Orchestre Amabilis: Der Grundpfeiler des EOV in der WestschweizKulinarisch- musikalische Genusstage im Burgund

Orchestre Amabilis: Der Grundpfeiler des EOV in der WestschweizKulinarisch- musikalische Genusstage im Burgund

15.06.2016

Das Orchestre Amabilis aus Lausanne und ein ad hoc EOV-Orchester mit Mitspielern aus der ganzen Schweiz reisten über Auffahrt ins Burgund und gaben in Dole ein Konzert. Eine Geigerin und ein Geiger berichten von ihren Eindrücken der Tournee.

Miriam Schild — Nach 1974 und 2006 war das Orchestre Amabilis diesen Frühling bereits zum dritten Mal Gastgeber der Delegiertenversammlung des EOV – und damit so häufig wie kein anderes Westschweizer Orchester. Das Lausanner Kammerorchester bildete zudem den Kern der Orchesterformationen der über Auffahrt durchgeführten EOV-Tournee ins Burgund.

Seit der Umbennenung des vormaligen und 1962 gegründeten Orchesters der Kirche Saint-Paul zu «Amabilis» im Jahr 2002 ist das Ensemble auf mittlerweile über 40 feste Mitglieder zwischen 16 und 80 Jahren gewachsen und hat sein musikalisches Niveau sowie seine Bekanntheit deutlich steigern können. «Dieser Aufschwung ist primär das Verdienst unseres Dirigenten Ferran Gili-Millera, der Amabilis seit 2004 leitet», erklärt der Orchesterpräsient Yves Golay. «Wir haben zudem ein sehr freundschaftliches Verhältnis und einen starken Zusammenhalt untereinander.» So lasse man einmal pro Monat die Probe mit einem Buffet ausklingen, zu welchem stets mehrere Orchestermitglieder etwas beisteuerten. Die ausgeprägte Bindung an den EOV verdankt Amabilis seinem langjährigen Mitglied und ersten Geiger Jean-Daniel Avondet, der seit den frühen 1980er Jahren regelmässig EOV-Musikwerkstätten in der Deutschschweiz besucht.

> www.amabilis.ch

Hedi Boller — Im Vorfeld einer Tournee ist es oft stressig. Wer und was kommt überhaupt mit und wie? Die Zollbestimmungen werden auch nicht einfacher, da fällt trotz langer Planung im letzten Moment noch viel Papierkram an. Und die Konzerte? Das Programm ist schnell konzipiert, doch dann fehlen Bläser, angemeldet sind fast zu viele erste Geigen und zu wenig Bratschen.

Erleichtert sitzen Maurice Dentan und seine Frau Claudia mit Yves Golay, Präsident des Orchesters Amabilis aus Lausanne, im gemütlichen Keller der Finette in Arbois. Der Start ist geglückt. Alle geniessen die erste Mahlzeit auf der Reise, riesige Schüsseln mit knackigen, frischen Salaten werden weitergereicht, die Sprache mal Deutsch mal Französisch, unbeschwert und leger. So wird die Stimmung in diesen drei Tagen auch bleiben. Der Wein superbe, vom Wirt persönlich vorgestellt und serviert, findet grossen Anklang. Während einige nach dem Essen einkaufen, geniessen andere die herrlich warme Frühlings-sonne.

Am Abend erreichen wir die mittelalterliche Altstadt von Dole. Unser Konzertlokal, ein stattlicher Betonkubus unten am malerischen Fluss gleich neben dem Hotel Au moulin, weckt bei vielen Erinnerungen an das EOV-Konzert in Sankt Petersburg. Lächelnd und ruhig trotz Verspätung lädt unser Chauffeur behutsam die Instrumente aus. Ein feines Nachtessen mit anregenden Diskussionen schliesst den Tag ab.

Proben mit Humor

Konzertante fröhliche Strassenmusik kurz nach dem Frühstück am nächsten Morgen. Claudia und Maurice lassen Flyer verteilen, werben für das Konzert am Abend, während das Sinfonieorchester mit Ferrand Gili, Dirigent des Orchesters Amabilis, probt. Mit grosser Fachkenntnis, Ruhe und Humor bringt Ferrand Intonation, Artikulation und Rhythmus zum Stimmen. Es ist eindrucksvoll mitzuerleben, wie das EOV-Orchester in kurzer Zeit unter seiner Leitung Fortschritte macht und beim Konzert am Abend glänzend aufspielt. Einen fulminanten Schlusspunkt der Aufführung setzt das Orchester Amabils mit den Klängen von Emmanuel Chabrier.

Am letzten Tag ein Abstecher zum Hôtel-Dieu in Beaune: Die mittelalterliche Spitalstiftung, vom Kanzler Nicola Rolin nach dem 100-jährigen Krieg gegründet und im letzten Jahrhundert noch in Betrieb, fasziniert mit ihrer gotischen Architektur und den buntglasierten Dächern. Die Stadt mit ihrem lebhaften Markt lädt zum Verweilen ein. Für uns aber ist es Zeit für die Heimreise. Wir geniessen in Pommard zum Abschluss eine Weindegustation und bedanken uns bei den Verantwortlichen für die gute Organisation und diese erlebnisreichen musikalischen Reisetage.

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