Boswil: Wo Musik verkörpert wird

Boswil: Wo Musik verkörpert wird

29.04.2020

Bei der Boswiler Orchester-akademie für Amateure wird nicht nur Musik einstudiert, sondern auch bewusst der Körper geschult. Im Hinblick auf die nächste Ausgabe dieses EOV-Partnerangebots bietet eine der leitenden Musikphysiologinnen einen konkreten Einblick in ihre Arbeit.

Diana Tobler – Es ist die Überzeugung von Anne-Cécile Gross, der Dirigentin und Entwicklerin der Boswiler Orchesterakademie für Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker, dass Musik machen, egal mit welchem Instrument sie gespielt wird, nur im Einklang und unter Einbezug des Körpers gelingen kann. Gegen den Körper zu arbeiten, ihn gar zu unterdrücken, kann niemals Erfolg bringen. Jedem Hobbysportler ist klar, dass seine Leistungen nicht ohne Dehnübungen und Aufwärmen erbracht werden können. Dieses Bewusstsein wurde unter anderem von Johanna Gutzwiller und Irene Spirgi in die Welt der Musikerinnen und Musiker getragen. Die Boswiler Orchesterakademie hat das Glück, diese beiden Musikphysiologinnen im Leitungsteam mit dabei zu haben. Irene Spirgi hat sich als Vorschau auf die nächste Ausgabe, welche in der Woche vom 27. September bis zum 4. Oktober 2020 stattfindet, für einige Fragen zur Verfügung gestellt.

Irene Spirgi, welche Motivation hatten Sie als Physiotherapeutin, sich auf Musiker und Musikerinnen zu spezialisieren?

Ich mache selber schon lange Musik, spiele verschiedene Instrumente, das ist bereits pure Motivation. Zudem arbeite ich oft im Bereich der Bewegungsanalyse und -vermittlung, gerade da ist die Arbeit mit Musikerinnen und Musikern toll.

Wie darf man sich die Arbeit in der Kurswoche ganz konkret vorstellen?

Wir wärmen uns morgens auf. Dies geschieht sehr moderat, indem wir den Körper auf die Arbeit am Instrument vorbereiten. Es geht dabei konkret um Geschicklichkeit, Dehnung und Körperwahrnehmung – ein offensichtliches, aber unterschätztes Feld. Während der Proben sind wir mit dabei und arbeiten eng mit der Dirigentin Anne-Cécile Gross zusammen. Manchmal unterbricht sie die Proben und wir geben Inputs oder leiten kurze Sequenzen mit der Gruppe an. Nachmittags gibt es individuelle Einheiten mit den Teilnehmenden, in denen wir auf persönliche Fragen und Anliegen eingehen können. Ziel ist dabei, Tipps und Übungen zu zeigen, die man auch im Alltag umsetzen kann.

Wie unterscheidet sich die Arbeit während der Boswiler Orchesterakademie für Amateurmusikerinnen und -musiker von Ihrem sonstigen Arbeitsalltag?

Für mich ist es ganz klar die Offenheit, sich auf etwas Neues einzulassen, keine Hemmschwellen zu haben und ganz ungefiltert über Anliegen zu reden. Dazu kommt das Arbeitsklima: Alle sind sehr lustvoll dabei, wollen sich mit Musik und dem eigenen Körper auseinandersetzen.

Vielen Dank für diesen Einblick und das Gespräch.

Der EOV ist wiederum exklusiver Partner der Boswiler Orchesterakademie und alle Mitglieder von EOV-Orchestern können von einem 10-prozentigen Rabatt auf die Kurskosten profitieren. Das Erfolgsprojekt des Künstlerhaus Boswil richtet sich an begeisterte Amateurmusikerinnen und -musiker jeden Alters, die Lust auf besondere Repertoireentdeckungen der Orchesterliteratur haben. Dieses Jahr werden Edvard Griegs Peer Gynt-Suite, Dream Children von Edward Elgar und Antonín Dvořáks Legenden erarbeitet.

Zusätzlich zur Betreuung der Teilnehmenden durch die beiden Musikphysiologinnen und die Dirigentin, wird die Woche von Spitzenmusikerinnen und -musikern in der Rolle der Stimmführer und Bläserbetreuer geleitet. Ihre Erfahrung sowohl im professionellen Orchesterbetrieb als auch als Pädagogen lässt sie Schwierigkeiten schnell erkennen und direkt Lösungen offerieren.

Boswiler Orchesterakademie für Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker vom 27. September bis zum 4. Oktober 2020 im Künstlerhaus Boswil. Anmeldeschluss: 1. Juni 2020.

Weitere Informationen zum Projekt und Anmeldung unter:

> www.orchesterakademie.ch

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