Der Erziehungsrat des Kantons St.Gallen muss im Rahmen eines Sparpaketes Lektionen an den Mittelschulen kürzen. In Abweichung zu einem Vorentscheid, wonach im Gymnasium je eine Lektion Deutsch sowie eine Lektion im Wahlbereich Bildnerisches Gestalten/Musik gestrichen werden sollte, hat er Erziehungsrat nun entschieden, an andern Orten zu sparen.

SMPV

Die Fachkreise, die von einer Kürzung direkt betroffen gewesen wären, haben im Rahmen der durchgeführten Vernehmlassung deutlich gegen die geplanten Lektionenreduktionen Stellung bezogen. Sie befürchten einen Qualitätsabbau an den Mittelschulen.

Der Erziehungsrat könne die vorgebrachten Argumente weitgehend nachvollziehen, schreibt der Kanton. Er habe deshalb entschieden, auf die in Aussicht genommenen Kürzungen in den Fächern Deutsch und im Wahlbereich Bildnerisches Gestalten/Musik zu verzichten. Stattdessen soll die vom Kantonsrat geforderte Einsparung durch eine Reduktion von Lektionen «zur Verfügung Schule» erfolgen.

Dabei handelt es sich um Unterrichtseinheiten, in welchen die Schulen autonom über die Unterrichtsinhalte bestimmen. Bis anhin standen an den Gymnasien vier dieser Lektionen, verteilt über die gesamte Ausbildungszeit, zur Verfügung. Für die Schülerinnen und Schüler ist dieser Bereich obligatorisch.

Dieses Gefäss wird an den Schulen heute recht unterschiedlich eingesetzt. So werden damit beispielsweise gymnasiale Kernfächer wie Französisch oder Englisch vertieft oder überfachliche Kompetenzen, namentlich im Bereich Informatik, geübt.

Beliebt sind die Lektionen auch für neue Unterrichtsformen, beispielsweise im Rahmen von interdisziplinärem Projektunterricht oder im Rahmen von themenspezifischen Schulhalbtagen.

Bild: Claudia Hautumm – pixelio.de
 

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