Sich immer wieder neu (er-)finden

Sich immer wieder neu (er-)finden

30.06.2021

Studiert man die Chronik des 1896 gegründeten Orches-ters Liestal, liest man von vielen erfolgreichen Ereignis-sen, aber auch von einigen herausfordernden Situa-tionen. Zum 125-jährigen Jubiläum stellt sich das 40-köpfige Orchester vor.

Mareile Endhardt — Im Jahr 1896 wird das Orchester, von elf Gründungsmitgliedern, als «Orchester-verein Liestal» gegründet. Für die historische Einordnung des Jubiläums mögen folgende Ereignisse dienen: Puccinis La Bohème wurde uraufgeführt, der Bau der Zahnradbahn zum Jungfraujoch begann, die Röntgentechnik und das Kino wurden erfunden und erst sechs Jahre später wurde der überregional bekannte Chienbääse-Umzug in Liestal ins Leben gerufen.

Vielseitigkeit und Nachwuchsförderung

Über all die Jahre wurden zahlreiche Konzerte aufgeführt, nur unterbrochen durch Probenstopps 1919 während der Spanischen Grippe und 2020 durch den Lockdown wegen Corona.

Viel Wert wurde jeweils auf die Vielseitigkeit der Programme gelegt, so dass Musizierende sowie Zuhörerinnen und Zuhörer auf ihre Kosten kamen. Neben den grossen romantischen Werken für Sinfonieorchester hat sich das Orchester – oft mit grosser Spielfreude und Erfolg – mit seinen Dirigentinnen und Dirigenten stets auch an andere Genres wie Tango, Filmmusik, Musik für Kinder mit einem Sprecher oder auch «Rock meets Classic» gewagt, die auch teilweise völlig neue Spieltechniken erforderten. In den Programmen finden sich zudem mehrere Uraufführungen.

Kooperationen mit Solistinnen und Solisten und befreundeten Ensembles, oft auch aus der Region, befruchten den musikalischen, aber auch sozialen Austausch ebenso wie Projekte mit jungen Musikerinnen und Musikern. Durch Projekte mit Kindern und Jugendlichen konnten immer wieder neue Mitglieder gewonnen werden, welche bei uns Orchestererfahrung sammeln konnten und dann zuweilen sogar den Weg in ein Musikstudium fanden.

Die über die Jahrzehnte angesammelten Noten und Unterlagen konnten vor einigen Jahren dem Staatsarchiv Basel-Landschaft übergeben werden. Dort können auch andere Orchester von dem Archiv profitieren und Notenmaterial ausleihen.

Dirigentinnen und Konzert-meister formen das Orchester mit

Alle Dirigentinnen, Dirigenten und Konzertmeisterinnen haben das Orchester, das heute gut 40 aktive Mitglieder zählt, durch ihr Wissen, ihre Musikalität und Persönlichkeit mitgeformt und weiterentwickelt.

Seit 2014 steht das Orchester unter der Leitung von Roberto Fabbroni. Mit grossem Einsatz und der Unterstützung der zwei professionellen Konzertmeisterinnen fordert und fördert er das Laienorchester immer wieder und schafft so beglückende Momente für alle Beteiligten.

Neues Probelokal muss gefunden werden

Es stehen verschiedene Punkte auf der Pendenzenliste, welchen sich das Orchester Liestal stellen und sich vielleicht wieder einmal neu (er-)finden muss.

In den nächsten Jahren gilt es, ein neues Probenlokal mit Lagerräumen zu finden. Die wenigen geeigneten Aufführungsorte sind häufig ausgebucht. Deshalb beteiligt sich das Orchester an der Initiative für den Neubau einer Stadthalle in Liestal. Auch die Nachwuchsrekrutierung erfordert immer wieder viel Kreativität und persönlichen Einsatz.

Das Orchester nimmt jetzt wieder Fahrt auf und alle sind glücklich, wieder gemeinsam proben zu können und Ziele vor Augen zu haben. Die Jubiläumskonzerte finden am Samstag, 13. November und am Sonntag, 14. November statt. Auf dem Programm stehen Gustav Mahlers Adagietto aus der 5. Sinfonie, Camille Saint-Saëns’ Sinfonie in A-Dur und Léo Delibes Le roi s’amuse. Ausserdem werden Claude Debussy’s Claire de Lune in einer Orchestrierung von Caplet sowie die 1. Dreispitz-Suite von Manuel de Falla erklingen. Weitere Informationen und bald auch die genauen Konzertorte und Uhrzeiten sind auf der Website zu finden: www.orchesterliestal.ch

Wir heissen neue Mitglieder und Freunde immer herzlich willkommen und freuen uns, Sie an einem unserer nächsten Konzerte kennen zu lernen!

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