Wenn Vinyl extrem teuer wird

Die lange totgesagte Schallplatte dreht sich immer noch, gelegentlich zu extrem hohen Preisen. Bedingungen hierfür erforschte Hendrik Sonnabend von der FernUniversität in Hagen.

Foto: Georgios Kaleadis / unsplash.com

Der Wissenschaftliche Mitarbeiter Hendrik Sonnabend von der FernUniversität in Hagen.
untersuchte mit einem britischen Kollegen in einer wissenschaftlichen Studie, wie sich Seltenheit auf die Preise von ungewöhnlich teuren Vinyl-Sammlerstücken auswirkt. Auf einer einschlägigen Online-Plattform sammelten sie Daten zu den teuersten Verkäufen eines Monats.

Die empirische Analyse ergab, dass bei einem um ein Prozent verminderten Angebot der Preis um etwa 16 Prozent steigt. Das Alter der Aufnahme spielt dagegen kaum eine Rolle.  Aufnahmen von Künstlerinnen und Künstlern, die auf der Wikipedia-Bestsellerliste (List of best-selling music artists) stehen, sind im Durchschnitt 15 Prozent teurer als zum Beispiel Black-Metal-Scheiben von Bands, die weniger populär sind. Der Eintrag eines Albums dort bringt nur vier Prozent.

Interessant sind vor allem Erstauflagen sehr populärer Alben, die in geringer Stückzahl produziert wurden. Das Led-Zeppelin-Debütalbum mit türkisfarbenen Schriftzug von 1969 zum Beispiel ist 1000 bis 1500 Euro wert, die offizielle Nachpressung mit roter Schrift 15 bis 30 Euro. Noch viel extremer war die Wertsteigerung beim komplett schwarzen Prince-Album, von dem nur wenige legal produzierte Debüt-Exemplare existieren.

Kurz vor der Veröffentlichung habe Prince ein spirituelles Erlebnis gehabt, bei dem Gott ihm sagte, das Album sei böse oder sündig. Daher liess Prince 1987 die ganze Produktion auf eigene Kosten vernichten, nur ganz wenige blieben übrig.

Originalartikel:
https://www.researchgate.net/publication/336923221_Pricing_the_Groove_Hedonic_equation_estimates_for_rare_vinyl_records

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