Mehrere neue Schweizer Werke sind vom 31. März bis 2. April in Genf zu entdecken.  
Zum Schweizerischen Tonkünstlerfest 2017

Zum Schweizerischen Tonkünstlerfest 2017

Laurent Mettraux, Übersetzung Thomas Meyer, 02.03.2017

Mehrere neue Schweizer Werke sind vom 31. März bis 2. April in Genf zu entdecken.

«Ensemble»: So lautet das Schlüsselwort des Festival Archipel 2017, innerhalb dessen auch das Schweizerische Tonkünstlerfest stattfindet – zum siebten Mal in Genf seit 1901. «Ensemble», weil die Musik als soziales Modell dafür dienen kann, wie Einbeziehung, Austausch, Respekt und Toleranz gelebte Wirklichkeit werden, fernab von den Abgrenzungs- und Ausschlusstendenzen, die zur Zeit auf politischem und gesellschaftlichem Gebiet zunehmen. «Ensemble» auch, weil in den letzten Jahren zahlreiche Musikerkollektive für zeitgenössische Musik entstanden sind, von Genf bis Zürich, von Basel bis Chur. Zum Festival Archipel wurden gleich siebzehn Schweizer Ensembles eingeladen, neun davon im Rahmen des Tonkünstlerfests.

Das Fest beginnt am Freitagabend mit einer öffentlichen Probe und zwei Konzerten: Das Ensemble Vortex bietet eine öffentliche Leseprobe mit Partituren, die im Rahmen seines diesjährigen Projekts «Composer's Next Generation» ausgewählt wurden. Danach spielen das Nouvel Ensemble Contemporain bzw. das Ensemble Nikel eines der berühmtesten Stücke von Jonathan Harvey, Bhakti, und Global corrosion von Philippe Hurel.
Zuende geht dieser reichhaltige Abend mit dem l’Ensemble Vide. Es stellt Vokal- und/oder Instrumentalkompositionen von vier Komponistinnen (Olga Neuwirth, Carol Robinson, Kaija Saariaho und Rebecca Saunders) vor sowie von zwei Schweizer Komponisten (Denis Schuler: Perpetual sense of being out für zwei Soprane; Nadir Vassena: Studio di vertigini für Birbynė solo, ein litauisches Blasinstrument, das seit einigen Jahrzehnten eine Renaissance erlebt).

Während des Samstags findet, teilweise parallel zur GV des STV, ein Orientierungstag statt. Dabei erhalten junge Künstler von Experten für Urheberrecht, Verlagswesen, Unterricht und Musikproduktion Antworten auf verschiedene Fragen, die sich ihnen am Anfang ihrer beruflichen Karriere stellen: Wo, an welcher Hochschule, vervollständige kann ich meine Ausbildung? Wie soll ich mich präsentieren und bewerben? Wie ist ein neu gegründetes Ensemble zu aufzubauen, zu entwickeln und zu verwalten? Soll ich mich bei einer Urheberrechtsgesellschaft einschreiben? Ist die Print- einer Online-Publikation vorzuziehen? Soll ich meine Musik auf Internet vertreiben? Wo kann ich meine Arbeiten in Umlauf bringen? Und viele andere Fragen mehr…

Der Samstagabend enthält zwei Konzerte: Zunächst spielt das Basler Ensemble neuverBand drei Werke von Salvatore Sciarrino; später folgen auf eine Einführung vier neue Stücke mit der Sopranistin Hélène Fauchère, dem Oboisten Matthias Arter (der auch das Lupophon spielt) und dem Lemanic Modern Ensemble unter der Leitung von William Blank. Es handelt sich um L'Autre für Oboe, Lupophon und Ensemble von Hanspeter Kyburz, E la vita si cerca dentro di sé… für Mezzosopran und Ensemble von William Blank, Capriccio ostico für Ensemble von Stefano Gervasoni und Création d'après « L'Île des morts » für Ensemble und Video von Tristan Murail (nach jenem Böcklin-Gemälde also, das schon Rachmaninow und Reger inspirierte).

Schliesslich ist auch der Sonntag mit gleich vier Konzerten dicht besetzt. Vormittags spannen zwei Ensembles, proton aus Bern sowie ö!, zusammen und stellen Stücke vor, die nach der öffentlichen Ausschreibung von einer STV-Jury ausgewählt wurden: Spam von Martin Jaggi, Hors.jeu von Christophe Schiess, Quaderno del buio von Nadir Vassena, Signal to noise von Gary Berger und Everything that is the case von Barblina Meierhans. Der Nachmittag umfasst drei Konzerte mit fünf Kontrabassklarinetten (gespielt von den Spezialisten Armand Angster, Hans Koch, Ernesto Molinari, Theo Nabicht und Olivier Vivarès) und mit fünf Perkussionisten des Ensembles Eklekto. Zu hören sind unter anderem sechs Uraufführungen von William Blank, Oscar Bianchi (gleich zwei), Ricardo Eizirik, Jürg Frey und Thomas Kessler.

Mitglieder haben zu sämtlichen Konzerten freien Eintritt. Billette sind über die Geschäftsstelle in Lausanne zu reservieren. Anmeldeschluss für die Konzerte ist der 23. März.
 

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