Orchesterverein Oerlikon in
Cremona


Orchesterverein Oerlikon in
Cremona


Madeleine Goerg-Günthardt , 01.10.2014

Auf die Initiative von Raphael Leone hat Johannes Reinhard vom EOV im Februar 14 
kurzfristig ein Laienorchester für zwei Konzerte im Juli in Cremona IT gesucht. Und beim OVOE gefunden.


Unser Orchester, sowie der Dirigent Günther Stückle waren von der Idee sofort begeistert. Als zuerst gemeldetes Orchester erhielten wir den Zuschlag. Es war nicht einfach begeisterte Amateure als Ersatz für einzelne fehlenden Mitspieler zu finden, denn jeder zahlte die Reise und den Aufenthalt selber. Wir brauchten für das Orchester samt Begleitpersonen, die Pauken, Kontrabass und Gepäck einen 50-Personenbus (Rösli Reisen Winterthur erfüllte unsere Wünsche optimal). 


Schlussendlich nahmen 32 aktive und 22 Begleitpersonen an der Konzertreise teil. Das anspruchsvolle Programm: Haydns letzte Sinfonie 104, Hoffmeisters Konzert für Viola und die Englische Volksliedersuite von Ralph Vaughan Williams forderten das Orchester. Die ‚Neuen‘ waren sofort integriert und ein paar Tage vor der Abreise hatte unser italienisch sprechende Konzertmeister auch noch alle Besichtigungen ausgehandelt. 


Es war eine wundervolle Reise bei strahlendem Wetter. Die Ankündigungen der Konzerte durch die Handelskammer von Cremona und den Touring Club Italiano waren nicht nur auf Plakaten sondern auch via 24 Internetseiten und der lokalen Tagespresse geschehen. Unser Open Air Eröffnungskonzert für das Cremona Musikfestival am Freitag 11. Juli Abend im Cortile Frederico II ‚sotto le stelle‘ begeisterte das Publikum im bis auf den letzten Platz (und extra Stehplätze) belegten Innenhof direkt beim Domplatz. Auch das zweite Konzert in der Kirche Santa Maria Maddalena mit den schönen Fresken, zwei Tage später und nur 400m vom Domplatz entfernt, war gut besucht. Die eingeladenen Journalisten lobten am nächsten Tag in der Tagespresse das hohe Niveau des OVOE, sowie das kunstvolle und beeindruckende Spiel der Solistin Rui Hashiba (Solo-Bratschistin des Kärnter Symphonieorchesters) auf der warm und voll klingenden Viola, welche von Pietro H.S. Rhee in Cremona gebaut worden war.


In der Stadt bot nicht nur die Kathedrale als Mittelpunkt von sternförmig verlaufenden Gassen aus immer neue Aspekte; auf Schritt und Tritt fanden wir schöne alte Bauten und bemerkenswerte Details (da ein romantischer Bogen, dort eine geschnitzte Türe, ein Hinterhof mit Blumen, ein reich verziertes Schmiedeisengitter) zum Fotografieren. 


Es gibt in Cremona 78 Geigenbauwerkstätten, mehr als 300 Geigenbauer (jeder zweite von 1000 Einwohnern). Hier werden jährlich weltweit die meisten neuen Streichinstrumente (manuell ist Ehrensache) pro Jahr gebaut. Besonders beeindruckte uns (nicht nur die Streicher, auch die vollständige Bläserbesetzung) die Cremoneser Geigenbauerin Alessandra Pedota, wie auch der prominente Geigenbaumeister holländischer Herkunft Mathijs Heyligers, die uns die Verwendung der Hölzer sowie den Aufbau der Instrumente Schritt für Schritt erläuterten. So unter anderem auch wieso die Violine rund um die Decke einen eingelegten Streifen aus einem 3-fachen dünnen Holzband braucht. Das „Museo del Violino“ der „Fondazione Stradivarius“ ist einzigartig mit seinen Instrumenten seit dem 16 Jahrhundert. Neben berühmten Instrumenten von Amati oder Guarneri durften wir als Highlight der Ausstellung die „Cremonese“, die Stradivari-Geige von 1715 bewundern. Stradivari verfeinerte den Geigenbau an mehr als 1000 Instrumenten in seinen 95 Lebensjahren und gab seine Kenntnisse der Öffentlichkeit bekannt, da er im Gegensatz zu Guarneri und Amati keine Geigenbaudynastie gründete. Ja, der Lack von Stradivari war kein Geheimnis, er kaufte die Zutaten einfach beim lokalen Apotheker. 


Als schliesslich trotz dem Stau vor dem Gotthard am Sonntag noch alle zeitig ihre Verkehrsmittel nach Hause erreichten, zählen wir diese Reise zu unseren schönsten Erlebnissen. 


Traduction : Valérie Chauvinc —

En février dernier, une initiative de Raphael Leones a propulsé notre président Johannes Reinhard dans une mission de dernière minute : trouver un orchestre qui se rende à Crémone, en Italie, pour donner deux concerts dans le cadre du Festival d’été. L’orchestre d’Oerlikon (OVOE) a répondu présent.


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