Die gedruckte Ausgabe soll nicht verschwinden 
Stimmen für die SMZ!

Stimmen für die SMZ!

SMZ, 01.10.2014

Die Beiträge zur Krise bei der Schweizer Musikzeitung in der Oktober-Nummer haben viele Leserinnen und Leser zu Stellungnahmen animiert. Wir veröffentlichen hier die Briefe und Nachrichten in chronologischer Reihenfolge.

 

Die Briefe in französischer Sprache finden Sie hier.

 

28. November

Die Delegierten des Vereins Schweizer Musikzeitung übergeben die Herausgabe der Schweizer Musikzeitung per 1. Januar 2015 an die NZZ Fachmedien AG. Weitere Details dazu finden Sie hier.

 


Als Hobby-Cellist und neu Pensionierter vertrete ich sicher nicht die Mehrzahl der Leserschaft.
Ich erhalte die SMZ wohl als Mitglied der SMG.
Sie hat mein Verständnis für die Abläufe und die Zusammenhänge des Kulturbetriebs verbessert. Ich glaube, wenn diese Informationen nicht mehr in Papierform gestreut werden, geht den Kulturschaffenden sehr viel verloren. Gerade in meiner Generation gibt es viele, die zwar mit der Informatik umgehen können, manchmal nur minimal, die aber nie auf die Idee kommen würden, sich diese Informationen im Netz zu suchen. Alle diese Sympathisanten und ihre Ausstrahlung auf jüngere Generationen würden Euch nach und nach verloren gehen. Das Resultat wäre abnehmendes Interesse an der Musik und an den Problemen und Möglichkeiten, abnehmende Kenntnis von Veranstaltungen und damit weniger Besucher, bis nur noch ein Kern übrig bleibt, der den ganzen Betrieb nicht allein tragen kann und immer elitärer wird. - Dann ist es fast zu spät.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Abonnenten nicht bereit sind, für diese Zeitschrift in ihrer gegenwärtigen Form etwas mehr zu bezahlen.
Ueli Heiniger, St.Gallen
 

27. November

Als seit 30 Jahren im Ausland lebender Schweizer Komponist möchte ich doch hoffen, dass die verschiedenen Musikverbände sich aufraffen werden, die einzige Fachzeitschrift im Land entsprechend finanziell zu unterstützen, um ihr eine vernünftige Basis zu garantieren. Für uns im Ausland lebende Musiker ist Ihre geschätzte Zeitung oft der einzig informative Kontakt mit der Schweizer Musikszene.
Thomas Fortmann, Arcidosso (I)
 

28. Oktober

Redaktion. Nach einer Sitzung des Vorstandes mit einigen Präsidentinnen und Präsidenten der Mitgliederverbände konkretisieren sich die Pläne, damit die Schweizer Musikzeitung auch weiterhin gedruckt erscheinen kann. Noch hängt aber einiges in der Luft. Die ausserordentliche Delegiertenversammlung wird am 28.11. abschliessend entscheiden.

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27. Oktober

Die SMZ ist gerade in Druckform ein für Musiker zentrales Informationsorgan, das sich mit der Dissonance bestens ergänzt.
Ein Zurückfahren der SMZ auf ein ausschliessliches Online-Format wird Musiker-Interessen nicht gerecht und grenzt die Menge der Menschen, die durch die SMZ erreicht werden, auf höchst unglückliche Weise ein, denn die Druckversion liegt in Musikschulen und -Hochschulen aus und lädt zum Blättern ein. Für die Online-Version müsste man bewusst auf die Seite gehen, und das werden viele, die einfach mal so in die Zeitung hineinlesen, nicht tun. Damit schränkt sich die Verbreitung der SMZ-Inhalte auf drastische Weise ein und wird so auch für Anzeigenkunden uninteressanter.
Darum plädiere ich für eine Weiterführung der Printversion.
Burkhard Kinzler, Professor an der ZHdK


Ich fände es sehr schade, wenn die Schweizer Musikzeitung von der Bildfläche verschwinden würde!
Warum sollte die Musikzeitung nicht etwas kosten?
Das wäre mir lieber als eine online-Ausgabe, die ich wahrscheinliche nicht lesen würde.
Aline Du Pasquier, Basel
 

22. Oktober

Web ist vielleicht die halbe Stimme
Social media. Das papierlose Büro. Intranet. Blog. Aber kennen Sie auch Spam? Oder Shitstorm? Das papierlose Büro ist unmöglich. 90 Prozent der E-Mails sind ärgerliche Spam. Ein zunehmender Anteil im Netz ist Shitstorm, Eskalation, Entrüstung. Wir hangen an der elektronischen Nadel, und die tägliche Dosis Computer ruft vielerorts bereits nach Alternativen.
Wenn Sie in der Suchmaschine «Schweizer Musikzeitung» tippen, bekommen sie ungefähr 27‘600 Ergebnisse. Geben Sie «Musikverlag» ein, sind es ungefähr 406‘000. Das heisst für mich: Im Web verlieren echte Informationen zunehmend an Wert. Wahrscheinlich werden wir durch die Digitalisierung in Zukunft ahnungsloser sein als heute. Vielleicht kehren wir in 20, 30 Jahren zu dem Stadium zurück, das bis zum Aufstieg der Zeitungen im 17. Jahrhundert herrschte: dem der öffentlichen Ahnungslosigkeit. Wollen wir das? Wollen das die Schweizer Musikverbände wirklich? Die Musikerinnen und Musiker? Die Verlegerinnen und Verleger? Die Forscherinnen und Forscher? Die Musikschulen?
Es braucht im modernen Diesseits beides: Online und Print – je mit der Nutzung der eigenen Stärke. Eine reine Web-Lösung führt ins virtuelle Jenseits.
Erich Herger, Altdorf, Redaktor des Mülirad-Verlags, Lehrbeauftragter der Universität Fribourg, Departement für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung
 

Über die beiden Musikpublizistinnen Sibylle Ehrismann und Dr. Verena Naegele bin ich vor etwa fünf Jahren auf die SMZ aufmerksam gemacht worden. Seither lese ich jede Ausgabe immer wieder mit neugierigem Interesse, grosser Hochachtung vor dem Niveau der Hintergrundartikel und höchster Bewunderung – um nicht zu sagen Neid – für die Vielfältigkeit im Engagement für das Musikleben in der Schweiz. Chapeau!
Vor allem auf langen Zugreisen ist mir die Printausgabe stets informative Begleiterin. In vielen Archiven und Bibliotheken im In-und Ausland begegnet sie mir wie fast ein Stück Heimat. Und ausgerechnet das will man im Handstreich aufgeben? Auf welchem Niveau wird hier gejammert und warum? Alle Zahlen sprechen das Gegenteil, jeder renommierte Verlag würde Sie darum beneiden!
Die Printausgabe aufzugeben wäre wie das Fundament eines Hauses einzureissen oder nur noch Musik aus der Konserve zu hören. Natürlich geht im Mediensektor nichts mehr ohne «online», die Geschäftsfelder müssen ausgeweitet werden und orientieren sich zuweilen in sehr unterschiedliche Richtungen, aber dahinter stehen weiter die haptischen Produkte, die Printausgaben als «Brands» sind strategisch überlebensnotwendig. Denken Sie nur an die deutsche Wochenzeitung DIE ZEIT, die in andere Sparten expandiert und von Kulturreisen bis Akademie, von Kunst bis Schülercampus ein diversifiziertes Angebot hat. Auch in der Schweiz fanden regelmässige Veranstaltungen statt, so im Theater Basel bei der «RedeZEIT» mit honorablen Gästen wie Micheline Calmy-Rey, Josef Ackermann oder Carla del Ponte. ABER: ohne das Brand DIE ZEIT dahinter, hätten solche Angebote nicht die geringste Chance auf dem Markt. Die SMZ sollte daher diese Basis, ihre Geschichte, ihre Marke nicht leichtfertig aufgeben.
Auch ist die Rezeption in online-Ausgaben komplett anders als die in Printmedien, das weiss man längst und man hat die Inhalte ja auch daran angepasst: für schnelle Information mag das gut sein, aber fundierte Hintergrundartikel werden online kaum vertieft wahrgenommen oder zu Ende gelesen, darum wohl auch überhaupt kaum online publiziert. Gerade darüber sollte man sich mehr Sorgen machen, dass nämlich mit der Printausgabe auch wertvolle Inhalte verloren gehen. Von den Arbeitsplätzen, die daran hängen, ganz zu schweigen …
Dr. Gudrun Föttinger, stellvertretende Direktorin des Richard Wagner Museums in Bayreuth (D)
 

21. Oktober

Die Schweizer Musikzeitung ist für mich als Musikpublizistin die zentrale Informationsquelle über das Schweizer Musikleben. Sie ist gut redigiert, übersichtlich, und bringt interessante Themen. Eine Online-Ausgabe braucht es heutzutage neben dem Printmittel, das ist klar. Wer jedoch ganz ins Netz abtaucht, verliert sich im Dschungel der Informationen. Ich bin öfter im Ausland für Recherchen, in grossen Musikarchiven und Bibliotheken. Dort sehe ich immer auch die Schweizer Musikzeitung aufliegen, sie ist unübersehbar präsent und mit ihr die Schweizer Musikszene. Es ist schwer zu verstehen, wie die grossen Schweizer Musikverbände, die sich zu dieser informativen gemeinsamen Zeitung durchgerungen haben, den Repräsentationswert dieses Printmittels derart unterschätzen.
Sibylle Ehrismann, Rombach
 

Hiermit melde ich mich in der Hoffnung, dass man eine Lösung finden kann, um die Schweizer Musikzeitung weiter erhalten zu können. Das Kulturerbe eines Landes ist unendlich schwer ins Leben zu rufen, jedoch augenblicklich zu löschen. Mit vielen Grüssen und Bewunderung für die Qualität dieser Musikzeitung.
Violeta Dinescu, Universität Oldenburg, Fakultät III, Institut für Musik
 

Ich bin sehr betrübt, dass es um die SMZ so schlecht steht. Dass die Verbände sich bislang nicht zusammenraufen konnten, um die gemeinsame Plattform, die sie in der SMZ haben, zu retten, ist ja - gelinde formuliert - sehr traurig und an sich verwerflich; zumal die Musikerklientel ja doch besonders sensibel sein müsste, als sie im Kulturbetrieb ohne Subventionen selbst kaum überlebensfähig ist. Und die paar Franken, welche die SMZ kostet, wären ja nicht der Rede wert. Aber ich gehe jede Wette ein, dass die Verbände jammern werden, wenn sie das (zu spät) erkennen und eine neue Plattform aufbauen müssen, wo sich die Musikbranche finden kann.
Christoph Greuter, Solothurn
 

20. Oktober

Ich bin Musikgrundkurslehrerin in Reinach BL und habe die Musikzeitung als einzige Zeitung (manchmal die BAZ), in meinem Briefkasten. Ich bin schockiert, dass in der heutigen Zeit einmal mehr etwas Wertvolles kaputt gehen muss.
Online würde ich die Zeitung wohl kaum jeden Monat lesen, erst dann wenn ich keine andere Möglichkeit mehr habe. Aber so gut wie ich mich selber kenne, wäre dies nicht einmal pro Monat.
Eure wertvollen Beiträge, Inserate, Kulturtipps pur, wo soll ich in einem Blatt sowas finden?
Ich hoffe ganz fest, Sie finden eine Lösung, dass die Zeitung weiterhin den Weg in meinen Briefkasten findet!!!!
6% ist doch machbar?
Ein Kaffee kostet vielleicht auf dem Lande noch 3.80 - in der Stadt bekommt man einen Kaffee zu 4 bis 5 Franken, nicht günstiger!!
Maria Rusterholz, Basel
 

Ich fände es sehr bedauerlich, wenn die SMZ in Papierform eingestellt würde, wegen eines doch vergleichsweise kleinen Defizits. Die ganze Familie liest die Artikel immer mit grossem Interesse. Wir können uns kaum vorstellen, die Zeitung online zu lesen. Die Schweiz braucht eine Musikzeitung und ich finde, man könnte das Angebot an redaktionellen Artikeln eher noch ausbauen!
Thilo Muster, Basel
 

das wär ja extrem schade, wenn es der musikzeitung an den kragen ginge, vor allem weil das defizit ja nicht uferlos zu sein scheint (6%?)
Dorothee Labusch, Winterthur

17. Oktober

Das sind natürlich schlechte Nachrichten – wenn auch leider nicht ganz überraschende. Dass die fast zwanzigmal zahlreicheren Verbandsabos gemäss der Grafik auf Seite 5 der letzten SMZ-Ausgabe nicht einmal die Hälfte der «normalen» Abos einbringen, ist angesichts der rückläufigen Inserateeinnahmen schwer zu verstehen. Früher hiess es, die an der Musikzeitung beteiligten Verbände generieren die Inserate. Funktioniert dies heute nicht mehr in gleichem Masse, müssen demzufolge die Verbände die fehlenden Mittel anderweitig bereitstellen.
Was aus der Grafik nicht hervorgeht, ist der Website-Anteil an Kosten und Einnahmen. Meine Vermutung: Die Website bringt viel weniger ein als bei der Neustrukturierung geplant. Wenn das so sein sollte, ergäbe es auch keinen Sinn, die Zeitung einzustellen und sich aufs Internet zu konzentrieren. Vielmehr müsste dann überlegt werden, ob die Kosten für die Homepage (die ich aber eigentlich gut finde!) nicht radikal zurückgefahren werden sollten.
Werner Joos, Schaffhausen
 

15. Oktober

Mit grosser Betroffenheit höre ich von den Plänen, die Druckausgabe der Schweizer Musikzeitung einzustellen und durch eine Online-Ausgabe zu ersetzen. Ich bin langjähriger Leser Ihrer Zeitschrift und würde dies aus mehreren Gründen sehr bedauern:
1.) Die Zeitung informiert sehr vielfältig über das Schweizer pädagogische Musikleben und ist für mich daher ein wichtiger Schlüssel zum Musikleben der Schweiz und für die pädagogischen Trends Ihres Landes, für die Schweizer Stimme im «Konzert» der internationalen Musikpädagogik.
2.) Die pädagogischen Beiträge, die Berichte aus den Regionen und die Rezensionen sind für Verlage sehr interessant und wichtig.
3.) Es gibt genügend Erkenntnisse in der Industrie und (Musik-) Wirtschaft darüber, dass man die Kunden immer noch sehr gut über eine Druckausgabe erreicht. Man sollte Druck und Online-Information niemals gegeneinander ausspielen – beides ergänzt sich. Es ist keine Frage eines Pro oder Kontra. Bei der immer grösser werdenden Flut der Newsletter, Werbemailings besteht jedenfalls im Internet die Gefahr, dass die Inhalte in der Informationsflut untergehen und weniger wahrgenommen werden als bisher. Das würde ich den Schweizer Musikpädagogen und ihrer Zeitschrift jedenfalls nicht wünschen.
Jeder hat ganz selbstverständlich Verständnis dafür, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Kosten und Erlöse geprüft und in ein gesundes Verhältnis gebracht werden müssen. Das ist unbestritten. Dazu gibt es aber sicher noch andere Möglichkeiten, als die Aufgabe einer so wichtigen Zeitschrift? Kreative und konstruktive Lösungen sollten gesucht werden!
Wir sehen überall, dass Länder, Städte und Kommunen an der Kultur sparen. Allzu oft leider zuerst an der Musik. Wenn aber ein Musikverband selbst zu einer solchen Massnahme greift, ist dies doppelt bedenklich: Braucht nicht gerade ein pädagogischer Verband ein Sprachrohr und ein Medium für die interne Kommunikation?
Dr. Rainer Mohrs, Cheflektor Schott Music, Mainz (D)

 

Die Nachricht über das bevorstehende »Aus« der SMZ traf wie ein Paukenschlag – zumal die breite Aufstellung der im verantwortlichen Trägerverein versammelten institutionellen Verbände die Musik-Landschaft eines ganzen Landes abbildet. Ich fragte mich: Wie kann so eine Zeitschrift in Schieflage kommen? Die Antwort kam mit der Oktober-Ausgabe und der Offenlegung der Finanzen. Und es zeigte sich: Die Zahlen sind eigentlich phänomenal: Dass die SMZ knapp 80% ihres Etats aus Inseraten finanziert, ist großartig – jede andere Zeitschrift wird sie darum beneiden. Der Grund für diese einmalige Quote ist wohl in der relativ hohen Auflage und der großen, auch über die Ländergrenze gehenden Reichweite der SMZ zu suchen. Wenn ich dann aber lese, dass offenbar die im Trägerverein versammelten Verbände gerade einmal 1,50 (!) Franken für jedes Jahres-Abo zahlen, sich aber eben diese Verbände über ein finanzielles Defizit wundern, dann verschlägt es einem schlichtweg die Sprache. Denn diese 1,50 stehten weit unter den tatsächlichen Herstellungskosten, und es ist eine Summe, die man jederzeit willig in eine Parkuhr einwerfen wird. Es bedarf keiner großen Rechenkünste um zu stehen, dass hier schlichtweg etwas in der Struktur nicht stimmt.
Wenn jetzt aber die Verbände die SMZ einfach abschaffen, berauben sie sich in einer für Kultur im weitesten Sinne schwierigen Zeit ihres größten Sprachrohrs. Statt gemeinsam und mit einer lauten Stimme zu sprechen, soll offenbar fortan jeder für sich kämpfen. Dass man damit anderen Interessengruppen freizügig in die Hände spielt, scheint nicht bemerkt zu werden. Bei einem munteren »Jeder gegen Jeden« werden alle verlieren. Wäre es nicht so traurig, könnte man auch von einem suizidalen Verhalten sprechen. Und wer meint, im Internet läge die alleinige Zukunft, der täuscht sich gewaltig und erliegt einem noch immer allzu munter propagierten Irrglauben. Im Internet nämlich sucht man konkrekt nach Informationen – und Werbeeinnahmen werden von den Klickzahlen bestimmt. Eine so abwechslungsreiche Zeitung wie die SMZ aber lädt geradezu dazu ein, sie mehrfach in die Hand zu nehmen und sich auch einmal abseitig zu informieren. Eine Zeitung liegt nämlich auf dem Tisch und drängt sich auf…
Was aber noch verspielt wird, das ist die aus europäischer Sicht einmalige Konzeption der SMZ: Hier sind nicht nur unterschiedliche Verbände unter einem Dach, sondern es stehen auch unterschiedliche Sprachen gleichberechtigt nebeneinander. Stärker kann man sich in der Schweiz beim Thema »Musik« kaum Gehör verschaffen.
Richtiges Handeln ist also jetzt dringend geboten. Wird die SMZ im Januar 2015 nicht im Druck erscheinen, wird sie es auch in Zukunft nicht mehr tun. Ein Abwandern ins Internet verzögert nur den Sterbeprozess. Und: Wer soll das denn alles kurzfristig und für weniger Geld auf die Beine stellen, wo der Redaktion bereits gekündigt ist? Dass die Verbände wegen ein paar Rappen so leichtfertig und so radikal ihr wirkungsvollstes Aushängeschild verspielen, ist schlichtweg erschütternd und zeigt (so ist es auch dem jüngsten Editorial zu entnehmen), dass die wirklichen Konsequenzen von den Entscheidungsträgern, offenbar getreiben von der eigenen Verunsicherung, nicht bedacht wurden.
Dr. Michael Kube, wissenschaflticher Mitarbeiter bei der Neuen Schubert-Ausgabe und Dozent an der Musikhochschule Stuttgart, Angelbachtal (D)

 

Wir schätzen die Notenrezensionen der Schweizer Musikzeitung sehr. Sie sind sachkundig, kritisch und unabhängig. Es gibt nicht viele Zeitungen, die ihren Lesern diesen unverzichtbaren Service auf diesem Niveau bieten. Danke dafür und weiter so!
Olav Roßbach, G. Henle Verlag, München (D)

 

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern und wir sind entsetzt: Die Musikzeitung will ihre Druckausgabe einstellen? Dieses Schreckensszenario wird hoffentlich noch abgewendet. Im Onlinebereich sind bislang alle Print-Zeitschriften gescheitert und der Musikzeitung wird es vermutlich nicht anders gehen.
Wir möchten unsere unbedingte Unterstützung für Rettungspläne jeglicher Art für die gedruckte Ausgabe zum Ausdruck bringen.
Sabine Kemna, Pan Verlag GmbH, Basel/Kassel
 

14. Oktober

Die Hiobsbotschaft hat mich aufgeschreckt. Ich profitierte schon als Student viel bei der Lektüre der Musikpädagogischen Blätter in den 60er-Jahren, schreibe Artikel und Rezensionen seit den 70er-Jahren und fand es wunderbar, als die Zeitung sich öffnete vom SMPV auf alle Musikverbände und z.B. jeder/jede Laienorchesterspieler/in das Blatt selbstverständlich 11-mal jährlich im Briefkasten fand. Ich habe mit positivem Erstaunen festgestellt, dass jetzt sogar die schweizerische Chorvereinigung, die noch jahrelang an ihrer eigenen Publikation festgehalten hatte, dazugestossen ist. Auch wenn das Blatt nicht von allen gleich intensiv beachtet wird, diejenigen, die sich in mindestens zwei Beiträge vertiefen, profitieren davon. Wenn es nur noch im Internet erschiene, würde es nicht mehr auf dem Nachttisch, Salontisch, im stillen Örtchen liegen und in die Hände genommen werden!!
Es würde genügen, einen oder zwei musikliebende Millionäre für eine Stiftung, die für sie ein Klacks wäre, zu gewinnen, und die SMZ könnte weiterleben.
Ich kenne leider keine Millionäre, aber vielleicht ist das ein hilfreicher Denkanstoss.
Walter Amadeus Ammann, Musikpädagoge SMPV, Bern

 

Klar ist, dass ich meine SMV-Beiträge künftig direkt an die SMZ schicken werde, wenn der Verband die Papier-SMZ nicht erheblich besser unterstützt.
Michael Murray-Robertson, Lussery-Villars
 

13. Oktober

Wir sehen in der Schweizer Musikzeitung das bedeutende Sprachrohr für alle Musiknachrichten der Schweiz vergleichbar mit der Neuen Musikzeitung in Deutschland. Es ist für uns die Informationsquelle für Neues aus der Schweiz und umgekehrt der bedeutendste Platz, um unsere Breitkopf-Ausgaben und Breitkopf-Novitäten in der Schweiz bekannt zu machen. Von der hohen journalistischen Qualität, gerade auch der Noten- und Buchrezensionen, die sogar wieder stärker betont werden sollten, sind wir begeistert. Dies alles gilt es um jeden Preis zu erhalten, um Meinungsvielfalt zu gewähren und die Musik als Kulturgut zu schützen.
Melisande Bernsee und Dr. Frank Reinisch, Breitkopf & Härtel KG, Wiesbaden (D)
 

12. Oktober

Mit einem traurigen Auge hören wir von den Schwierigkeiten der «Schweizer Musikzeitung».
Lassen Sie mich in diesem Mail mein Bedauern ausdrücken. Wir alles wissen über die Schwierigkeiten von gedruckten Ausgaben. Aber ich bin sicher, dass Sie einen Weg finden, der das traditionsreiche Blatt in die Zukunft führt.
Gerhard Halbig, Musikverlag Holzschuh, Manching (D)

 

Mit grossem Bestürzen habe ich die Nachricht gelesen, dass Ende Jahr das physische Dasein der SMZ beendet sein soll und sie, falls überhaupt, nur noch virtuell anwesend sein wird. Ich bin aus allen Wolken gefallen. Und etwas verärgert, denn, hätte man nicht uns LeserInnen, die wir ja diese SMZ wollen, viel früher informieren sollen, wie es um die SMZ steht? dann hätten wir uns entscheiden können, ob es uns wert gewesen wäre, diese 3 Franken pro Ausgabe auszugeben. So wurden wir einfach vor vollendete Tatsachen gestellt und wir konnten nichts mehr tun. Ich hätte diese 3 oder auch mehr Franken ohne einen Moment des Zögerns ausgegeben, denn für mich ist die SMZ ein wichtiger Teil meines Berufs, wo ich mich informieren und mich auch in mir nicht so naheliegende Themen einlesen konnte. Ich genoss es immer, während meiner langen Zugfahrten ihre Zeitung zu lesen und mir die Zeit damit zu verkürzen. Ich finde sie wirklich sehr gut, informativ, unterhaltend, anregend. Vielen meiner KollegInnen geht es ebenso. Nach dem Studium ihrer Zeitung war man oder frau wieder völlig up to date. Und es ist einfach nicht das gleiche, abends nach einem arbeitsreichen Tag völlig k.o. noch in den Computer hineinglotzen zu müssen und sich durch so viele und vielgestaltige Infos hindurchkämpfen zu müssen. Ganz zu schweigen von denjenigen unter uns, die noch nicht so versiert in dieser neuen virtuellen Welt sind.
Ich habe gehört, dass es nun doch vielleicht eine Möglichkeit gibt, die SMZ in physischer Form weiterzuführen. Darüber wäre ich sehr glücklich und kann diese Bestrebungen nur gutheissen. Und sonst fragen sie doch uns LeserInnen an. Vielleicht sind noch andere bereit, für ein Abonnement etwas zu bezahlen. Qualität hat eben ihren Preis!
Annette Dannecker, Zollikon
 

10. Oktober

Gerade haben wir die überraschende schlechte Nachricht erhalten, dass die Schweizer Musikzeitung eingestellt oder auf ein online-Format reduziert werden soll. Ich schreibe als Mitarbeiterin des Musikverlags Doblinger Wien. Wir lesen nicht nur regelmässig die Musikzeitung, um für uns interessante Informationen zum Schweizer Musikleben zu bekommen, sondern schicken auch unsere Noten-Neuerscheinungen zur Rezension. Es ist für uns die einzige Werbemöglichkeit in der Schweiz, und wir freuen uns, dass immer wieder Besprechungen unserer Ausgaben erscheinen.
Es wäre daher ein grosser Verlust, wenn diese einzige Musik-Fachzeitschrift Ihres Landes von der Bildfläche verschwinden würde. Mit Online-Lösungen haben wir bisher nur schlechte Erfahrungen gemacht – einige Zeitschriften, die auf Online umgestellt wurden, sind kurz darauf ganz eingestellt worden, andere führen ein Schattendasein und sind daher auch als Werbemedium nicht mehr von Bedeutung.
Katharina Knessl, Musikverlag Doblinger, Wien (A)

 

mit bedauern habe ich gelesen, dass unsere musikerzeitung vor dem aus steht. bestürzt bin ich allerdings über die vorstände in den verschiedenen verbänden. diese haben es offenbar nicht fertig gebracht, die finanzielle situation des blattes zu konsolidieren. als ehemaliges zentralvorstandsmitglied des smv habe ich leider auch miterleben müssen, wie unser eigenes musikerblatt eingegangen ist. ich dachte damals, dass es ja mit der musikerzeitung doch irgendwie weitergehen wird. und jetzt das!!
ich erachte es als überaus wichtig, eine eigene zeitung zu haben, zumal ich nicht zu jenen idioten gehöre, die den ganzen tag ihr handy streicheln um über das aktuelle geschehen informiert zu sein. es müsste doch möglich sein von den mitgliedern der verbände und von den verbänden selber für die erhaltung der musikerzeitung einen kostendeckenden betrag zu erhalten – wie gezeigt, wert einer tasse kaffee.
ich bin gerne bereit einen fünliber zu zahlen, um das blatt erhalten zu können. eine online-version lehne ich ab.
h.-p.schiltknecht, ammerzwil

 

Die Schweizer Musikszene ohne Schweizer Musikzeitung, das können wir uns nicht vorstellen! Wir schätzen die kompetente Arbeit der Redaktion und die Vielfalt der Themen, die sich in der SMZ finden.
Hier, im Bärenreiter-Verlag in Deutschland, beziehen wir einen grossen Teil unserer Informationen über das Musikleben in Basel, Bern, Zürich, Genf und den anderen Zentren und Regionen der Schweiz aus dieser Zeitschrift. Darauf können und möchten wir nicht verzichten.
Kerstin Lehmann, i.A. Pressestelle und Geschäftsleitung des Bärenreiter-Verlages, Kassel (D)


Gedanken zur Zukunft der Schweizer Musikzeitung
Für mich als ausübenden Musiker ist die SMZ bereits seit meinen Studienzeiten zu einer unentbehrlichen Fachzeitschrift geworden, und der Gedanke an eine Einstellung der Publikation beunruhigt mich. Wieso?
- Ist es denkbar, dass grad in einem sprachlich und kulturell so vielfältigen, in gewisser Beziehung auch disparaten Land wie der Schweiz kein nationales Publikationsorgan mehr existiert, das einen Überblick über die Stellensituation, aber auch das Konzertleben, die Musikpädagogik, über musikalische Forschung und «gewerkschaftliches» Handeln in allen Landesteilen gibt?
- Wäre es nicht gerade in einem solchen Kontext wichtig, dass – in einer Zeit, die mehr und mehr auf Mobilität und Flexibilität setzt – mit einer Publikation wie der SMZ die Möglichkeit entsteht, über Sprachgrenzen hinweg Ausschau halten zu können nach interessanten Angeboten, Stellen, Projekten?
- Ist es denkbar, dass in Zukunft keine Möglichkeit mehr existiert, in einer einzigen Publikation Einblick zu erhalten in die Aktivitäten der verschiedenen Musikhochschulen und musikwissenschaftlichen Institute an allen Universitäten unseres Landes?
- Gäbe es überhaupt eine Alternative, um mit einer einzigen Publikation ein so grosses Feld von BerufskollegInnen erreichen zu können bei der Ausschreibung von Kursen, für Stelleninserate, Projekt-Arbeit?
- Werden nicht für Musiker die Möglichkeiten der Vernetzung mit anderen Musikern, ihrem Schaffen und Forschen, je länger je wichtiger? Ist es nicht gerade dafür essentiell, ein möglichst offenes Publikationsorgan zu haben, das mit thematisch wechselnden Schwerpunkten verschiedene Aspekte beleuchten kann und dazu einlädt, bei Interesse für ein Gebiet zu eigenen Recherchen aufzubrechen? Spezifische Publikationen (Kirchenmusik, Chorleitung, Neue Musik ...) gibt es etliche, «offene» dagegen praktisch keine.
- Oder ganz allgemein: Ist es in einer Zeit, deren Credo der Transdisziplinarität, dem spartenübergreifenden Handeln, dem Einblick in andere Stilrichtungen, ja dem Cross-over gilt, sinnvoll, auf eine wichtige Informationsmöglichkeit bewusst zu verzichten?
- Brauchen wir Musiker nicht eine zentrale Plattform für die Ausschreibung interessanter Stellen, um wirklich situationsgerecht – auch im Quervergleich – nach für uns passenden Angeboten suchen zu können? Oder sind wir künftig darauf angewiesen, in den Tiefen des Internets auf unser Glück zu hoffen bei der Suche nach – hoffentlich deutlich als solche gekennzeichneten – Stelleninseraten auf den Homepages aller möglicher Institutionen?
- Braucht es – gerade im Bereich von Kirchenmusiker-Stellen – nicht neben den konfessionell gebundenen Zeitschriften auch eine «neutrale» Publikation, die all jene Angebote zusammenfasst, welche sonst in mindestens drei verschiedenen Fachzeitschriften gesucht werden müssen?
- Braucht es nicht auch eine zentrale Übersicht über Kurse und Weiterbildungen, die sich so auch vergleichen lassen, umso mehr, als diese heute in fast inflationärer Weise angeboten werden und man sich bei punktuellen Recherchen im Internet etc. fast verliert?
Tobias Willi, Organist und Professor an der ZHdK, Zürich
 

7. Oktober

Was ich in der neusten Ausgabe der SMZ über die finanziell bedingten düsteren Zukunftsaussichten lese, ist beunruhigend. Was geschieht aber, wenn die Printausgabe verschwindet, mit den Abonnenten? Sind diese Inhalte dann einfach als PDF mit Abo-Nr. und Name (wie das ja jetzt auch schon möglich ist) abrufbar? In dem Fall käme für mich eine Abo-Verlängerung sicher nicht mehr in Frage. Und ich denke, ich wäre diesbezüglich nicht der Einzige. Die von Lucas Bennett angetönte Abwärtspirale wäre unausweichlich.
Ich bin einigermassen erstaunt, dass die SMZ offenbar nur wenig mehr als 1000 reguläre Abonnenten hat. Noch mehr erstaunen mich aber die Angaben zu den Verbandsabonnementen. Ich nehme nicht an, dass es 20'000 Verbände gibt, sondern dass die einzelnen Verbände jeweils gleich mehrere Abonnemente (für ihre Mitglieder) haben. Aber ist die hohe Anzahl Verbandsabonnemente auch gerechtfertigt und nötig (werden diese Ausgaben auch wirklich alle gelesen?), angesichts der Tatsache, dass jede SMZ einen Ausgabenüberschuss von 22 Rappen generiert? (Merke: Das Defizit pro Ausgabe ist grösser als der Betrag, den die Verbände für ein Einzelexemplar bezahlen!). Anders gesagt: Selbst bei einer Verdreifachung des Preises pro Einzelausgabe für die Verbände, würde die Ausgabe nur lächerliche 45 Rappen kosten (bzw. das Abo Fr 4,50). Gesamthaft ergäbe es aber wieder schwarze Zahlen. Und wenn die Verbände das nicht mehr selbst tragen können/wollen, so wären viele Verbandsmitglieder sicher nicht abgeneigt, sich zu beteiligen. Ich bin überzeugt, dass da doch einige Möglichkeiten und Lösungsansätze noch nicht durchgespielt wurden.
Ewald Lucas, Herzogenbuchsee

 

Ich wäre bereit, meine smz zu bezahlen. 11 x 3.80 = 41.80 / Jahr
Roland Recher, Regionale Musikschule Liestal

 

Eine kleine, feine Kulturinsel ist bedroht!
Der mandelbaum verlag als renommierter österreichischer Sachbuchverlag tritt dafür ein, dass die Schweizer Musikzeitung erhalten bleibt! Denn Partner im Geist will man nicht verlieren!
Kathrin Konrad, mandelbaum verlag, Wien (A)

 

6. Oktober

Mit einigem Erstaunen, aber vor allem Schrecken habe ich vernehmen müssen, dass die SMZ vor dem Ende steht. Diese Zeitung war sowohl inhaltlich als auch als Informationsorgan über den aktuellen Markt (Stellenausschreibungen, Kurse, Konzerte etc.) die einzige ernstzunehmende Fachzeitung in der Schweiz. Ich erachte dieses Ende als ein Debakel und frage mich, wie so etwas in einem Land mit einer solchen Dichte an qualitativ hochwertigen Musikschulen und deren Lehrkörper möglich ist!
Auf jeden Fall wird die Zeitung enorm fehlen und die Qualität unserer Arbeit wird darunter leiden.
Michael Büttler, (Posaunist, Lehrer für AlexanderTechnik an der Musik-Akademie Basel und Lehrer für Fachdidaktik an der FHNW - Hochschule für Musik Basel), Basel

 

In einer Krise geht es oft um die Chance, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, und Verantwortung zu übernehmen. In diesem Sinne würde ich als Leser eine für unsere Berufswelt wichtige Drucksache gerne mit einem Abonnementbeitrag unterstützen.
Eine sang- und klanglose Streichung der französisch-deutschen Wortmeldungen wäre ein Verlust in einer Partitur, die all unsere Stimmen benötigt!
Martin Neher, Basel

 

Gerade erreicht mich die Nachricht mit der Information, die Schweizer Musikzeitung sei pleite. Das finde ich sehr schade. Das Blatt begleitet mich nun schon seit meinem Studium in der Schweiz ab 1998.
Ich war und bin umfassend informiert (auch wenn ich in letzter Zeit mit meinem schlechten Französisch an Grenzen gestossen bin). Gerade die Anzeigen, wo es in der Schweiz freie Stellen gibt, fand ich sehr hilfreich und wichtig.
Nun komme ich aus Deutschland und weiss nicht, ob meine Stimme zählt, aber ich fände es schade, gäbe es keine Möglichkeiten der Weiterfinanzierung.
Ruth Bilkenroth, Weil am Rhein (D)

 

Wenn damit die SMZ gerettet werden kann, begrüsse ich die Internetausgabe. Ich lese andere Wochenzeitungen auch nur noch im Internet, um Papier zu sparen und es nicht mehr entsorgen zu müssen.
Eduard Jenny, Baden

 

Ich denke, ein Wechsel zu einer attraktiven e-paper-Ausgabe der SMZ würde nicht nur Nachteile mit sich bringen. Ich persönlich würde den Schritt begrüssen. Vermutlich würde ich die SMZ eingehender studieren, da ein ipad mein ständiger Begleiter ist. Inserate über e-commerce dürfte auch Zukunft haben. aber wer weiss… – andererseits würde ich die gedruckte Ausgabe wohl auch vermissen, aber kaum länger als ein paar Monate.
Andreas Meier-Oulevey, Musiker, Thörishaus/Köniz

 

Zum Artikel «Die SMZ nur noch im Internet?» möchte ich Folgendes anmerken:
1) eine greifbare, aus Materie bestehende Sache, wie es die Zeitung ist, gegen eine virtuelle auszutauschen, ist eine ebenso zeitgemässe Veränderung wie sie gleichzeitig eine sehr riskante Massnahme mit entsprechend notwendiger Bereitschaft zur Umstellung nicht nur für «zeitungsgewohnte» ältere Konsumenten, sondern für alle wäre. Zusätzlich dazu die Frage: Gilt Verzicht auf PC- und Internet-Kenntnis heute als Mangel an Bildung oder sogar Kultur? –
2) Meines Wissens erhalten Ruheständler bei gleichzeitiger Mitgliedschaft SMPV das zur Diskussion stehende – m.E. in dieser Form sehr gute und deshalb unverzichtbare(!) – Presseerzeugnis als Geschenk zugesandt. Frage: Gibt es den CH-Musiker, der sich ein Leben im reichsten Land der Welt leistet, aber auch im Ruhestand nicht bereit ist, auf ein Café crème pro Monat u.U. zu verzichten zugunsten der Mitfinanzierung unserer SMZ? (Ich persönlich kenne keinen solchen.)
3) Als demnächst 90-Jähriger mit anständiger Schulbildung bin ich beim Schreiben nach wie vor bestrebt, mich auf der Basis grammatikalischer Regeln möglichst klar und sinngemäss zu äussern. Solcher Grundsatz bleibt leider heute im Zeitungsdruckgewerbe genau dort am meisten auf der Strecke, wo am Zeilenende die Regeln richtiger Trennung auf dem Altar der Anzahl Zeichen pro Zeile geopfert werden. Hierzu zwei Beispiele: a) in der neuesten Ausgabe SMZ Seite 34 Diskrepanz des Datums einer in Bern geplanten Veranstaltung zwischen «5.Oktober» (falsch) zu «25.Oktober» (richtig). Hier musste an wichtiger Stelle eine Datumszahl geopfert werden. b) im Text auf Seite 21 der baz vom 6.10. fällt ein getrennter Satz, der so lauten sollte: «... bedarf es eines Zufalls, ehe die Fährten ...» folgendermassen sinnverzerrt gedruckt erscheint: «...bedarf es eines Zufall – sehe die Fährten abgeglichen werden.» – Musikpflege sollte ebenso Sprachpflege bedeuten!
Wolfgang Stettler (SMPV-Mitglied)

 

Die Musikzeitung mit ihren vielfältigen und spannenden Beiträgen und den vielen Informationen schätze ich jeweils sehr. Es wäre sehr schade wenn es diese Zeitung nicht mehr gäbe. Ich denke, dass die Zeitung von vielen Adressaten gelesen wird und hoffe auf ein Weiterbestehen der Zeitung.
Ivo Prato, Bern

 

Es würde mich sehr betrüben, wenn das Erscheinen der SMZ eingestellt würde, natürlich nicht nur wegen den interessanten Rätseln. Ich hoffe, dass es doch noch eine Möglichkeit geben wird, die Publikation in Papierform zu erhalten.
Marcel Favre, Aarberg
 

3. Oktober

Obschon meine Stimme kein Gewicht hat, erhebe ich sie, um mich damit unter gewichtigere einzureihen.
Das grässlich grassierende Zeitungssterben scheint kein Ende zu nehmen. Muss auch die Schweizer Musikzeitung diesem Frass zum Opfer fallen? Das sollte dank staatlicher Unterstützung unbedingt vermieden werden. Gibt es denn keinen kulturell engagierten Nationalfonds, keine nationale Stiftung, die sich von der Existenzberechtigung, von der Notwendigkeit einer solchen Kulturzeitschrift überzeugen lässt?
Es bleibt zu hoffen, dass die Kulturstiftung Pro Helvetia zur Einsicht kommt, die Unterstützung eines kulturellen Forums wie die Schweizer Musikzeitung sei im Hinblick auf ein zukünftiges öffentliches Musikleben in der Schweiz ebenso wichtig wie die wohl viel grösseren Beiträge an Ausstellungen längst verstorbener Schweizer Künstler (Alberto Giacometti, Jean Tinguely) im Ausland.
Nein, die Schweizer Musikzeitung darf als Druckerzeugnis nicht sterben, um nur noch online weiter zu leben. Soviel kulturelle Verarmung kann sich die Schweiz mit ihrem reichhaltigen, qualitativ hochstehenden Musikleben nicht leisten.
Wo sonst, wenn nicht in der Schweizer Musikzeitung, stossen Leserinnen und Leser auf ein Porträt des Westschweizer Komponisten Louis Niedermeyer, auf anregende Besprechungen von Neuerscheinungen oder auf so viele Stelleninserate von existentieller Bedeutung?
Ich wünsche der Schweizer Musikzeitung einen erfolgreichen Wechsel von der gegenwärtigen Moll-Situation in einen baldigen Dur-Zustand, besser noch: Dauerzustand, den zu verdienen diese Kulturzeitschrift bisher mit jeder Nummer bewiesen hat.
Walter Labhart, Kulturjournalist und Ausstellungsgestalter, Endingen


Zur drohenden Einstampfung der Musikzeitung
Mit grosser Bestürzung halte ich die soeben frisch gedruckte Schweizer Musikzeitung in Händen und muss dieser entnehmen, dass es bald die letzte sein könnte. Ich frage mich, was sich die Musikverbände dabei gedacht haben, eine so wertvolle Zeitung, die jeden Monat einen Überblick über die aktuelle Lage der Musik in der Schweiz vermittelt, so sang und klanglos «sterben» zu lassen. Es wäre ein unersetzlicher Verlust, wir brauchen diese Informationen, den Austausch zur Musikszene in der Schweiz, zu Konzerten, Büchern, Noten, zur Befindlichkeit der Orchester, der Musikhochschulen, der Laien- und Jugendmusik; und zwar in schriftlicher Printform!
Es kann doch nicht sein, dass die Verbände derart kurzsichtig handeln, einen derart weitreichenden Entscheid an einem Tag zu fällen, und auch noch das Gefühl zu haben, mit einer Internet-Ausgabe weiter existieren zu können. Eine Freundin von mir, Claudia Michalski, ihres Zeichens Geschäftsführerin des Deutschen Handelsblatts, einer mächtigen Verlagsgruppe, sagte mir erst kürzlich, dass jede Internetzeitung die Printausgabe braucht, sonst funktioniert sie nicht. Und dann wollen ausgerechnet die verschlafenen Schweizer Musikverbände das Gegenteil versuchen. So dumm können diese doch im Ernst nicht sein.
Wir brauchen die Printausgabe der Musikzeitung!!!!!
Verena Naegele, Rombach

 

Liebe «Schweizer Musikzeitung»
Mit grosser Sorge nehme ich die finanziellen Probleme rund um Ihre Zeitung wahr. Als langjähriger interessierter Leser der Zeitung hoffe ich, dass eine gute Lösung gefunden werden kann.
Gotthard Odermatt (Komponist), Oberglatt
 

2. Oktober

Mit grosser Traurigkeit habe ich von den Plänen gehört, die Druckausgabe der SMZ gänzlich mit einer online-Ausgabe zu ersetzen. Eine Digitalzeitschrift wird (mindestens von mir) nie durchgelesen: ich schaue mir die Titel an, und lese dann vielleicht einen Artikel, der mir besonders auffällt. In der Druckausgabe werden viel mehr Sachen wahrgenommen. Gerade in der Druckausgabe sehe ich sämtliche Inserate; ich blättere alle Verbandseiten durch; kurz, die Möglichkeit, Unbekanntes zu entdecken, ergibt sich nur durch das Lesen einer gedruckten Zeitschrift, während eine Digitalausgabe nie vollumfänglich rezipiert wird. Sollen denn die Inserate durch lästige «pop-ups» ersetzt werden? Bestimmt wurden noch nicht alle Wege überprüft, die Druckausgabe anders zu gestalten, damit sie gerettet werden kann – in gekürzter Form, in längeren Erscheinungsabständen, oder wie auch immer. Ich hoffe sehr, dass eine Lösung noch gefunden werden kann.
Claudio Bacciagaluppi, Zürich


Ich würde es sehr bedauern, wenn die Musikzeitung nicht mehr erscheinen würde. Ich freue mich immer wieder, durch sie erfahren zu können, wie lebendig und vielfältig das Musikleben in der Schweiz ist und entnehme ihr wichtige Hinweise über Konzerte, Kursangebote, Verbandsarbeit und neue Publikationen in verschiedenen Bereichen. Für mich stellt die Zeitung eine Verbindung und ein Fenster zu anderen Musikerinnen und Musikern dar.
Stefan Furter, Zunzgen
 

1. Oktober

Der Beschluss des Vereins SMZ, die gedruckte SMZ verschwinden zu lassen, zeugt von einer unverständlichen Engstirnigkeit. Abgesehen davon, dass viele Mitglieder der Verbände über kein Internet verfügen, auch nicht verfügen wollen (auch das gibt es, sogar bei jüngeren Mitgliedern): Eine Printausgabe kann man archivieren, privat und in Bibliotheken. Interneteinträge hingegen verschwinden jeweils nach kurzer Zeit. Sie werden wegen ständiger technischer Erneuerungen der elektronischen Mittel unlesbar. Es zeugt von wenig Verantwortungsbewusstsein, den Verlust von Geschichte, Erinnerung, die Verfügbarkeit wertvollster musikgeschichtlicher, pädagogischer, psychologischer, naturwissenschaftlicher (man denke beispielsweise an die Hirnforschungen) und medizinischer Informationen und Erfahrungsberichte dem Mammon zu opfern. Abgesehen davon wird ein Grossteil der Inserateinnahmen bei einer solchen Lösung dahinfallen. Daran hat wohl niemand bei der fatalen Vereinsabstimmung gedacht. Dass die SMZ nicht gelesen werde, stimmt keineswegs. Ich erhalte so viele Reaktionen von Leuten, die ich nicht oder kaum kenne. Darunter sind viele Musiklehrpersonen und Mitglieder von Laienorchestern, die die Mehrheit der Empfänger ausmachen. Für sie ist die Lektüre auch eine Form von Weiterbildung. Für die lumpigen sechs Prozent lohnt es sich, auf die Barrikaden zu steigen, mindestens aber das Bundesamt für Kultur BAK, das früher die Schweizerische Musikzeitung bis 1983 unterstützt hat, um Hilfe anzugehen. Immerhin hat das BAK die Musikverbände im Jahr 1996 aufgefordert, ihre Periodica zusammenzulegen.
Bernhard Billeter, Zürich
 


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Zur Geschichte der Schweizer Musikzeitung

1998 fusionierten sechs Verbandsorgane zur Schweizer Musikzeitung

Musikzeitschriften gibt es in der Schweiz seit dem 19. Jahrhundert; sie stehen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Chorgesang. Nach einer Periode der Zersplitterung entstand 1998 aus der Fusion von sechs Verbandsorganen die Schweizer Musikzeitung.

2008 feierte die Schweizer Musikzeitung ihr 10-jähriges Bestehen. Dies war der Anlass, einen Blick auf ihre lange Vorgeschichte zu werfen. Siehe Artikel Vom Sängerblatt zur SMZ in: SMZ 1/2008, S. 5 ff.

Im Januar 2013 wurde die Schweizer Musikzeitung neu gestaltet und inhaltlich erweitert. Relaunch

Wir danken der Fondation Suisa, der Schweizerischen Interpretenstiftung, der Stiftung Phonoproduzierende und der Pro Helvetia für die Unterstützung dieses Neuauftritts.

Am 28. November 2014 beschloss die ausserordentliche Delegiertenversammlung des Vereins Schweizer Musikzeitung, die NZZ Fachmedien AG ab 1. Januar 2015 als Verlegerin und Herausgeberin der Schweizer Musikzeitung einzusetzen und den Verein Schweizer Musikzeitung zu liquidieren. Siehe Nachricht.