New Gates for FMD

New Gates for FMD

24.11.2021

Das ForumMusikDiversität konzentriert sich in Zukunft auf Musikalisches und plant ab nächstem Jahr rund um die Mitgliederversammlung ein Minifestival.

Anmari Wili — «Neue Tore für das FMD», so hiess das Konzert zur Mitgliederversammlung des ForumMusikDiversität Schweiz vom 16. Oktober 2021. Dass die Paul Sacher Stiftung vor sieben Jahren das Werk der finnischen Komponistin Kaija Saariaho in ihre Sammlung aufnahm, nahmen wir als Ausgangspunkt für unsere Programmierung. Zu Kaija Saariho wählten wir die jüngere finnische Komponistin Lotta Wennäkoski, sowie die jüngere schweizerische Komponistin Caroline Charrière aus und konnten so eine interessante Auseinandersetzung mit zwei verschiedenen Kulturen und Generationen erreichen.

Zu unserem treuen Mitglied Pia Blum gesellte sich ein zahlreiches aufmerksames Publikum, was genau unserer Absicht entsprach. Wir werden unseren Fokus in der nächsten Zukunft auf diese Art von Aktivitä-ten setzen, denn wir wünschen uns einen Dialog mit den Interessierten am FMD.

Mit dem Konzertprogramm New Gates for FMD werden wir mit LE DONNE IDEALI eine CD herausgeben. Anlässlich der Mitgliederversammlung 2022 werden wir anstelle eines einzelnen Konzerts ein Minifestival zusammenstellen, welches wir auch mittels CD dokumentieren werden. Diese zukünftigen Aufnahmen haben den Sinn, die Musik vieler nicht wahrgenommener Komponistinnen an die Öffentlichkeit zu bringen. In unserer eigenen Bibliothek gibt es unzählige grossartige Werke, auf welche wir stolz sein können. Diese Werke gehören aus unserer Sicht nun unbedingt in neue interessante Zusammenhänge gefügt, in die Konzertsäle, Musikläden und auf die verschiedenen Musikplattformen im Internet.

In Zukunft werden von uns konzentriert Beiträge in der SMZ erscheinen, welche jeweils direkt im Zusammenhang mit der spezifischen Veranstaltung zur Mitgliederversammlung stehen.

Sehr gerne nehmen wir die Erzählungen von Hedy Graber, Migros-Genossenschafts-Bund, mit auf unseren Weg für das FMD:

«Meine Mutter Hedy Salquin, 1928–2012, war Dirigentin, Pianistin und Komponistin. Bereits als Kind habe ich hautnah erlebt, was es bedeutet, in einem Beruf tätig zu sein, in dem Frauen kaum vertreten sind. Meine Mutter war in erster Linie Künstlerin, nicht Feministin. Doch sie hat vielen Frauen als Wegbereiterin Mut gemacht, auch mit Familie einen künstlerischen Beruf auszuüben. Als Kind war es für mich absolut selbstverständlich, dass meine Mutter eine musikalische Karriere verfolgte. Erst die Reaktionen des Umfelds liessen mich erahnen, dass dies keine Selbstverständlichkeit war. Die Zeiten haben sich zwar geändert, doch das Potenzial ist immer noch enorm. Wir müssen als Gesellschaft diverser denken lernen. Es braucht Platz für neue Lebensmodelle und -entwürfe. Politik kann hier eine Rolle spielen, Plattformen für mehr Diversität ebenso. So leistet das ForumMusikDiversität Schweiz seit Jahren einen wertvollen Beitrag zum Thema. Persönlich bin ich in dieser Frage sehr pragma-tisch und integriere sie in meinen Alltag: Bei jeder Stellenbesetzung,in jedem Gremium frage ich ganz selbstverständlich: ‹Sind hier Frauen vertreten?›. Das hat einen direk-ten Einfluss auf meinen Arbeitsall-tag: Gelebte Diversität ist bereichernd und wertvoll.»

Hedy Graber ist Leiterin der Direktion Kultur und Soziales beim Migros-Genossenschafts-Bund in Zürich. Damit verantwortet sie die nationale Ausrichtung der kulturel-len und sozialen Projekte des Migros-Kulturprozent. Ihre Funktion beinhaltet auch den Aufbau und die Entwicklung des 2012 ins Leben gerufenen Pionierfonds.