Radio Swiss Pop, Classic und Jazz werden verkauft
Die SRG verkauft ihre drei Swiss Satellite Radios an zwei private Unternehmen. Radio Swiss Pop geht an CH Media, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz werden von der Digris AG übernommen. Der bisherige Programmcharakter und ein Anteil von mindestens 50 Prozent Schweizer Musik sind für zwei Jahre zugesichert.

Die drei Musiksender Radio Swiss Pop, Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz erhalten neue Eigentümerinnen. Wie die SRG am 17. September bekannt gab, übernimmt CH Media Radio Swiss Pop ab Januar 2027. Radio Swiss Classic und Radio Swiss Jazz werden ab Juli 2027 von der Digris AG weitergeführt. Der Verwaltungsrat der SRG hat dem Verkauf am 16. September zugestimmt. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart.
Die Veräusserung erfolgt im Rahmen des Transformationsprojekts «Enavant», mit dem sich die SRG unter veränderten finanziellen Rahmenbedingungen neu aufstellt. Dazu gehört auch eine Überprüfung ihrer Angebotsstrategie. Nach Einschätzung der SRG können die drei reinen Musiksender ebenso von privaten Medienunternehmen betrieben werden; sie gehörten nicht zum Auftrag gemäss SRG-Konzession.
Schweizer Musikanteil bleibt vorerst bestehen
Die neuen Eigentümerinnen haben sich verpflichtet, die bisherige musikalische und inhaltliche Ausrichtung der Sender während mindestens zwei Jahren beizubehalten. Die Programme sollen weiterhin ohne Moderation und mit zurückhaltenden Werbeanteilen ausgestrahlt werden. Auch der Anteil Schweizer Musik von mindestens 50 Prozent bleibt während dieser Zeit bestehen.
Gesichert ist zudem die weitere Verbreitung über DAB+, Streaming- und Drittplattformen sowie über Kabelnetze. Nach Ablauf der zweijährigen Frist können CH Media und Digris jedoch selbstständig über die Programmgestaltung, Verbreitung und Vermarktung der Sender entscheiden.
CH Media gehört zu den grössten privaten Medienhäusern der Schweiz und betreibt bereits mehrere Radioangebote. Die Digris AG ist insbesondere als Betreiberin von DAB+-Netzen tätig und führt seit 2011 auch das nicht kommerzielle Radio «open broadcast».
Offene Fragen nach Ablauf der Übergangsfrist
Die SRG betont, dass sie sich auch nach dem Verkauf weiterhin im Rahmen der «Charta der Schweizer Musik» für Schweizer Musik und Schweizer Künstlerinnen und Künstler engagieren werde. Für die drei verkauften Sender endet die verbindliche Zusicherung eines Schweizer Musikanteils von mindestens 50 Prozent allerdings nach zwei Jahren.
Damit wird es zu einer wichtigen Aufgabe des Schweizer Musikrats, SONART, SMV, orchester.ch und weiteren Verbänden, die Umsetzung der vereinbarten Vorgaben aufmerksam zu begleiten. Ebenso wird darauf hinzuwirken sein, dass der hohe Anteil Schweizer Musik nach Ablauf der zweijährigen Verpflichtung nicht reduziert, sondern möglichst dauerhaft gesichert wird. Gerade für Schweizer Musikerinnen und Musiker sind reichweitenstarke Radioprogramme, die einheimisches Schaffen konsequent berücksichtigen, ein bedeutendes Schaufenster.
