«il mosaico» im Land des Feuers: Reise nach Aserbaidschan

«il mosaico» im Land des Feuers: Reise nach Aserbaidschan

25.03.2020

Das Toggenburger Jugendorchester «il mosaico» reiste vergan-genen Sommer nach Aserbaidschan. Ein Orchestermitglied berichtet über den spannenden Aufenthalt im Land des Feuers am Kaukasus.

Chiara Wyss – Im Juli 2019 machten wir uns mit einer kleinen Besetzung des «il mosaico» auf den Weg in einen uns noch unbekannten Teil der Welt, in das Land des Feuers. Auf Einladung der Schweizer Botschaft in Baku, liessen wir uns auf das Abenteuer Aserbaidschan ein.

In Baku gelandet, wurden wir von Mario Epp, der als Botschaftspraktikant unsere Reise nach Baku organisierte, herzlich empfangen. Er führte uns gleich in das wunderschöne Hotel in der Altstadt Bakus, in dem wir einen Teil der Übernachtungen verbringen durften, eine ehemalige Karawanserei, die eine orientalische Stimmung verströmte.

Zwei Reiseführer begleiteten uns auf der gesamten Reise und gaben uns einen wunderbaren, fundierten Einblick in ihr Land. Sogleich, als wir den «brennenden Berg» und den Feuertempel besichtigten, wurde uns klar, dass Feuer in Aserbaidschan eine sehr wichtige Rolle spielt. Beson-ders beeindruckend war der Kontrast zwischen den kunstvollen neuen Gebäuden und der Altstadt im Zentrum Bakus und den, sichtlich von der Sowjetunion geprägten, Aussengebieten.

Dass Musik über alle Sprachen und Kulturen hinweg verbindet, durften wir auch dieses Mal durch die grossartige Zusammenarbeit mit unseren Solisten Mathis Bereuter und Orkhan Huseynov, der an der Musikakademie in Baku studiert, erleben.

Werke von Honegger und Zülfüqarov

Wir spielten zwei Konzerte, eines davon im grossen Saal der Musikakademie Baku und das andere im Konzerthaus in Gabala, im grünen Landesinneren nahe der russischen Grenze. Auf dem Programm standen dabei das 1. Cellokonzert von Joseph Haydn, das 2. Klavierkonzert von Frédéric Chopin sowie – die Schweiz und Aserbaidschan repräsentierend – Arthur Honeggers Pastorale d’été und Mugham & Dance von Oytay Zülfüqarov. Die Konzerte fanden grosse Resonanz, bis hin zu einem Beitrag in der Tagesschau des aserbaidschanischen Nationalfernsehens.

Auf dem Weg nach Gabala konnten wir in die Kultur und die Berglandschaft Aserbaidschans eintauchen. Wir besichtigten ein Dorf, das sich durch das heimische Handwerk auszeichnet, und trotz des plötzlichen Regensturms war es sehr interessant, in den kleinen Läden und Werkstätten herumzustöbern.

Nach der Halbwüste in Baku durften wir im Kaukasusgebiet in einem Gasthaus logieren, so wie auch die Einheimischen ihre Ferien verbringen.

Es war eine spezielle Erfahrung in diesem etwas abgelegenen Tal und sie brachte uns als Orchester näher zusammen. Hier wohnten wir bei Lesgier, einer kleinen Volksgruppe, die ihre eigene Sprache hat und im Gegensatz zu den schiitischen Aserbaidschanern Sunniten sind. Bei der Besichtigung des Königspalasts von Sheki und einer ehemaligen Herberge an der Seidenstrasse, einer Karawanserei, wurde uns der orientalisch persische Einfluss im Lande bewusst.

Bad im Kaspischen Meer

Natürlich war nebst den vielen interessanten Besichtigungen auch das Essen ein Teil der Reise. Unsere Führer stellten uns die wichtigsten köstlichen Gerichte und Getränke vor. So spielt der Tee in der Kultur Aserbaidschans eine wichtige Rolle, denn er wird nach jeder Mahlzeit serviert. Auch den Kebab, das traditionelle Fleischgericht, und den würzigen Ziegenkäse durften wir ausgiebig geniessen.

Höhepunkte der Reise waren die Besichtigung der Schlammvulkane im Süden von Baku und der Besuch der bis zu 15 000 Jahre alten, eindrücklichen Höhlenzeichnungen von Gobustan. Selbstverständlich durfte auch ein Bad im Kaspischen Meer bei Abenddämmerung nicht fehlen.

Den Abschluss der Reise bildete der vorgezogene Schweizer Nationalfeiertag und die Feier der 20-jährigen Zusammenarbeit Schweiz-Aserbaidschan. Dabei durften wir vor einer einzigartigen Kulisse, dem Heydar-Alief-Zentrum für die zahlreichen Gäste aus Wirtschaft, Kultur und Politik spielen. Nebst den Hymnen, kam auch das Alphorn zum Einsatz und einige Orchestermitglieder spielten zum Apéro in einer Striichmusig Klänge aus dem Toggenburg.

Mit Vorfreude auf die Heimat und einem Koffer voller neuer Erfahrungen des gemeinsamen Musizierens und Entdeckens kehrten wir in die Schweiz zurück. Es war eine Reise der Superlative. Wir bekamen Einblick in ein uns fremdes Land, deren Kultur und Geschichte. Diese inspirierenden Eindrücke lassen uns mit neuer Motivation und Freude auf schöne Musik in das nächste Projekt starten.

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