Wolfgang Böhler, Autor bei Schweizer Musikzeitung
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Die führende spartenübergreifende Monatszeitung in der Schweiz für musikalische Fragen.Fri, 25 Sep 2026 07:09:45 +0000de
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3232Echeverri unterrichtet in Basel Violine in alter Mensur
https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/echeverri-unterrichtet-in-basel-violine-in-alter-mensur
Fri, 25 Sep 2026 04:57:30 +0000https://www.musikzeitung.ch/?p=75870
Der in Wien geborene Germán Echeverri übernimmt an der Schola Cantorum Basiliensis die neugeschaffene Fachdidaktikstelle für Violine in alter Mensur.
Germán Echeverri ist seit 2024 Professor für Barockvioline an der ESMUC (Barcelona). Er stammt aus einer kolumbianischen Musikerfamilie und wuchs in Spanien auf. Nach seinem Studium bei Raquel Castro und Pablo Valetti an der ESMuC folgte ein Masterstudium mit Hauptfach Barockvioline an der Schola Cantorum Basiliensis bei Amandine Beyer, welches er im Mai 2012 mit Auszeichnung absolvierte.
2011 gründete er mit der Geigerin Karoline Echeverri Klemm das Ensemble Der Musikalische Garten. Das Ensemble gewann im Jahr 2013 mehrere internationale Wettbewerbe und nahm mehrere CDs auf. Germán Echeverri arbeitet als Konzertmeister in mehreren Ensembles wie Musica Fiorita, Freitagsakademie Bern und La Cetra Basel und spielt in verschiedenen Orchestern und Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester.
Seit dem Herbstsemester 2024-25 konnten Studierende an der Schola Cantorum Basiliensis erstmals im Musikpädagogik-Studium Fachdidaktik-Unterricht spezifisch für die Violine in alter Mensur erhalten. Diese Fachdidaktik wird per Herbstsemester 26-27 fest an der Schola etabliert.
]]>Bühnen Bern für International Opera Awards nominiert
https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/buehnen-bern-fuer-international-opera-awards-nominiert
Thu, 24 Sep 2026 08:24:49 +0000https://www.musikzeitung.ch/?p=75851
Bühnen Bern steht in der Kategorie «World Premiere» auf der Shortlist der renommierten International Opera Awards 2026.
In der Kategorie «World Premiere» wurde die Oper L’Agamennone von Salvatore Sciarrino (Libretto: Sciarrino/Turroni) nominiert, die am 30. Mai 2026 in der Inszenierung von David Hermann und der musikalischen Leitung von Clément Lonca bei Bühnen Bern ihre Uraufführung feierte. Zudem darf sich Raimund Orfeo Voigt über eine Nominierung in der Kategorie «Designer» freuen. Voigt zeichnet bei Bühnen Bern aktuell für Regie und Bühne der Neuproduktion von La Traviata sowie der Wiederaufnahme Tosca verantwortlich.
Die Preisverleihung findet am Samstag, 21. November 2026, im MusikTheater an der Wien statt und wird weltweit über die Plattform OperaVision per Live-Stream übertragen. Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten internationalen Ehrungen der Opernwelt.
Die Uni Osnabrück hat 2016/17 Musikstudierende zu körperlichen und mentalen Beschwerden befragt, mit erschreckendem Ergebnis. Mit einem Forschungsprojekt will sie nun gegensteuern.
]]>Gesundheitsvorsorge: In der Musik nötiger denn je. Bild: Pascal Widmer
Laut Christoph Louven vom Institut für Musikwissenschaft und Musikpädagogik der Universität Osnabrück waren rund 30 Prozent der Studierenden von musizierbedingten körperlichen Schmerzen betroffen; etwa 27 Prozent litten unter einer leistungseinschränkenden Auftrittsangst. Es sei zudem deutlich geworden, dass es trotz dieser hohen Prävalenzen im Studium keinerlei Angebote und Strukturen gibt, um aufkommende Probleme rechtzeitig zu erkennen, so Louven. Dies steigert ihm zufolge das Risiko, dass sich beruflich und persönlich existenzielle Krisen entwickeln.
Für die rund 250 Musikstudierenden an der Universität Osnabrück soll daher ein Angebot aus Lehrveranstaltungen, Workshops und Beratung geschaffen werden, das musikerspezifischen Beschwerden in körperlicher wie mentaler Hinsicht rechtzeitig vorbeugt. Es soll darüber hinaus ein lebenslanges, gesundes Musizieren ermöglichen. Ausserdem sollen die Studierenden in ihrer späteren Berufstätigkeit als Musik-Lehrkräfte die erworbenen Kompetenzen auch an ihre künftigen Schülerinnen und Schüler weitergeben.
Unter dem Titel «Gesund musizieren: Körperliche und mentale Gesundheitsförderung für Musikstudierende» soll das Forschungsprojekt der Uni frühzeitig gegensteuern. Das Vorhaben ist auf 2,5 Jahre angelegt und wird von der Techniker Krankenkasse mit 75’000 Euro gefördert.
Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat das überarbeitete Kulturkonzept 2027-2030 genehmigt. Er lässt der Kultur jährlich rund vier Millionen Franken mehr aus dem Lotteriefonds zufliessen.
Die nächsten vier Jahre legt der Kanton Thurgau laut Medienmitteilung den Fokus auf vier kulturpolitische Handlungsfelder. Sie umfassen die Förderung von Strukturen und Projekten, die Weiterentwicklung der kantonalen Museen und der Museumslandschaft des Kantons, die kulturelle Teilhabe sowie die enge Zusammenarbeit mit weiteren Kulturakteurinnen und -akteuren. Insgesamt erhöhen sich die geplanten Förderbeiträge und Entnahmen aus dem Lotteriefonds für die Jahre 2027 bis 2030 von bisher jährlich 13,2 Millionen Franken auf neu 17,2 Millionen Franken.
Leistungsvereinbarungen trifft der Kanton in der Musik mit dem Kulturverein Kaff, der Stiftung Kartause Ittingen/Ittinger Pfingstkonzerte, dem Thurgauer Kantonal-Musikverband, dem Symphonischen Blasorchester Kreuzlingen, dem Jugendorchester Thurgau, dem Kulturverein Presswerk, dem Sinfonischen Orchester Arbon, dem Vokalensemble Cantemus, dem Konzertchor Ostschweiz, dem Thurgauer Kantonalgesangverband, dem Verein Förderkreis Kammermusik Schweiz, dem Stadtorchester Frauenfeld, dem Kammerorchester Amriswil, dem Frauenfelder Oratorienchor und dem Oratorienchor Kreuzlingen.
Enrico Bassi, Absolvent des Master Specialized Performance Solist an der Zürcher Hochschule der Künste, hat beim diesjährigen ARD-Musikwettbewerb den ersten Preis im Fach Fagott gewonnen..
Enrico Bassi setzte sich im hochkarätig besetzten Fagott-Wettbewerb gegen seine internationale Konkurrenz durch und wurde mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15’000 Euro dotiert.
2001 in Parma geboren, begann Bassi seine musikalische Ausbildung am Conservatorio «Arrigo Boito» in seiner Heimatstadt. 2024 schloss er den Master Specialized Performance Solist an der Zürcher Hochschule der Künste bei Matthias Rácz erfolgreich ab. Im gleichen Jahr hat er, begleitet vom Orchester Argovia Philharmonic, den Wettbewerb «The Muri Competition» gewonnen.
Der Internationale Musikwettbewerb der ARD zählt zu den renommiertesten und grössten Wettbewerben für klassische Musik weltweit. In seinem 75. Jubiläumsjahr traten junge Musiker aus aller Welt in den Kategorien Fagott, Orgel, Schlagzeug und Streichquartett an.
Numa Bischof Ullmann beendet seine Intendanz beim Luzerner Sinfonieorchester im Sommer 2028. Das Klavierfestival Le Piano Symphonique wird er als Künstlerischer Leiter weiterführen.
Unter der Leitung von Numa Bischof Ullmann sei das Orchester umfassend weiterentwickelt und ausgebaut worden, schreibt das Ensemble. Mit «einer klaren künstlerischen Vision, konsequenter Internationalisierung und strukturellem Ausbau» habe er es als eines der führenden Schweizer Orchester mit internationaler Ausstrahlung etabliert. Seine Intendanz endet nach 25 Jahren per Ende Juni 2028. Der Verein Luzerner Sinfonieorchester (LSO) wird «den Prozess zur Neubesetzung der Intendanz zeitnah einleiten».
Zu den wesentlichen Meilensteinen von Bischofs Intendanz zählen der Ausbau des Klangkörpers auf die heutige Orchestergrösse, die Gastspiele in über 30 Ländern, zahlreiche Tonträgerproduktionen und Kompositionsaufträge, die Gründung und der Aufbau der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester, die Finanzierung des Orchesterhauses sowie die Initiierung und künstlerische Leitung des Klavierfestivals Le Piano Symphonique.
Nach dem Ende seiner Intendanz wird Bischof dem Luzerner Sinfonieorchester verbunden bleiben. Er wird das Klavierfestival Le Piano Symphonique als Künstlerischer Leiter weiterführen und die Geschäftsführung der Stiftung für das Luzerner Sinfonieorchester verantworten.
2024 wurde mit fast 70'000 Kulturunternehmen in der Schweiz ein Höchstwert erreicht. Die Kulturuntenehmen werden aber immer kleiner und haben weniger Beschäftigte.
]]>Beflaggte Fassade des Bundeshauses in Bern. Foto: william87/depositphotos.com
Die Anzahl der Kulturunternehmen belief sich 2024 laut der Medienmitteilung des Bundesamtes für Statistik auf 69 441. Dies ist eine Zunahme um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ein neuer Höhepunkt seit dem ersten Statistikjahr 2011. Gegenüber 2019, also vor der Covid-19-Pandemie, zählte die Schweiz 7,2 Prozent mehr Kulturunternehmen – und ein Viertel mehr als 2011. In der Gesamtwirtschaft stieg die Anzahl Unternehmen demgegenüber seit 2011 um nur 15,6 Prozent. Der Anteil an Kulturunternehmen nimmt dabei zu: Stellten sie 2011 noch 9,8 Prozent aller Firmen, waren es 2019 10,5 Prozent und 2024 10,7 Prozent.
Die Zunahme zwischen 2023 und 2024 war im Sektor Kulturerbe und in den Darstellenden Künsten deutlich, in den Kreativbereichen Audiovision und Multimedia sowie Werbung sogar markant. Im Kunsthandwerk ging die Anzahl Unternehmen leicht zurück, während sie im Bereich Buch und Presse deutlich abfiel. In Letzterem zählte man 2024 sogar 12,3 Prozent weniger Unternehmen als noch 2019, wobei dieser Wert bereits seit 2015 kontinuierlich sank.
Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft, in der die Anzahl Beschäftigte seit 2011 stärker zunahm, beobachtet man eine langsame Schrumpfung des Kultur-Anteils: 2011 stellte der Kultursektor noch 4,7 Prozent aller Beschäftigten, 2019 waren es 4,4 Prozent, und 2024 4,2 Prozent, trotz steigender Anzahl Kulturunternehmen. Die immer zahlreicheren Unternehmen im Kultursektor werden somit immer kleiner.
An der 11. Conducting Competition des Schweizer Blasmusikverbandes (SBV) hat die Jury je einen zweiten Preis an Luca Belz und Romain Gili vergeben. Ein dritter ging an Julia Wyser. Der erste Preis wurde allerdings nicht vergeben.
]]>Romain Gili, Luca Belz. Julia Wyser (v.l.n.r.). Im Hintergrund das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel. Bild: Rudolf Hug
Der dreiteilige Wettbewerb stellte die neun Teilnehmenden vor unterschiedliche Herausforderungen. In der Vorrunde probten sie während zwanzig Minuten mit dem WindOrchestra Baden Wettingen eine dem Orchester unbekannte Komposition. Die Jury bewertete dabei vor allem die Probenmethodik. Sechs Dirigiertalente qualifizierten sich für den Halbfinal. Dort standen ihnen fünf Minuten zur Verfügung, um mit der Elite-Formation Brass Band Emmental ein ihnen bekanntes Werk zu proben, das anschliessend direkt aufgeführt wurde. Der Fokus lag auf der Dirigiertechnik. Julia Wyser, Luca Belz und Romain Gili qualifizierten sich für den Final. Die Wettbewerbsanforderungen seien enorm hoch, schreibt der SBV, deshalb hat die Jury, bestehend aus Annick Villanueva (F), Chiara Vidoni (I) und Stefan Roth (CH), keinen ersten Preis vergeben.
Für Romain Gili gab es einen zweiten Preis. Gili studierte Trompete, Klavier und Orchesterleitung und hat einen Master-Abschluss in Orchester- und Chorleitung (Luzern, 2024). Er dirigiert das Orchestre Bis Repetita Lausanne, die Orchestergesellschaft Affoltern a. A., das Jugend-Sinfonieorchester NAK Schweiz, die Musikgesellschaft Mühlau, die Feldmusik Alpenrösli Unteriberg, das Sooregosler-Chörli Oberkirch und den Chor der Theatergesellschaft Entlebuch.
Luca Belz, der ebenfalls einen zweiten Preis erhielt, dirigiert die Musikgesellschaft Wasen i. E. Er ist als Trompeter und Dirigent in der Schweizer Musiklandschaft aktiv und absolvierte Studien in Musikpädagogik und Blasmusikdirektion. 2023 gründete er das Projektorchester Blasorchester Region Bern, mit dem Ziel, sinfonische Musik auf höchstem Niveau aufzuführen. Im selben Jahr leitete er am aVENTura Festival das Symphonische Blasorchester Schweizer Armeespiel.
Julia Wyser, für die es einen dritten Preis gab, spielt Trompete. Sie dirigiert die Stadtmusik Dietikon (ZH) und die Musig Sulgen (TG). Sie hat einen Bachelor of Arts in Blasmusikdirektion und Trompete an der Hochschule Luzern erworben und wird im September ein Masterstudium Trompete Pädagogik mit Minor Orchesterleitung an der ZHdK beginnen.
]]>Dachverband der Musikindustrie will Streaming-Betrug bekämpfen
https://www.musikzeitung.ch/allgemein/2026/09/dachverband-der-musikindustrie-will-streaming-betrug-bekaempfen
Mon, 14 Sep 2026 08:43:24 +0000https://www.musikzeitung.ch/?p=75639IFPI, der internationale Dachverband der Musikindustrie, startet eine «Streaming Integrity Initiative» zur Bekämpfung von Betrug im Streaming-Bereich.
]]>Streamingdienste sind oft das Ziel betrügerischer Machenschaften. (Bild: flickr)
Streaming Fraud bedeutet die Manipulation digitaler Musikdienste, um Einnahmen aus nicht echten Wiedergaben zu generieren. Dies geschieht oft in grossem Umfang, untergräbt das Vertrauen in Streaming-Dienste und entzieht Künstlern, Songwriterinnen, Plattenlabels, Musikverlagen und anderen Akteuren, die die Musikwirtschaft tragen, Einnahmen.
Musikvertriebsdienste spielten eine entscheidende Rolle als Zugangstor zum digitalen Musik-Ökosystem, hält der Dachverband IFPI fest. Die Dienste verfügten zudem über die «einzigartige Fähigkeit», zu verhindern, dass betrügerische Inhalte auf Streaming-Plattformen gelangen. Die neu lancierte «Streaming Integrity Initiative» (SII) will darum durch fünf zentrale Verpflichtungen eine gemeinsame Grundlage für branchenweite Massnahmen schaffen.
Teilnehmende Vertriebspartner verpflichten sich zu Folgendem:
• die Überprüfung der Rechteinhaberschaft und der Kundenidentitäten durch zuverlässige Verfahren;
• die Überprüfung von Inhalten mithilfe wirksamer Tools und Verfahren, um Rechtsverletzungen, betrügerische Aktivitäten und KI-bezogene Risiken zu erkennen;
• das Erkennen, Untersuchen und Eindämmen von Betrugsverdachtsfällen, einschliesslich des Vorgehens gegen Wiederholungstäter;
• Austausch von Informationen, soweit dies rechtlich zulässig ist, um zu verhindern, dass Kriminelle zwischen verschiedenen Diensten und Plattformen wechseln;
• Bewertung und kontinuierliche Stärkung von Systemen zur Betrugsbekämpfung, um neuen Bedrohungen entgegenzuwirken.
]]>Kendrick Scott und Savannah Harris unterrichten in Basel
https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/kendrick-scott-und-savannah-harris-unterrichten-in-basel
Fri, 11 Sep 2026 05:09:18 +0000https://www.musikzeitung.ch/?p=75622
Am Institut Jazz der Hochschule für Musik Basel FHNW übernehmen Kendrick Scott und Savannah Harris Professuren für Schlagzeug und Ensembles.
Savannah Harris absolvierte ein Doppelstudium in Journalismus und Jazz an der Howard University und erwarb einen Master in Jazz Performance an der Manhattan School of Music. Zudem ist sie Teaching Artist im Programm Jazz for Young People von Jazz at Lincoln Center und gibt Workshops und Masterclasses. Derzeit tourt sie mit Christian McBride, Cécile McLorin Salvant und Kenny Barron und arbeitet als Musical Director mit dem Rapper MIKE.
Kendrick Scott studierte an der High School for the Performing and Visual Arts und am Berklee College of Music. Zudem ist er Mitglied der Jazzfakultät der Manhattan School of Music, unterrichtete an der New School in New York und gibt international Workshops und Masterclasses. Er tourte und arbeitete mit Herbie Hancock, Charles Lloyd, Pat Metheny, Joe Lovano, Kenny Garrett, Dianne Reeves, Kurt Elling, Gretchen Parlato und Robert Glasper sowie mit dem SFJAZZ Collective und den Blue Note All-Stars. Jenseits des Jazz stand er mit Philip Bailey und Angélique Kidjo auf der Bühne.
]]>Lange wird Musikdirektor der Opera North
https://www.musikzeitung.ch/news/2026/09/lange-wird-musikdirektor-der-opera-north
Thu, 10 Sep 2026 07:42:02 +0000https://www.musikzeitung.ch/?p=75596
Der deutsche Dirigent Patrick Lange, der Dirigieren unter anderem an der ZHdK studierte, übernimmt bei der Opera North in Leeds das Amt des Musikdirektors. Er löst per August 2028 Garry Walker ab.
Patrick Lange studierte nach dem Abitur Dirigieren bei Hans-Rainer Förster und Peter Falk an der Hochschule für Musik Würzburg und bei Johannes Schlaefli an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Seine Karriere als Operndirigent begann er in Zürich und Luzern. Seither ist er regelmässig als Gastdirigent an führenden Opernhäusern weltweit tätig, darunter die Wiener Staatsoper, die Bayerische Staatsoper in München und die Opéra National de Paris. Weitere Engagements führten ihn an das Royal Opera House in London, die Opéra du Capitole in Toulouse, die Semperoper Dresden, die Opera Australia, das Opernhaus Zürich, die Canadian Opera Company und die Korean National Opera in Seoul.
Die Opera North ist eine englische Opernkompagnie in Leeds. Ihre Spielstätte ist das dortige Grand Theatre. Das zur Kompagnie gehörende Orchester deckt neben Leeds die Städte Nottingham, Salford, Newcastle upon Tyne und andere Kommunen in Nordengland ab.
Die Finalrunde des Internationalen George-Enescu-Wettbewerbs 2026 in der Kategorie Cello fand am 7. September im Athenaeum in Bukarest statt. Der 28-jährige Schweizer Cellist Samuel Niederhauser wurde nach seiner Darbietung von Schostakowitschs Cellokonzert Nummer 1 mit dem ersten Preis in Höhe von 15’000 Euro ausgezeichnet. Ausserdem gewann er 2000 Euro für die beste Interpretation des Auftragswerks «Waves of Gravel» von Malika Kishino sowie den Publikumspreis in Höhe von 1000 Euro.
Als Teil seines Preispakets erhält Niederhauser die Gelegenheit, im Februar 2027 ein Konzert im Teatro Fraschini di Pavia in Italien zu geben; dazu kommen weitere Konzerte und Solokonzerte in Rumänien sowie berufliche Betreuung und Beratung. Niederhauser studierte bei Thomas Demenga an der Musikhochschule Basel und bei Thomas Grossenbacher an der Zürcher Hochschule der Künste. Er ist Solocellist des Luzerner Sinfonieorchesters.
Den Vorsitz der diesjährigen Jury hatte Arto Noras inne; weitere Mitglieder waren Claudio Bohórquez, Marin Cazacu, Enrico Dindo, Elena Dubinets, Frans Helmerson, Dan Prelipcean, Valentin Răduțiu und Inbal Segev. Der Wettbewerb wird in Erinnerung an den rumänischen Geiger George Enescu seit 1958 in Bukarest in den Kategorien Klavier, Violine und Cello durchgeführt. In diesem Jahr haben sich 645 junge Musiker aus 55 Ländern angemeldet.
]]>(v.l.n.r) Pius Strassmann (Vertreter des Kantons Luzern), Luis Greipl, Daria Bocharova, Hleb Sidaruk, Philomène Michel. Foto: PD
Elf Absolventinnen und Absolventen durften sich über eine Auszeichnung freuen: Drei erhielten den Strebi-Gedenkpreis. Der Kanton Luzern verlieh sechs ST.Art-Nachwuchsförderpreise Kultur. Die Stiftung Musikförderung an der Hochschule Luzern – Musik vergab einen Preis für klavierpädagogische Exzellenz aus dem Hella-Siegrist-Fonds. Und die Stiftung für die Schweizer Volksmusik und Volkskultur vergab erstmals den Jörg-Moser-Preis für Volksmusik.
Im Studiengang Bachelor of Arts in Music nahmen 59 Absolventinnen und Absolventen ihr Diplom entgegen – davon 43 im Profil Klassik, 14 im Profil Jazz sowie 2 im Profil Volksmusik. Der Bachelor of Arts/Musik und Bewegung verzeichnete 2 Abschlüsse, der Bachelor of Arts in Music/Kirchenmusik 2.
Insgesamt 154 Diplome wurden im Master of Arts in Music vergeben, die meisten davon im Bereich Major Performance Klassik mit 50 Abschlüssen. Im Master of Arts in Musikpädagogik erlangten 60 Absolventinnen und Absolventen die berufliche Qualifikation, um künftig an Musikschulen oder Maturitätsschulen zu unterrichten.
Darüber hinaus schlossen 97 Personen eine musikpädagogische, künstlerische oder Musikmanagement-Weiterbildung ab, in Form eines Master of Advanced Studies (MAS), Diploma of Advanced Studies (DAS) oder Certificate of Advanced Studies (CAS). 3 Personen erhielten zusätzlich das VMS-Diplom Musikschulleiter*in.
Gemeinsam mit den Departementen Design Film Kunst und Musik der Hochschule Luzern zeichnet der Kanton Luzern herausragende Abschlussarbeiten von Bachelor- und Masterstudierenden aus. Mit dem Nachwuchsförderpreis Kultur – ST.Art werden Kulturschaffende, die am Anfang ihrer Karriere stehen, in der Weiterführung und Vertiefung ihrer Arbeiten gefördert und beim Einstieg in die professionelle künstlerische Tätigkeit unterstützt.
Heuer sind dies: Luis Greipl, Master Performance Jazz mit Hauptfach Schlagzeug, Zürich; Paulina Pitenko, Master Solo Performance Klassik mit Hauptfach Saxofon, Lettland; Sophie Knöchelmann, Master Solo Performance Klassik mit Hauptfach Violine, Büren (Solothurn); Daria Bocharova, Master Performance Klassik mit Hauptfach Klavier, Israel; Philomène Michel, Master Performance Klassik mit Hauptfach Violine, Bern; Hleb Sidaruk, Master Interpretation in Contemporary Music mit Hauptfach Violoncello, Belarus.
An der Diplomfeier wurden auch drei mit je 2000 Franken dotierte Preise der Strebi-Stiftung für herausragende Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen verliehen: Johanna Christen (Bachelor Musik & Bewegung), Horw; Flavia Meyer (Bachelor of Arts in Musik, Jazz vokal, Gesang), Meggen; Leonard Spyrou (Bachelor of Arts in Music, Klassik instrumental, Klavier), Meggen.
Die Stiftung Musikförderung an der Hochschule Luzern – Musik vergab aus dem Hella-Siegrist-Fonds im Rahmen der Diplomfeier Preise für klavierpädagogische Exzellenz, und zwar an Roman Lukas Staubli, Oberurnen. Der Preis für Volksmusik wird dieses Jahr zum ersten Mal verliehen; er geht an Daria Occhini (Master of Arts in Musikpädagogik, Hauptfach Jodel) aus Ins.
Kaspar von Grünigen wird an der Hochschule für Musik Basel per Herbstsemester 2026 Studiengangsleiter der Studienrichtung MA Musikpädagogik am Institut Jazz sowie Dozent für Jazzdidaktik.
Kaspar von Grünigen studierte laut der Medienmitteilung der Hochschule Kontrabass, Producing und Komposition an der Hochschule für Musik Basel. Überdies verbrachte er ein Austauschsemester an der Hochschule für Musik in Göteborg. Sein künstlerisches Schaffen bewegt sich zwischen Jazz und improvisierter Musik, bezieht zeitgenössische und elektronische Musik ein und greift häufig gesellschaftliche Fragestellungen auf.
Seit fast zehn Jahren leitet er die Musikschule Jazz der Musik-Akademie Basel und hat sie in dieser Zeit entscheidend weiterentwickelt. Darüber hinaus war er Initiator und Mitveranstalter der Basler Konzertreihe Klappfon, und er engagiert sich kulturpolitisch für die Musikvielfalt in der Region. Die Studiengangsleitung MA Musikpädagogik hatte er 2024 ad Interim übernommen.
Zum Beginn des Schuljahrs 2026-2027 schenkt der Kanton Wallis allen im Kanton wohnhaften jungen Menschen des Jahrgangs 2010 ein Kultur-GA im Wert von 100 Franken.
Rund 4000 Walliser Jugendliche kommen laut der Medienmitteilung des Kantons in den Genuss dieser Massnahme, die auf eine Empfehlung des Jugendparlaments zurückgeht. Mit dieser Initiative soll der Zugang zur Kultur gefördert und besser auf das bestehende Kulturangebot aufmerksam gemacht werden. Gleichzeitig sollen die Begünstigten dazu angeregt werden, dieses gemeinsam zu entdecken.
Im Rahmen seiner Empfehlungen 2024-2025 wies das Jugendparlament Wallis darauf hin, dass das Kulturangebot bei der jungen Generation noch zu wenig bekannt sei. Dies gelte auch für das Kultur-GA für unter 26-Jährige. Zudem wurde hervorgehoben, dass der Zugang zur Kultur je nach soziokulturellem Umfeld, Ausbildung oder Wohnort stark variiere. Aufgrund dieser Feststellungen empfahl das Jugendparlament, den Zugang zur Kultur für alle Jugendlichen zu fördern, indem ihnen im Alter zwischen 16 und 18 Jahren erstmals ein Kultur-GA geschenkt werde.
Zum Beginn des Schuljahres 2026-2027 setzt der Kanton Wallis diese Empfehlung um. Dank einer Zusammenarbeit zwischen dem Verein Kultur-GA, der Dienststelle für Kultur und dem Verein Kultur Wallis erhalten dieses Jahr alle Jugendlichen, die 2010 zur Welt gekommen sind und im Kanton ansässig sind – rund 4000 Personen aus beiden Sprachregionen –, das Kultur-GA im Wert von 100 Franken als Geschenk. Eine ähnliche Massnahme war bereits 2021 im Rahmen der Konjunkturmassnahmen wegen der COVID-19-Pandemie durchgeführt worden; nun soll sie dauerhaft etabliert werden.
Suisseculture, der Dachverband der Schweizer Kulturschaffenden, ist erfreut, dass die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur des Nationalrates von einer Abschaffung der Kopiervergütungen absieht.
Die Kopiervergütungen sind laut Suisseculture ein von den Verwertungsgesellschaften professionell und pragmatisch geführtes System. Sie würden eine Wertschöpfung mit geschützten Inhalten erfassen. Suisseculture zeigt sich darum in einem aktuellen Communiqué froh darüber, dass die Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) des Nationalrats einen Vorstoss von SVP-Nationalrat Thomas Aeschi zur Ablehnung empfiehlt. Aeschi will via parlamentarische Initiative das «ungerechte und verstaubte Modell der Kopiervergütung» abschaffen.
Suisseculture spricht sich demgegenüber für Vereinfachungen bei der Datenbeschaffung und eine Überprüfung der Vergütungssumme aus. Angesichts der tatsächlichen Nutzungsmengen geschützter Inhalte empfindet der Verband den heutigen Betrag als «sehr bescheiden».
Suisseculture empfiehlt dem Nationalrat, Aeschis Vorstoss keine Folge zu geben und damit dem Antrag der WBK zu folgen. Zu Annahme empfohlen wird hingegen ein Postulat mit dem Titel «Modernisierung der Kopiervergütung», das weitere Abklärungen vorsieht. Erst danach sei über einen allfälligen gesetzgeberischen Handlungsbedarf zu entscheiden.