Derungs: Vermittler rätoromanischer Musikkultur
Förderung von
Aufführungen mit Werken von Schweizer Komponisten


Derungs: Vermittler rätoromanischer Musikkultur
Förderung von
Aufführungen mit Werken von Schweizer Komponisten


Susanne Bürgisser-Derungs, 03.12.2014

Der Komponist Gion Antoni 
Derungs (1935-2012) steht auch nach seinem Tod an der Spitze der rätoromanischen Komponisten, er prägt die aktuelle Musikkultur mit einfachen Volksliedbearbeitungen bis schwie-
rigen, grösseren Formen der
Instrumental- und Vokalmusik immer noch entscheidend mit. 


— Gleichzeitig hat Derungs bewiesen, dass die rätoromanische Kultur und Tradition überzeugend in den Bereich der Kunstmusik integriert und als solche erhalten werden kann.


Derungs, 1935 in Vella geboren, studierte am Konservatorium und an der Musikhochschule in Zürich, u.a. bei Paul Müller-Zürich und Hans Andreae. 1960 wurde er Musikdirektor in Lichtensteig und amtete von 1962 bis 2002 als Domorganist an der Churer Kathedrale. Daneben unterrichtete er am Bündner Lehrerseminar in Chur die Fächer Klavier und Orgel und war Dirigent der rätoromanischen Chöre Rezia und Alpina, ferner des Quartet Grischun, mit dem er sich ab 1971 der Neuen Musik widmete.


Sein Schaffen umfasste nahezu alle Gattungen, von Opern bis zu Kammermusik, von Sinfonien bis zu Orgelmusik. Bei seinen Vokalwerken spielen die rätoromanische Sprache und das Liedgut der Surselva (Vorderrheintal) eine wichtige Rolle. Stilistisch war er zeitweise von gegensätzlichen Strömungen des 20. Jahrhunderts beeinflusst und hat Elemente aus Dodekaphonie, Aleatorik, Graphischer Notation und Minimal Music verwendet, schrieb aber auch tonal und modal. Der Ausbruch aus dem für eine sprachliche Minderheit spezifischen musikalischen Rahmen verbindet sich bei Derungs mit einer neuen Hinwendung zur musikalischen Tradition Romanischbündens. 


Die 2013 gegründete Fundaziun Gion Antoni Derungs fördert seine Musik auf mehreren Ebenen. Ein elektronisch verfügbares Werkverzeichnis soll Dirigenten und Dirigentinnen einen einfacheren Zugang zu seinen Kompositionen ermöglichen. Sein Liedgut wird gesammelt und in einer Gesamtedition herausgegeben. Aus Anlass seines 80sten Geburtsjahres im Jahr 2015 ehrt die Fundaziun den 2012 verstorbenen Komponisten mit einem Jubiläumskonzert am 2.6.2015 im Kulturcasino Bern. Weitere Konzerte finden am 10.11.2015 in Konstanz und am 11.11.2015 in Zürich statt. Orchester und Chöre werden angeregt, im Jubiläumsjahr Konzerte mit Werken von Derungs einzuplanen, die dann in einem gemeinsamen Programm dargestellt und wirksam bekannt gemacht werden. Schliesslich wird ein Gion Antoni Derungs Preis für wissenschaftliche Arbeiten von Studierenden und jungen Nachwuchswissenschaftlern ausgeschrieben. 


Die Vorstellung des Komponisten Gion Antoni Derungs ist ein willkommener Anlass, unseren Mitgliedern Folgendes in Erinnerung zu rufen: 


Der EOV möchte dazu animieren, vermehrt Werke von Schweizer Komponisten zu spielen. Deshalb subventioniert er einen Teil der Notenmiete.


Ab 2014 steht jeweils ein limitierter Betrag zur Verfügung, welcher es dem EOV erlaubt, seinen Mitgliedern einen Beitrag an die Notenmiete der Werke von Schweizer Komponisten zu leisten. Käufliches Notenmaterial sowie Kompositionsaufträge werden hingegen nicht subventioniert.


Die Anträge müssen mit beigelegter Rechnung, dem Konzertprogramm und einem Einzahlungsschein beim Kassier, René Roshardt, Letzistrasse 3c, 6300 Zug, eingereicht werden.

Traduction : V. Chauvinc —

Même après sa mort, Gion Antoni Derungs, un des compositeurs rhéto-romans les plus significatifs, continue d’influencer la culture musicale d’aujourd’hui. Ses candides adaptations de chants populaires aussi bien que ses opulentes œuvres vocales et instrumentales jouent toujours un rôle décisif. Il a prouvé que la culture et les traditions romanches ont parfaitement et définitivement leur place au sein de la grande musique.


Der EOV im Überblick

Verbandsadresse

Eidgenössischer Orchesterverband
3626 Hünibach

PC 30-11915-8

www.eov-sfo.ch

Präsident

Johannes Reinhard
Strättlingerweg 6, 3626 Hünibach
johannes.reinhard@eov-sfo.ch

Bibliothek

Notenbibliothek EOV c/o SBD,
Postfach 8176, 3001 Bern
T 031 306 12 50, F 031 306 12 13
eov-bibliothek@eov-sfo.ch

Redaktion Verbandsseiten EOV

Miriam Schild
Kirchenfeldstrasse 29, 3005 Bern
miriam.schild@eov-sfo.ch

Konzertagenda

classicpoint.ch

Vermischtes

Play@menuhin in Gstaad für Erwachsene und Jugendliche

Mal ein grosses Werk spielen, zu dem Sie bisher noch keine Gelegenheit hatten?

Jeden Sommer Anfang August werden diese Wünsche erfüllt! Anlässlich des Menuhin-Festivals in Gstaad findet jeweils eine Orchesterwoche für Erwachsene und Jugendliche statt.

Weitere Infos finden Sie hier