fördernden (und fordernden) Musikbegeisterer; Ihr, die Ihr nicht verzweifelt, wenn mehr als 2 Kinderlein sich an einem Klavier ausprobieren wollen; Ihr, die Ihr es versteht, auch mit kunterbunten Besetzungen umzugehen; Ihr, die Ihr Gruppenunterricht nicht als Strafe Gottes (oder der Musikschulleitung) anseht, sondern als Herausforderung betrachtet; Ihr, die Ihr es als Passion seht, Schüler jeglichen Alters und jeglicher Ausprägung mit Eurer musikalischen Vehemenz und Eurem Ideenreichtum zu infiltrieren? Wir brauchen Euch, Ihr motivierten, rundum gebildeten und begeisterten wie begeisternden Musikpädagogen/innen! Die nächste Generation an Musikern und Musikerinnen – Profis wie Amateure – wird die Qualität der heutigen Ausbildung unter Beweis stellen!

Studiengang Master Musikpädagogik Klassik oder Jazz/Pop an der Kalaidos Musikhoch-schule, Informationen unter:

frank-thomas.mitschke@kalaidos-fh.ch

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