Sonderausstellung zur Blasmusiktradition in der Musikinstrumentensammlung Willisau 
Tuten und blasen

Tuten und blasen

Adrian Steger , 02.02.2018

Musik ausstellen? Geht das? Natürlich soll Musik vor allem gespielt und gehört werden! Trotzdem zeigt die Musikinstrumentensammlung Willisau bis am 24. Juni die Ausstellung «Von Tuten und Blasen. Blasmusik – grosse Tradition mit Zukunft».

Hans U. Alder, Fotograf und Filmer aus Zürich, lange beim Schweizer Fernsehen tätig, zog nach seiner Pensionierung nach Schwarzenberg im Kanton Luzern. Er kannte die hiesige Blasmusiktradition wenig. Alder war fasziniert von der Motivation und dem Einsatz, den die Musikanten für ihren Verein leisten. Ebenso beeindruckte ihn die musikalische Qualität der dörflichen Brass Band seiner neuen Heimat. So entstand während eines Jahres eine fotografische und filmische Dokumentation der Brass Band MG Schwarzenberg. Diese Arbeit wurde zur Neuuniformierung 2016 präsentiert.
Die schönen, aussagekräftigen Fotos und kurze, nur eineinhalbminütigen Filme von neun Mitgliedern der Musikgesellschaft, sind es wert, in der Musikinstrumentensammlung Willisau präsentiert zu werden, da sie auch stellvertretend für viele weitere Formationen stehen.

Woher stammt die reiche Blasmusiktradition? Wie entwickelten sich die Ensembles? Diesen Fragen geht eine kleine ergänzende Ausstellung zu den Fotos und Filmen von Hans U. Alder nach. Die noch heute üblichen Uniformen zeigen die Richtung. Der Name «Feldmusik», den viele Vereine noch tragen, verweist ebenfalls auf die militärischen Wurzeln.
Schon im späten Mittelalter zeichneten sich die Schweizer als besonders begabte Militärmusiker aus. Trommler und Pfeifer aus unserem Land waren in ganz Europa beliebt. An den königlichen Höfen amteten zusätzlich Trompeter und Pauker. Der französische König Ludwig XIV, der «Roi Soleil», revolutionierte die Militärmusik. Aus den «Hautboisten-Ensembles» gingen später sogenannte Türkenmusiken oder «Bandes Turques» mit Becken, Triangel und Schellenbaum hervor. Da setzt die Geschichte unserer dörflichen Blasmusiken ein.

Die Ausstellung dokumentiert diese Entwicklung anhand von Objekten, aber auch mit Ton-, Film- und Bilddokumenten, die auf Tablets abrufbar sind.
Zu Instrumenten aus eigenen Beständen konnten attraktive Objekte aus der Trommelsammlung von Hans Ebersold in Sarnen, aus der neu eröffneten «Klingenden Sammlung» (Sammlung Karl Burri) in Bern und von der reitenden Artilleriemusik Solothurn ausgeliehen werden.

Die nächste öffentliche Führung findet statt am Sonntag, 25. Februar, 14.15 Uhr.
 

Musikinstrumentensammlung Willisau
Am Viehmarkt 1
6130 Willisau
Telefon 041 971 05 15

info@musikinstrumentensammlung.ch

www.musikinstrumentensammlung.ch
 


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