Luzerner Studie zu Wagners Antisemitismus

Die Stadt Luzern und das Richard-Wagner-Museum haben zwei Schlüsselphasen der Luzerner Wagner-Geschichte im Zeichen des Antisemitismus wissenschaftlich untersuchen lassen.

 

Wagner-Museum Tribschen (Bild: PD)

Auslöser der Untersuchung war laut der Mitteilung der Stadt ein Postulat, das eine kritische Überprüfung der Dauerausstellung verlangte. Der Bericht zeigt, wie Wagner in Luzern wirkte und wie das Museum in den 1930er-Jahren entstand. Der Stadtrat bekräftigt, dass Antisemitismus mit den Grundsätzen der Stadt Luzern unvereinbar ist und konsequent abgelehnt wird. Das Museum stellt Wagners Antisemitismus transparent, kritisch und ohne Beschönigung dar.

Der Stadtrat beauftragte die Schweizerische Gesellschaft für Geschichte (SGG) mit der Durchführung eines wissenschaftlichen Projekts. Die Forschung konzentrierte sich auf zwei Phasen: Wagners Zeit in Tribschen von 1866 bis 1872 sowie die Jahre der Museumsgründung zwischen 1931 und 1956. Ein unabhängiger wissenschaftlicher Beirat begleitete und prüfte das Projekt.

Der Bericht des Historikers Patrik Süess zeigt umfassend auf, dass die antisemitischen Äusserungen von Richard Wagner sehr deutlich und unmissverständlich waren. So festigte Richard Wagner während seiner Luzerner Jahre zentrale Teile seiner radikal-nationalistischen und antisemitischen Haltung und veröffentlichte sein überarbeitetes Pamphlet «Das Judenthum in der Musik». Zudem wird deutlich, dass die Gründung des Museums in den 1930er-Jahren in einer politisch belasteten Zeit stattfand und einzelne Akteure Verbindungen zu nationalsozialistischen Kreisen aufwiesen. Die Studie stellt diese Entwicklungen transparent dar und liefert eine fundierte historische Einordnung.

Mehr Infos:
https://www.stadtluzern.ch/aktuelles/newslist/2873023

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