Ist aller Anfang schwer?

Ist aller Anfang schwer?

Elisabeth Frei-Kuster , 24.10.2017

Am ESTA-Weekend vom 16. und 17. September 2017 hielt Fränzi Frick, Dozentin für Fachdidaktik/ZHdK und für Violine/MKZ ein packendes Referat über Früh-Instrumentalunterricht. Wir haben nachstehend ihre Kernaussagen für Sie zusammengetragen.

«Erstes Ziel ist das ‹Binden› an das Erlebnis Musik. Das Kind soll sich fesseln lassen von den Möglichkeiten, sich selbst ohne instrumentenspezifische Technik ausdrücken zu können.»

«Die Kunst im Unterrichten ist das Reduzieren von Beobachtung und Entwicklungsschritten auf kleinste Aspekte. Es muss/kann nicht alles aufs Mal gehen.»

«Das Kind erschliesst sich die Welt vom Grossen ins Kleine. Bewegungsdrang ist ein Ventil für Ausdruck, ein natürlicher Trieb. Diese kreative Energie müssen wir nutzen, da die Feinmotorik erst über die Grobmotorik entwickelt wird. Auffallend ist die eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit. Gefragt sind kurze Lernintervalle (etwa 4 Minuten).»

«Wie schaffe ich eine ‹Ver-Bindung› mit der vertrauten Welt des Kindes und erschliesse ihm praktisch unbewusst eine neue Ausdrucks- und Erlebniswelt? Sinnliches Erleben statt rational-intellektuelles Arbeiten! Ein Kind will staunen, sich überraschen lassen, sich erschrecken lassen, träumen, fantasieren. Ein einzelnes Wort kann mehr bewirken als grosse Erklärungen. Den Ausdruck in Augen, Mimik und Gestik nutzen!»

«Die Hilfe der Eltern ist unabdingbare Voraussetzung für einen gelungenen Start. Es braucht tägliche Konstanz, liebevolle Begleitung ohne Drill und Ehrgeiz. Die Eltern müssen beim ‹Üben› (optimal 2 x 5-10 Min.) dabei sein, sollten aber nicht die Lehrerrolle übernehmen.»

«Kinder entwickeln sich nicht linear. Schwierigkeiten sind nicht persönlich zu nehmen und unnötig zu dramatisieren. Es gibt Phasen des Sammelns, des Erntens und des Verarbeitens.»