Zum ersten Mal in der Schweiz wird "Cats" von Laien gespielt. 

Im Entlebuch tanzen und singen die Katzen

Christine Bouvard, 03.02.2014

Der Verein Musical Plus ist das erste Laienensemble der Schweiz, das die Aufführungsrechte für das Erfolgsmusical Cats von Andrew Lloyd-Webber erhalten hat. Am 15. März ist Premiere.

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Rum Tum Tugger (Axel Umiglia) ist der Rockstar unter den Katzen.

Zum ersten Mal in der Schweiz wird "Cats" von Laien gespielt.

Christine Bouvard – Sonntagnachmittag 12. 1. 14 in Schüpfheim/Entlebuch. Das Cats-Ensemble ist am Proben. Es findet eines der zehn Probenwochenenden statt, welches die jungen Mitwirkenden zwischen den letzten Sommerferien und der Premiere ihres Musicals Mitte März besuchen. Das zum grössten Teil in der Freizeit erarbeitete Projekt wird von der Kantonsschule Schüpfheim, an der die meisten Mitwirkenden zur Schule gehen, stark unterstützt. So kann die Hauptprobewoche als Projektwoche durchgeführt werden. Die Cats-Crew probt tagsüber intensiv, während ihre Schulkolleginnen und -kollegen anderen Projekten nachgehen. Mit «Die Schöne und das Biest» machte sich vor zwei Jahren dieselbe Crew erstmals an ein Werk mit vergleichbarer Dimension.
Die Kantonsschule Schüpfheim, Gymnasium Plus Musik Kunst Sport präsentierte seine Begabungsförderung im Rahmen der Posterausstellung am Forum Musikalische Bildung FMB am 24. und 25. Januar 2014 im TRAFO in Baden.

Intensive Proben
Das schuleigene Orchester hat einen grossen Teil der Stücke als Playback aufgenommen, damit die Proben bereits mit den Originalklängen begleitet werden können. Ungezwungen, aber hochkonzentriert und präzis arbeiten die jungen Menschen mit dem Regisseur Silvio Wey, der Choreografin Yvonne Barthel und dem musikalischen Leiter David Engel-Duss gemeinsam an der Entstehung des Werkes. 750 Seiten in drei Büchern umfasst die Partitur des Werkes; umgesetzt sind dies über zwei Stunden Musik und Tanz ohne Unterbruch. Dem Chor gehören knapp 40 Jugendliche an. Sie unterteilen sich in 23 Bühnendarstellerinnen und -darsteller und einen kleineren Backgroundchor, der hinter der Bühne singt. Dieser Kniff – im Übrigen auch viel im professionellen Bereich angewendet – entlastet die Darsteller auf der Bühne, die gleichzeitig singen und tanzen. Dadurch wird mehr Präzision im Gesanglichen und Sprachlichen erzielt.
Zugleich singen und tanzen – dies ist eine der Herausforderungen. Cats ist ein Ensemblestück. Tänzerisch müssen die Bewegungen und Schrittfolgen sitzen, räumlich muss sich die Gruppe so entfalten, dass ein Gesamtbild entsteht. Zuerst ist die Einstiegsnummer «Jellicle Cats» an der Reihe. Das ganze Ensemble ist auf der Bühne. Der Beginn des Abends muss sitzen und soll ein absoluter Publikumshit werden. Es folgen kurze, ruhige Anweisungen des Regisseurs. Die Jugendlichen hören hin, setzen um. Es folgen Korrekturen. Einige bekommen individuelle gesangliche Verbesserungstipps für die Gesangsstunde unter der Woche. Die Intensität der Arbeit ist spürbar, die Choreographie verlangt, in Verbindung mit dem Gesang, einiges von den Jugendlichen ab. Ihre Motivation ist beeindruckend, sie bringen sich aktiv ein und die kreative Seilschaft zwischen den Leitenden und den Darstellenden ist spürbar. Konzentration, Freude, Spass und die Überzeugung an etwas Einmaligen zu arbeiten, ist in ihren Gesichtern zu lesen.

Ambitionierte Begabtenarbeit
Cats wird erstmals in der Schweiz von einer Amateurtruppe aufgeführt. Zu den Auflagen des Verlags gehören die Bestimmungen, dass weder die originale Choreographie, noch das Bühnenbild, noch Originalkostüme verwendet werden dürfen. So wurde die ganze Choreographie von Yvonne Barthel für die junge Truppe neu geschaffen. Der Vorteil war, dass so ein auf die Fähigkeiten der jungen Talente massgeschneidertes Tanzkonzept entwickelt werden konnte. Besonders herausfordernd ist bei Cats, dass sich die Jugendlichen in die Bewegung von Katzen einleben und dies verinnerlichen müssen. Von der Körperspannung über die Pfötchenhaltung bis hin zum Blick muss alles während das ganzen Abends durchgehalten werden. Tänzerisch sind nur wenige Mitwirkende umfassend ausgebildet, umso erstaunlicher ist das bereits erreichte Niveau zwei Monate vor der Premiere.
Die meisten der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler besuchen an der Kantonsschule Schüpfheim das Programm «Gymnasium Plus» (KSSch/Gym+). Diese Klassen richten sich an talentierte Jugendliche in den Bereichen Sport, Musik, Kunst, Sprache oder Schauspiel. Im Talentbereich Musik bietet die KSSch/Gym+ regelmässig umfassende Projekte wie die genannten Musicals an. Dazwischen finden andere Projekte statt wie zum Beispiel «The armed Man – a Mass for Peace» von Karl Jenkins im Jahr 2013. Bei diesem Projekt stand erstmals das Gym+-Windensemble und ein Blasorchester in Originalbesetzung mit aktiven und ehemaligen Schülerinnen und Schüler im Einsatz.
Durch diese Projekte erhalten die jungen Menschen eine intensive Förderung ihrer musikalischen Talente in praktischer Arbeit. Dahinter steht seit 2012 der Verein MusicalPlus als Trägerschaft, der die ausserschulische Talentförderung strategisch unterstützt, die jeweiligen Projektleitungen einsetzt sowie die finanzielle Starthilfe der einzelnen Projekte sicherstellt. Im Vorstand engagieren sich Vertreter der Region und stehen der Schule beratend zur Seite.
 

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