Eine Welle überzieht die Schweiz in den 1930er-Jahren 
Reformen des Musikunterrichts

Reformen des Musikunterrichts

Bernhard Billeter, 03.12.2015

Besserer, vielfältigerer Musikunterricht! Dieser Ruf erklang immer wieder. Dem standen Äusserungen skeptischer Musiker entgegen. Clara Haskil meinte, dass Klavierunterricht nicht eine Sache des Lernens sei. Das könne man einfach! Die ungarische Klavierpädagogin Margit Varró hingegen gab ihr Leben lang in unzähligen Vorträgen und pädagogischen Kursen sowie in ihrem Lehrbuch von 1929 «Der lebendige Klavierunterricht», das immer noch aktuell und erhältlich ist, nützliche Anweisungen dazu. Sie besuchte die Schweiz 1938 anlässlich des 3. Kongresses der zwei Jahre zuvor von Leo Kestenberg und Gleichgesinnten gegründeten Internationalen Gesellschaft für Musikerziehung. Mit ihrem Leben und Werk befasst sich die 2012 erschienene Dissertation von Ruth-Iris Frey-Samlowski.

Bestrebungen zur Verbesserung des Musikunterrichts an Schulen, Musikschulen und im Privatunterricht sind alt und immer noch aktuell. Der 1893 gegründete Schweizerische Musikpädagogische Verband (SMPV) erstrebt laut Statuten von Anfang an bis heute unter anderem «den Zusammenschluss der … fachmännisch gebildeten und musikpädagogisch tätigen Berufsmusiker … zum Zweck der Förderung der Musikerziehung in der Schweiz». Vor 102 Jahren führte er zu diesem Zweck strenge Diplomprüfungen ein, eine Ausbildung, die heute in der Fachhochschule Kalaidos weitergeführt wird. Die Durchführung von Kongressen, Vorträgen und Weiterbildungskursen in der Schweiz erlebte in den dreissiger Jahren eine Blütezeit. 

Drei Kongresse der ISME

Gleichzeitig wurden solche Bestrebungen unterstützt durch die heute International Society for Music Education (ISME) genannte Institution. Sie führte unter der Leitung von Leo Kestenberg 1936 ihren ersten Kongress in Prag durch, den zweiten 1937 in Paris und den dritten 1938 in der Schweiz. Der versierte Konzertpianist Leo Kestenberg (1882–1962), geboren in Rosenberg, Ungarn (heute Slowakei), hatte sich bereits ab 1900 in der sozialdemokratischen Bildungsarbeit engagiert. Diese war ihm eine Herzensangelegenheit und er organisierte in Berlin, wo er an verschiedenen Konservatorien Klavierunterricht erteilte, Konzerte und Veranstaltungen für die breite Bevölkerung. 1918 nach Kriegsende wurde er zum Musikreferenten im Preussischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung berufen und erteilte weiterhin Klavierunterricht, ab 1921 als Professor an der Hochschule für Musik. Sein Buch Musikerziehung und Musikpflege von 1921 fand grosse Beachtung. Viele Erlasse des Ministeriums zur schulischen und ausserschulischen Musikerziehung entstammen seiner Feder. Er organisierte jährliche Reichs-Schulmusikwochen, bis er schon 1932 (als Sozialist und Jude schon vor der Machtergreifung!) abrupt in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurde und nach Prag emigrierte. 1938 flüchtete er nach Paris, wo ihn eine Berufung nach Tel Aviv erreichte.

Es war eine bewegte Zeit. Das Folgende entnehme ich der Dissertation Leben und Wirken Margit Varrós von Ruth-Iris Frey-Samlowski (meine Rezension dieses Buches findet sich hier). Der Prager Kongress wurde von den Achsenmächten Deutschland und Italien sowie von Russland boykottiert. 700 Delegierte und 21 Regierungsvertreter waren eingeladen, aus der Schweiz Emile Jaques-Dalcroze, Walter Simon Huber (der Vater von Klaus Huber), der Zürcher Konservatoriumsdirektor Carl Vogler und Willy Schuh, der einen ausführlichen Bericht für die Schweizerische Musikzeitung verfasste. Darin beschrieb er als Ziel einen «Aufbruch zur musikalischen Aktivierung des ganzen Volkes im Gegensatz zur blossen geniesserischen Passivität einer begrenzten Hörerschicht und der Technisierung und Verflachung des Musiklebens». Margit Varró hatte aus unbekannten Gründen diesen Anlass verpasst, wurde aber von Leo Kestenberg zu einem Vortrag in Prag «Musikalische Begabung und persönlicher Habitus» sowie einer Rundfunksendung in der Karwoche 1937 eingeladen. Er empfing sie persönlich, führte sie durch eine im Aufbau begriffene grosse Musikbibliothek mit Unterrichtsmaterialien im Aussenministerium (der Aussenminister Dr. Kamil Krofta engagierte sich persönlich für Kestenbergs Arbeit) sowie durch das Smetana-Museum. Dies war der Beginn einer lebenslangen, für sie entscheidenden Freundschaft. Ihre Auftritte fanden grosse Resonanz bei zahlreichen Zuhörern und in der Presse.

Nur einen Monat später reiste sie nach Paris, wo der zweite Kongress gleichzeitig mit der Weltausstellung «Art et Technique» stattfand. Ihr Vortrag «La réceptivité musicale de l’enfant et l’adolescent» auf psychologisch erhärteter Grundlage, vom Säugling und Kleinkind an, veröffentlicht auf französisch und ungarisch, weckte grosses Interesse. Auch dieser Kongress mit deutlich weniger, nämlich 95 Delegierten aus 14 Staaten, wurde von Deutschland boykottiert, fand aber international ein breites Echo in der Presse. Aus der Schweiz waren illustre, damals vorübergehend dort wohnhafte Referenten angereist, Walter Damrosch, Ernst Krenek, Alois Hába, Curt Sachs und Jaroslav Krika sowie folgende Schweizer: W. S. Huber, der in der Schweizerischen Musikzeitung und in den Schweizerischen Musikpädagogischen Blättern Bericht erstattete, und Hugo Keller, der ein «Exposé» beisteuerte. «Jugendkonzerte mit altersgerechter Vermittlung» war das Hauptthema des Kongresses, das Margit Varró umso mehr interessierte, als sie selber schon unzählige in Ungarn veranstaltet hatte. Ernst Schelling, der ab 1924 die «Young People’s Concerts», die Kinderkonzerte der New Yorker Philharmoniker dirigiert hatte, Robert Mayer aus London und der Deutschamerikaner Walter Damrosch berichteten über ihre Erfahrungen damit in Konzerten und am Radio, während der Vierteltonkomponist Hába und Krenek sich vor allem für die zeitgenössische Musik einsetzten.

Bereits vor 1930 besuchte Varró die Schweiz. Davon zeugt eine erhaltene Fotografie. 1936 reiste sie nach Bern, wahrscheinlich zu einer Unterrichtsdemonstration. Anwesend war der bekannte Pianist, Musikpädagoge und Musikwissenschaftler Eduard Rüfenacht, dessen Schrift Sinn und Aufgabe der Musikerziehung, Francke-Verlag Bern, sie in die letzte, erweiterte Auflage ihres Lehrbuches 1958 aufnahm. 1937 hielt sie auf ihrer Reise nach Paris einen Vortrag vor der Ortsgruppe Basel SMPV mit demselben Thema wie zuvor in Prag, mit ausführlicher Besprechung in den Schweizerischen Musikpädagogischen Blättern von M. W., wohl Walter Müller von Kulm. Schliesslich weilte sie 1938 länger in der Schweiz, bevor sie am dritten Internationalen Kongress teilnahm, der eine Woche dauerte (23. bis 28. Juni). Vorgängig, das Datum ist nicht bekannt, hielt sie in der Ecole normale de Musique von Paris einen Vortrag über «L’enseignement vivant du piano» und am 20. Juni gleich zwei Vorträge in Brüssel über «Le talent musical» und «Les nouveaux buts de l’enseignement musical».

Vom Schweizer Kongress sind leider keine Programme und Teilnehmerlisten mehr aufzutreiben, ein Tatbestand, der auf wenig archivalische Sorgfalt im SMPV schliessen lässt. Ruth-Iris Frey-Samlowski ist es jedoch gelungen, aus Presseberichten in den 14 teilnehmenden Ländern (darunter diesmal, in der neutralen Schweiz, auch Deutschland!) ein Detailprogramm zu rekonstruieren, das mit seinen rund 50 Referaten und Darbietungen auch heute noch so interessant ist, dass es hier abgekürzt geboten wird:

Der Schweizer Kongress «Musikerziehung und Heilpädagogik»

Zürich, 23. und 24. Juni

  • Grussworte in der Aula der Höheren Töchterschule: Fritz Enderlin, Rektor; Jaroslav Jindra, Ministerialsekretär, Prag; LeoKestenberg, Prof. Dr. Antoine-E. Cherbuliez, Präsident SMPV Ortsgruppe Zürich; Prof. Dr. med. Miroslav Seemann, Karls-Universität Prag.
  • Referate: Prof. Dr. Heinrich Hanselmann, Zürich, «Musikerziehung und Heilpädagogik»;
  • Prof. Dr. György Révész, Amsterdam, «Die psychobiologische Bedeutung der Musikerziehung bei Mindersinnigen (Blinden und Taubstummen)»;
  • Prof. Dr. M. Seemann, «Die Aufgaben des Arztes in der Taubstummenpflege».
  • Praktische Darbietungen: Mimi Scheiblauer und Olga Zollinger, Zürich (Assistenz), «Musikalisch-rhythmische Erziehung bei Taubstummen und Gebrechlichen» in der Taubstummenanstalt Wollishofen sowie am Ausflug in die Anstalt Bühl ob Wädenswil (Geistesschwache) und in das Landerziehungsheim Albisbrunn (Schwererziehbare).

Bern, 25. Juni

  • Grussworte in der Schulwarte, Bern: Kurt Joss, Präsident SMPV Ortsgruppe Bern; Dr. E. Bärtschi, Stadtbernischer Schuldirektor; Prof. Dr. M. Seemann, Prag; Herr Wöldike, Kopenhagen.
  • Referate: Eduard Rüfenacht, Bern, «Die erzieherische Bedeutung der musikalischen Improvisation»;
  • Dr. Ernst Ferand, Hellerau/Laxenburg, «Die psychologischen Grundlagen der Improvisation» (seine Dissertation, Wien 1937, «Die Improvisation in der Musik» enthält deren umfassende Geschichte);
  • Prof. Dr. Henri Vallon, Paris, «Bewegung und Musik, eine physio-pathologische Studie».
  • Gertrud Biedermann, Bern, «Lektion mit Kindern im Bambusflöten-Schnitzen und -Spielen»
  • Gertrud von Goltz, Bern, sprach über ihre Erfahrungen im Gesangsunterricht an der Hilfsschule Bern.
  • Rhythmisch- musikalische Demonstration: Ernst Müller, Vorsteher der Anstalt für schwachsinnige Kinder Weissenheim/Bern,
  • Konzert: Hugo Keller, Bern (Chorleiter) mit den Berner Singbuben und dem Röseligartenchor

Am 26. Juni stand zusätzlich ein Besuch vor Ort auf dem Programm: Blindenanstalt Faulensee/Spiez. Gottfried Kölliker, blinder Musiklehrer hielt ein Referat über den hohen erzieherischen Wert der von ihm an dieser Anstalt betreuten Musikpflege, ergänzt durch ein Chor- und Orchesterkonzert.

Basel, 27. und 28. Juni
Schwerpunkt: musikalische Erziehung bei Geisteskranken und Entwicklungsgehemmten

  • Grussworte im Ratsaal des Halbkantons Basel-Stadt: Dr. Fritz Hauser, Regierungsrat, derzeitiger Präsident des Nationalrates; J. Jindra, Prag; L. Kestenberg; Dr. F. Wenk, Sekretär des Erziehungsdepartements Basel-Stadt (Moderation); Bourgoin, Generalinspektor, Paris; Prof. Dr. Xirau, Regierungsvertreter, Barcelona; Dr. Fr. Wenk, Sekretär des Erziehungsdepartementes Basel-Stadt (Tagespräsident).
  • Darbietungen beim offiziellen Empfang im Foyer des Kunstmuseums Basel: Basler Waisenknaben mit Guggemusig; Ernst Sigg, Leiter des Collegium Musicum der Knabengymnasien; E. Jakob, Lieder der Sissacher Trachtengruppe; Dr. Gustav Güldenstein, Musiktheorielehrer am Konservatorium Basel, Tänze von Mozart und Dvořák.
  • Referate: L. Kestenberg sowie Walter Müller von Kulm, SMPV Basel und Konservatoriumsdirektor (beide ohne Titel);
  • Prof. Alois Hába, Prag, „Heilkräfte der Musikerziehung in unserer Zeit“;
  • Willy Overhage, Kurzreferat.
  • Besuche in und bei Basel: Baselstädtische Anstalt für Geisteskranke Friedmatt mit Referat von Prof. Dr. John Staehelin «Die diagnostischen, prognostischen und therapeutischen Vorteile einer musikalischen Heilpädagogik» und Darbietung von Helene Horsberger, Basel, «Rhythmik mit verschiedenen Gruppen von Geisteskranken»; Anstalt zur Hoffnung, Riehen, mit Darbietung von Melita Kosterlitz, Hellerau/Laxenburg, «Gymnastik mit einer Gruppe schwachbegabter Kinder»; Öffentliche Primarschulen der Stadt Basel, Referate von W. S. Huber, «Überblick über den äusseren und inneren Aufbau der baselstädtischen Schulmusikpflege» und «Wesentliche Forderungen der modernen Schulerziehung», drei Lektionen nach der für die baslerischen Primarschulen verbindlich erklärten «Methode Lechner» sowie Esther Gutknecht, Lehrerin einer Mädchenprimarklasse, Referat mit Einblick in die Lehrweise der Musikerziehung an den öffentlichen Primarschulen und Darbietung eines selbst erarbeiteten Singspiels durch Schülerinnen.
  • Besuche ausserhalb Basels: Goetheanum Dornach, Vortrag von Werner Pache «Aufbau der anthroposophischen Musikerziehung»;
  • Sonnenhof zu Arlesheim, Vortrag Dr. med. Julia Bort, «Die Bedeutung der Musik und der Heileurhythmie in der Heilpädagogik Rudolf Steiners»;
  • «Heim für seelenpflegebedürftige Kinder»

 

Der Kongress beschloss folgende von Goldschmid (wahrscheinlich Pfr. Theodor Goldschmid, Hymnologe und Komponist, Zentralpräsident des Schweizerischen Kirchengesangbundes 1896–1937), Rudolf Schoch, Zürich und W. S. Huber redigierte Resolution:

 «Die Teilnehmer der Internationalen Arbeitskonferenz für Musikerziehung und Heilpädagogik, die vom 23. bis 28. Juni 1938 in Zürich, Bern und Basel getagt hat, danken der Gesellschaft für Musikerziehung in Prag, dem Schweizerischen Musikpädagogischen Verband, dem heilpädagogischen Seminar der Universität Zürich und den Erziehungsbehörden der Tagungsorte für die Durchführung dieses Kongresses, der ihnen Einblick gab in die Möglichkeiten, bei Gebrechlichen, Schwererziehbaren, Geistesschwachen, Blinden und Taubstummen durch die Musik heilpädagogische Erfolge zu erzielen.
Sie geben dem Wunsche Ausdruck, dass die gesammelten Beobachtungen durch vermehrte Versuche vertieft und die Erfahrungen durch Vermittlung der Zentralstelle Prag ausgetauscht werden. Sie haben die Überzeugung gewonnen, dass die pädagogischen und psychologischen Ergebnisse dieser Arbeiten von ausschlaggebender Bedeutung sind für die Gesamterziehung. Sie erwarten, dass der nächste internationale Kongress 1939 in Prag die Probleme der Spezialkonferenz auf dem Boden der allgemeinen Musikerziehung weiter verfolgt wird.»

 

Auch wenn das Thema diesmal spezieller war, so muss doch vom Kongress in der Schweiz eine ungeheure Breitenwirkung ausgegangen sein, nicht nur in der Heilpädagogik, sondern für die gesamte Bedeutung der Musikerziehung. Die beiden Fachorgane und viele Tageszeitungen berichteten ausführlich davon. Der Besucherstrom an allen drei Tagungsorten war überwältigend und übertraf die kühnsten Erwartungen. Einen Begriff davon erhielt ich durch die mit Mimi Scheiblauer in Zürich aufgetretene Rhythmik- und Klavierlehrerin Olga Zollinger. Sie war nach dem Kriege einige Jahre in England tätig und brachte von dort die Idee der sogenannten freiwilligen Schülerprüfungen (Stufentests) nach Zürich, welche von 1965–79 in der Ortsgruppe Zürich SMPV ihre erste Blütezeit erlebten und sich heute weit verbreitet haben, namentlich in Luzern und an der Jugendmusikschule der Stadt Zürich. Das Ziel dieser Stufentests besteht darin, den Kindern im Instrumentalunterricht nicht nur technische Beherrschung des Instruments, sondern eine umfassende musikalische Bildung mit Gehörbildung, allgemeiner Musiklehre, elementarer Harmonie- und Formenlehre sowie Improvisation (Erfindungsübungen) zu vermitteln, also genau der Stossrichtung der drei genannten Kongresse und auch den Forderungen Varrós entsprechend. Während meiner Präsidialzeit dieser Ortsgruppe 1971–82 lernte ich Olga Zollinger gut kennen. Sie berichtete noch damals begeistert von den Impulsen, die sie 1938 und vorher erhalten und nach denen sie sich ausgerichtet hat.

Der geplante Kongress 1939 in Prag fand nicht mehr statt. Die Tschechoslowakei war von Hitlerdeutschland überrannt worden und Kestenberg, der spiritus rector, hatte sich nach Tel Aviv retten können Die ISME musste nach dem Weltkrieg neu gegründet werden, und zwar 1953 in Brüssel unter den Auspizien der Unesco.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich meinem ersten Klavierlehrer Hans Rogner ein Kränzchen winden. Der Wiener war in Zürich sesshaft geworden, war am Konservatorium als Klavier- und Theorielehrer, Dirigent des Berufsschulorchesters und Bibliothekar angestellt und komponierte charmant und bescheiden, zum Beispiel Bühnenmusiken für die Marionettenspiele von Ambrosius Humm, dem Sohn des bekannten Schriftstellers Jakob Humm, der die Texte dazu lieferte. Rogner verwirklichte, was ich erst später realisierte, genau die in den dreissiger Jahren empfangenen Reformideen, nicht zuletzt von Margit Varró, ohne dass ihr Name einmal im Unterricht auftauchte. Er flocht Gehörbildung und allgemeine Musiklehre in den Unterricht ein. Zu letzterem verfasste er humorvoll mit Ernst Hörler zusammen die bei Jecklin erhältlichen «Musica»-Heftchen mit Zeichnungen zum Beispiel des Intervalensees und der hölzernen Ton-Leiter mit den beiden enger stehenden Sprossen pro Oktave. Das war keine graue Theorie, er liess seine Schüler singen, improvisieren und komponieren. Allerdings lässt sich ein so vielseitiger Unterricht in Halbstundenlektionen kaum realisieren. Er zwackte von den 60 Minuten Einzelunterricht zehn Minuten ab, nahm eine Gruppe von sechs Schülern zusammen und gab eine zusätzliche «Theoriestunde» pro Woche.
 


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