Abschied von der SMZ nach 28 Jahren: EOV lanciert 2026 Online-Magazin «Resonanz»

Der EOV verabschiedet sich nach 28 Jahren von der SMZ. Wir danken Verbänden und Redaktion für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gleichzeitig freuen wir uns auf das neue Online-Magazin «Resonanz», dessen Entwicklungs-Budget von den Delegierten an einer a.o. DV angenommen wurde.

Mit der vorliegenden SMZ-Ausgabe endet für den EOV und seine Mitgliedsorchester eine 28-jährige Geschichte. Der EOV hat den Vertrag mit der Galledia AG über die Schweizer Musikzeitung per Ende 2025 gekündigt und wird ab Frühling 2026 ein eigenes Online-Magazin mit dem Namen «Resonanz» betreiben.

Dieser Schritt war nötig geworden, weil sich der EOV angesichts der Kürzung von neun auf sechs SMZ-Ausgaben pro Jahr nicht mehr in der Lage sah, die Verbandskommunikation mittels SMZ adäquat sicherzustellen.

Der Abschied fällt uns alles andere als leicht, insbesondere die Zusammenarbeit mit der Hauptredaktion und den Verbandsredaktor:innen wird uns fehlen, dennoch sehen wir den Neuanfang auch als Chance für Innovation.

Rund 40 Orchesterdelegierte haben das Projekt «Resonanz» und das dafür benötigte Budget an einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung am Samstag, 22. November in Zürich gutgeheissen. Ein Projektteam aus dem EOV-Vorstand hatte seit Monaten intensive Vorarbeiten geleistet. Die Konzeptentwicklung ist weit fortgeschritten, ein detaillierter Designentwurf liegt vor und konnte den Delegierten präsentiert werden.

 

Online-Magazin «Resonanz» erscheint ab Frühling 2026 inkl. Print-Funktion

Noch vor Weihnachten werden wir mit der technischen Umsetzung des Magazins beginnen und im Frühling 2026 sollen die ersten Artikel auf «Resonanz» online gehen. Zehn Mal jährlich werden wir zukünftig einen Newsletter – quasi als Ausgaben – mit den neuen «Resonanz»-Artikeln verschicken. Alle Artikel können auch bequem als PDF heruntergeladen, ausgedruckt und so an Orchestermitglieder, die analog unterwegs sind, verteilt werden. Bis «Resonanz» online geht, werden wir die Mitglieder mittels Newsletter auf dem Laufenden halten.

Im neuen Online-Magazin werden wir Verbands-Mitteilungen, Kultur-News und Hintergrund-Artikel zu für Jugend- und Amateurorchester relevanten Themen veröffentlichen. Vor allem aber werden die Mitgliedsorchester in massgeschneiderten Gefässen ganz viel Platz bekommen, um sich, ihre Konzerte und ihre Ideen zu präsentieren und sich auszutauschen.

Das Herzstück bildet ein Konzertkalender – mit automatischem Export auf einschlägige Veranstaltungsplattformen –, in welchem von den EOV-Orchestern auch Konzertvorschauen, Bildergalerien und nach dem Anlass Konzertberichte publiziert werden können. Wir wollen damit unserer Orchester-Community eine Plattform für Sichtbarkeit bieten, da der traditionelle Kulturjournalismus auch in Lokalzeitungen immer mehr verschwindet.

In der Rubrik «Best Practice» werden jeden Monat Orchestervertreter:innen interviewt werden, um ihre Expertise zu spezifischen Themen rund ums Musizieren im Orchesterverein zu teilen.

 

Delegierte von Publikationsmöglichkeit für Orchester begeistert

Die Delegierten in Zürich zeigten sich vom neuen Online-Magazin des EOV äusserst angetan und sie stellten zahlreiche konstruktive Fragen. Insbesondere der Community-Gedanke von «Resonanz», die Hintergrund-Artikel mit direktem Mehrwert für die Orchester, die schnellere Kommunikation sowie die Option, dank PDF-Druck die Artikel weiterhin auf Papier lesen zu können, stiessen bei den Anwesenden auf Begeisterung. Vereinzelte Stimmen äusserten ihr Bedauern darüber, dass der EOV nicht mehr mit der SMZ kommunizieren wird.

Der Eidgenössische Orchesterverband musste seine Kommunikation in den 107 Jahren seines Bestehens schon einige Male neu aufstellen und an sich ändernde Zeiten anpassen. So wird «Resonanz» das fünfte offizielle EOV-Verbandsorgan werden.

Nach seiner Gründung im Jahr 1918 entschied sich der damalige EOV-Vorstand, sich der Publikation des Eidgenössischen Musikvereins, des Verbandes der Blasmusikvereine, anzuschliessen und die «Schweizerische Zeitschrift für Instrumentalmusik» als Organ zu übernehmen. Nach einigen Jahren wurde jedoch deutlich, dass die Kommunikationsbedürfnisse von Blasmusik- und Orchestervereinen stark auseinandergehen und der EOV entschied sich für eine eigene Zeitschrift.

«Das Orchester», eine «schweizerische Monatsschrift zur Förderung der Orchester- und Hausmusik», wie der Untertitel ausführte, war ab 1935 das offizielle EOV-Publikationsorgan. Das Medium ging aber bereits Ende 1939 wieder ein, weil dessen Verlag kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges schliessen musste.

Ab 1940 erschien mit der «Sinfonia» eine neue, EOV-eigene Zeitschrift. Die «Sinfonia» versorgte während 57 Jahren Orchestermusiker:innen in der ganzen Schweiz mit EOV-News und wichtigen Informationen rund ums Amateurmusizieren. Das Format und der Erscheinungsmodus der «Sinfonia» wurden in dieser Zeit aus Kostengründen mehrmals angepasst, bis das Heft Ende der 1990er-Jahre nicht mehr finanzierbar war.

 

EOV war Gründungsmitglied der SMZ

1997 gehörte der EOV zusammen mit fünf weiteren Musikverbänden, nämlich dem Verband Musikschulen Schweiz (VMS), dem Schweizerischen Musikerverband (SMV), dem Schweizerischen Musikpädagogischen Verband (SMPV), JMS und dem Schweizer Musikrat (SMR), welcher die Projektleitung innehatte, zu den Gründungsmitgliedern der Schweizer Musikzeitung. Das Projekt der sechs Verbände war vom Bundesamt für Kultur (BAK) angeregt und unterstützt worden. Mit dem gemeinsamen Publikationsorgan sollten die defizitären Zeitschriften der einzelnen Verbände abgelöst und Synergien genutzt sowie der Austausch in der Musikbranche gefördert werden.

Das Projekt glückte. Die SMZ konnte sich als Zeitung mit qualitativ hochstehenden Inhalten schnell einen Namen machen und die Musikverbände näher zusammenbringen. Der Erfolg ist vor allem dem grossartigen Redaktionsteam zu verdanken, dessen Mitglieder alle langjährig und teilweise schon seit den Anfängen dabei sind.

Trotzdem blieb die SMZ von den Entwicklungen in der Medienbranche nicht verschont. Das Inseratevolumen ging schon nach wenigen Jahren stetig zurück und die SMZ geriet finanziell zunehmend unter Druck. Ende 2014 mussten der Verein Schweizer Musikzeitung liquidiert und die Zeitung an die NZZ Fachmedien AG verkauft werden. Letztere verkaufte die SMZ 2019 weiter an CH Media, bis sie schliesslich 2021 von der Galledia AG übernommen wurde.

Die jüngsten Leistungskürzungen haben den EOV gezwungen, zu neuen Medienufern aufzubrechen. Wir freuen uns auf das neue Abenteuer. Gleichzeitig sind wir dankbar für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Verbänden und der Redaktion. Der Chefredaktorin Katrin Spelinova und ihren Kolleg:innen Pia Schwab und Jean-Damien Humair von Herzen für ihr stets riesiges Engagement. Es war schön mit euch. Wir hoffen auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit in neuer Form.

 

Miriam Schild, Vorstandsmitglied und Verbandsredaktorin EOV seit 2015, und der ganze EOV-Vorstand

 

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