E Löu, e blöde
Siech, e Glünggi 
und e Sürmel 


E Löu, e blöde
Siech, e Glünggi 
und e Sürmel 


SKJF , 20.01.2016

Am Freitag, 6. Mai 2016 findet im Rahmen des Europäischen Jugendchorfestivals Basel EJCF ein SKJF SingplausCH unter der Leitung von Schulmusikerin, Chorleiterin und SKJF-Präsidentin Vreni Winzeler statt. Unter dem Titel «E Löu, e blöde Siech, e Glünggi und e Sürmel» steht das Spiel mit Liedern von Mani Matter auf dem Programm.


Angesprochen und eingeladen sind Kinder- und Schulchöre im Primarschulalter. Der SingplausCH beginnt um 10 Uhr und schliesst um 17 Uhr mit einem Präsentationskonzert in der Martinskirche, Basel. Alle teilnehmenden Chöre bringen ein in Absprache mit der Workshopleiterin auswendig vorbereitetes Lied von Mani Matter mit. So ist gewährleistet, dass die Texte sitzen und die Bühne frei ist für allerlei musikalische Improvisation und choreographischen Schabernack. 


Singen und spielen mit allen Sinnen


Das Spiel mit allen Sinnen ist ein angeborenes Bedürfnis. Speziell das Spiel mit der Stimme ist eines der frühesten kreativen Betätigungsfelder: Babys und Kinder kreischen und wimmern, weinen und lachen, experimentieren mit Höhe, Tiefe und Dynamik, probieren Lautverbindungen, krähen vor Wonne und singen bald fürs Leben gern. Das ist weit herum hörbar und nicht immer gesellschaftskonform. Kinder müssen deshalb früh lernen, ihre Lautäusserungen zu kontrollieren, und das ist ja auch durchaus richtig so. Irgendwann im Verlauf der Primarschulzeit und mit Beginn der Pubertät mutiert aber die Lust oft endgültig zum Frust, und, unterstützt von variantenreichem Kindergesang abholden Lehrpersonen und förderungsbemühten Eltern, welche glauben, nützliche von nutzlosen Tätigkeiten unterscheiden zu können, ziehen sich viele Kinder und Jugendliche in ein monotones Pianissimo zurück und beginnen, den vielfältigen Gebrauch der Stimme sogar für peinlich zu halten.


Der falsche Dampfer?


Doch sind Spielen und Singen für die Entwicklung des Kindergehirns tatsächlich nutzlos? Täten wir nicht gut daran, Kinder mehr zum Singen und zum Spielen anzuhalten, statt sie in die Nachhilfestunde zu schicken? Würde die aktive Teilnahme an den Proben und Auftritten eines Kinderchores, an sportlichen Trainings und Wettkämpfen oder ein Engagement im Instrumentalunterricht mit täglicher Möglichkeit zum Musizieren nicht den Leistungsdruck abfedern? «Aus neurowissenschaftlicher Sicht» – so formuliert es der deutsche Neurobiologe Gerhard Hüther pointiert – «spricht alles dafür, dass eine der nutzlosesten Leistungen, zu der Menschen befähigt sind – und das ist unzweifelhaft das lustvolle Singen – den grössten Nutzeffekt für die Entwicklung des Gehirns hat.» 


Singen und Bewegen machen schlau


Hüther sagt weiter: «Eine der wundervollsten Körperlernübungen ist das Singen. Denn dabei muss das kindliche Hirn die Stimmbänder so virtuos modulieren, dass haargenau der richtige Ton rauskommt. Das ist die feinmotorischste Übung überhaupt, und damit eine Voraussetzung für alle späteren, hoch differenzierten Denkweisen.»


Alle Sinne mobilisieren


Am SKJF SingplausCH mit Mani Matter-Liedern werden alle Sinne mobilisiert; der ganze Körper wird ins Spiel mit Tönen und Texten einbezogen. Die vielen Facetten stimmlicher Äusserungsmöglichkeiten werden illustrierend eingesetzt und die Präsentationslust jenseits der Peinlichkeit geweckt und befriedigt. Übrigens: Wer bei der Lektüre dieses Artikels einen Argumentationsnotstand vermutet, den können wir beruhigen: Eigentlich veranstaltet SKJF die SingpläusCHe vor allem, weil sie enorm Spass machen. 


Dennoch abschliessend noch einmal Gerald Hüther: «Kinder erfahren beim Singen etwas Erstaunliches: Nämlich, dass man keine Angst haben kann, wenn man singt. Inzwischen wissen Neurobiologen, dass das Hirn beim freien Singen nicht in der Lage ist, Angstgefühle zu mobilisieren. Deshalb singen Menschen schon seit Jahrtausenden beim Gang in den Keller. Das tun sie nicht, um Mäuse zu vertreiben.» That’s it. 


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