Raum durch Klang – ein internationales Symposium


Raum durch Klang – ein internationales Symposium


Michael Harenberg , 25.02.2015

Vom 26.-28. März 2015 
veranstaltet der Studiengang Musik und Medienkunst an der HKB ein internationales SoundArtSymposium zu 
Fragen musikalischer 
Räumlichkeit. Dabei lernen die Studierenden, sich in den 
Bereichen der elektronischen Musik, Klangkunst und neuen Medien zu bewegen. 


Die Frage der Gestaltung musikalischer Räume, deren Beziehung zu den Orten, an denen sie erklingen sowie die Fragen der kompositorischen wie technischen Realisierung musikalischer Klangräume haben in allen Arbeitsfeldern des Studienganges eine zentrale Bedeutung.


Mit dem Symposium «Raum durch Klang» wird ein besonderer Schwerpunkt auf Klangräume gelegt, die durch die Anordnung von Schallquellen, in der Regel Lautsprecher, in einem spezifischen Raum generiert werden. Dass sich Klang nicht nur in einem bestehenden Raum bewegt und ausbreitet, sondern diesen als materielles Phänomen erzeugen kann, gehört seit den 1960er Jahren zu den grund- legenden Dispositiven der SoundArt.


Musikalische Räume


Mit der Erfindung der Schallaufzeichnung Ende des 19. Jahrhunderts sowie der elektronischen Klangerzeugung im 20. Jahrhundert erfährt auch der Aspekt des Raums eine Erweiterung seiner Bedeutung. Während mit der Notenschrift im Wesentlichen Tonhöhenbeziehungen und die rhythmischen Strukturen von Klängen und Geräuschen symbolisch festgeschrieben werden, erschliessen elektroakustische Mittel die kompositorische Gestaltung medialer akustischer Realräume des Erklingens. (Klang-)Raum als architektonisch definierter Ort wird seit dem 20. Jahrhundert um einen synthetisch herstellbaren medialen Klangraum erweitert. Ästhetisch ist der Parameter Raum mit den heute verfügbaren Technologien zum weitgehend frei gestaltbaren Bestandteil in der Komposition, Produktion und Bearbeitung von Klängen geworden.


Bis ins 20. Jahrhundert wurde frontal von der Bühne hörbar, was die dort anwesenden Musikerinnen und Musiker gesungen oder auf ihren Instrumenten gespielt haben. In der zweiten Jahrhunderthälfte beginnen KomponistInnen diese Situation aufzulösen. Vor allem die elektronische Musik, die in beabsichtigter Interpretenlosigkeit nach erweiterten Gestaltungsparametern sucht, entdeckt die spezifische Ästhetik der Bewegung von Klängen im Raum. Dies führt zur Entwicklung vielfältiger technischer Raumsimulationsverfahren, von der Stereophonie über die Simulation von Klangräumen, bis zu Surroundverfahren mit hunderten von Lautsprechern. 


Die Klangkunst der 1960er Jahre setzt dagegen auf künstlerische Ansätze, die den Lautsprecher als Instrument begreifen und mit diskret platzierten Klangquellen und deren unterschiedlichen Qualitäten spezifische musikalische Räume gezielt erschafft.


Die Hochschule als Raum für künstlerische Experimente


Die Hochschule der Künste in Bern etabliert sich mit diesem Symposium ein weiteres Mal als ein Ort, an dem künstlerische Inhalte, Fragen und Experimente radikal ins Zentrum gestellt werden. Technologische Aspekte, Stil- und Genrefragen sind nicht Ausgangspunkt, sondern ergeben sich nachgeordnet aus den erarbeiteten künstlerischen Ideen und Konzepten.


So findet das Symposium «Raum durch Klang» im Rahmen einer Lehrveranstaltung statt, in der sich Studierende verschiedener Musikstudiengänge der HKB im Frühjahrssemester 2015 mit künstlerischen Ansätzen der Platzierung und Bewegung von Klängen in bestimmten Räumen auseinandersetzen werden. Eine Pionierin dieses Ansatzes ist die Komponistin und Klangkünstlerin Sabine Schäfer, die seit den 1990er Jahren mit ihrer Ästhetik mehrkanaliger topophonischer Installationen arbeitet und die Veranstaltung als Gastdozentin leiten wird.


Im Rahmen dieses Lehrangebots befasst sich auch das Symposium vor allem mit den künstlerischen Aspekten klanggenerierter Räume. Ziel ist es, einen Bogen zwischen Pionieransätzen und Gegenwartsentwicklungen zu schlagen. 


Mit dem Architekten und Klangkünstler Bernhard Leitner wird einer der Pioniere auf diesem Gebiet zu Gast sein, und von seiner langjährigen wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeit berichten. Die Komponistinnen, Komponisten und Klangkünstler Sabine Schäfer, Cathy van Eck, Douglas Henderson, Edwin van der Heide und Johannes S. Sistermanns stehen für unterschiedliche zeitgenössische Ansätze. Die Londoner Ästhetik- und SoundArt-Expertin Dr. Kersten Glandien übernimmt zusammen mit dem Co-Leiter des gastgebenden Studiengangs Prof. Dr. Michael Harenberg die wissenschaftliche Analyse und Einordnung der künstlerischen Fragestellungen. 


Das Symposium findet an zwei Standorten der HKB in Bern statt: an der Schwabstrasse 10 in Bümpliz Nord sowie am Freitag ab 18.00 Uhr an der Papiermühlestrasse 13d.


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