Mit Chor und 
Orchester im Piemont

Mit Chor und 
Orchester im Piemont

Kurt Hess, Vorstand EOV , 07.05.2014

Musik und … so viel Bereicherndes! Der EOV-­Redaktor kann heute mit einem 
Selbsterfahrungsbericht aus dem Süden aufwarten. 


Das Berner Musikkollegium und der Singkreis Bethlehem/Thun besuchen alle zwei Jahre das Dörfchen Terruggia, um dort eine Sinfonie und ein Chorwerk einzustudieren. Eine Tradition, die nun schon zwanzig Jahre alt ist!


Musik und … ­
eine Hügellandschaft


Ein besonderes Atout der Chor- und Orchesterwoche ist nur schon die Landschaft: Die sanften Hügel des Monferrato, auf jedem ein kleineres oder grösseres Dorf mit einer immer grossen Kirche, tun dem Auge so gut und zeigen etwas vom inneren und äusseren Reichtum dieser oberitalienischen Region auf. Unnötig zu sagen, dass die Teilnehmenden auch die Aspekte des Weinbaus in der Nähe der Städte Asti und Alba eingehend und praktisch verfolgten und zu Hause weiter verfolgen!


Musik und … Frühling


Ein Vorteil dieser Woche ist auch, dass man den Frühling gleich zweimal erlebt: Norditalien ist da jeweils deutlich weiter als die bernischen Gefilde, und bei der Rückkehr erlebt man dann das Ganze noch einmal, wenn der bernische Frühling dann doch auch noch ausbricht …


Musik und … ­
ein grosses Vierstern-Hotel


Die ganze Gesellschaft hat in einem einzigen Hotel am Ort des Probens Platz. Das Hotel wurde in der Zwischenzeit zu einem vollumfänglichen «Village» ausgebaut, wo «alte» Piemont-Gänger bereits davon sprechen, wieder heimgekommen zu sein.


Musik und … 
lokale Unterstützung


Ohne die hochwillkommene Unterstützung der Kirche und der Gemeindeverwaltung läuft in einem solchen Projekt naturgemäss nicht viel. Umso froher sind wir, klappen die Verbindungen zu den sehr freundlichen Gastgebern problemlos. Das Orchester probt übrigens im Dorftheater – erst kürzlich ausgebaut zum Ballettsaal: Der Dirigent ist jetzt mindestens doppelt sichtbar …


Musik und … gute Gesellschaft


Es versteht sich von selber, dass in einer solchen Woche der eine oder andere neue Kontakt geknüpft werden kann. Immer hat man die Basis des gemeinsamen Musizierens im Hintergrund, und so sprechen Choristen mit Orchestermusikerinnen über die jeweiligen Probleme beim Erarbeiten der Literatur und den immer noch zu kurzen Probezeiten – bei fast sieben täglichen Stunden Probe …


Musik und … Erholung pur


Die Probezeiten sind so gelegt, dass eine ausreichende südländische Siesta ihren festen Platz und Stellenwert hat. Die ganz Fleissigen gehen dann noch joggen oder spazieren, andere machen etwas Kammermusik oder üben ihren Orchesterpart und die Dritten erholen sich einfach von den Anstrengungen des Probenmorgens und bereiten sich schlafenderweise auf die langen Barbesuche und die anschliessenden kurzen Nächte vor. Schön ist, dass durch die Konzentration der Kräfte auf das musikalische Geschehen der Alltag mit dem Beruf in weiter Ferne liegt, was den Erholungswert kräftig erhöht. 


Musik und … 
grossartige Dirigenten


Den Chor dirigiert hat Lucius Weber als langjähriger Dirigent der beiden Singkreise, trefflich unterstützt von Ludmilla Ouroumova als Korrepetitorin. Das Orchester kam mit seiner eigenen Konzertmeisterin, Ilona Naumova, und hat dazu den Dirigenten Hervé Grélat aus dem Jura für diese Woche gewinnen können – ein Glückstreffer, wie sich schon bald zeigen sollte. Hervé ist im BMK insofern kein Unbekannter, als er früher bereits zwei Streicherproben als Ersatz für einen damaligen Probedirigenten geleitet hat. Mit viel Einsatz, Präzision, Humor und lustigen Geschichten hat er uns durch die Klippen der pfiffigen und temporeichen Sinfonie in A von Camille Saint-Saëns geführt, die bereits im zarten Jünglingsalter von 15 Jahren ent­standen ist – aber alle Merkmale des späteren grossen Komponisten schon in sich trägt. Unter Hervés Leitung haben wir uns quasi durch die Sinfonie gelächelt …! Das Chorwerk war die Messe in Es von Johann Nepomuk Hummel, ein klangschönes und intensives Werk, das dem Chor wie auch dem Orchester viel Freude gemacht hat bei Vorbereitung und Aufführung. Mit dazu beigetragen haben natürlich die vier souveränen Gesangssolisten – zwei Italiener (Sopran und Tenor) und zwei Schweizer (Alt und Bass).


Musik und … ein lokaler Chor


Zum zweiten Mal hatten wir das Vergnügen, dass der lokale «Casalecoro» uns bei der Aufführung klangstark unterstützte und uns auch die Türen öffnete für ein zweites Konzert im Dom von Casale. Da Casale selber kein eigenes Amateur-Orchester hat, ist der Chor auf den Beizug von entfernteren Orchestern angewiesen und hat auch schon mit anderen Schweizer Orchestern zusammen musiziert.


Musik und … Zuzüger 


Das Berner Musikkollegium wie auch der Singkreis Bethlehem können natürlich nicht vollständig mit der eigenen Crew eine Woche lang Musik machen. Deshalb sind beide Klangkörper jeweils offen für weitere Interessentinnen und Interessenten, die mal eine solche Woche erleben möchten und dabei in der Lage sind, diese Literatur innerhalb einer Woche aufführungsreif hinzukriegen. Beim BMK sind wir jeweils besonders auf zusätzliche Streicherinnen und Streicher angewiesen.


Musik und … 
zwei tolle Konzerte


Und so hatten wir Schweizer am Freitag in der Kirche von Terruggia und am Samstag im Dom von Casale das Vergnügen, uns der zahlreich erschienenen italienischen Gästeschar mit Werken eines Franzosen und eines Oesterreichers zu präsentieren und somit unseren Teil zur Völkerverständigung beizutragen. Am 27. April wiederholte sich das Ganze dann noch für die daheim Gebliebenen in der Kirche Bethlehem/Bern.

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