Der Jugendmusikwettbewerb im Wandel

Der Jugendmusikwettbewerb im Wandel

13.03.2018

Am Jahreskongress der EMCY wurden neue Ideen für Jugend­musikwettbewerbe vorgestellt. Der SJMW, Mitglied der EMCY, war am Kongress durch Valérie Loher vertreten.

Die Resultate der ENTRADA-Wettbewerbe sind auf www.sjmw.ch abrufbar. Das FINALE findet in Zürich vom 3.-6. Mai statt.

Hans-Ulrich Munzinger — Die EMCY–European Union of Music Competitions for Youth–pflegt als europäisches Netzwerk den Austausch und die Diskussion unter den europäischen Anbietern von Jugendmusikwettbewerben. Ihre hauptsächliche Aufgabe sieht die EMCY darin, die Zusammenarbeit und den Austausch unter den nationalen Wettbewerben zu fördern und die Preisträger durch Kurse und Konzerte in ganz Europa zu promoten. Kongresse bringen die europäischen nationalen Wettbewerbe an einem Ort zusammen. Der Kongress 2017 in Malaga widmete sich den Fragestellungen: Wie können die Musikwettbewerbe Erfolg versprechend auf die Zukunft ausgerichtet werden? Welche Rolle spielen dabei die nationalen Austragungen? In welcher Weise können die EMCY-Partner von der europäischen Zusammenarbeit profitieren? Die Wettbewerbe sollen aktuell bleiben; sie sollen bezogen sein auf die gesellschaftlichen Umstände; ihre Attraktivität und Relevanz sollen erhalten bleiben. Paul Scholer, der luxemburgische Präsident der EMCY, zieht ein positives Fazit: »Es war ein äusserst kommunikativer Kongress mit einem regen Austausch von Erfahrungen und neuen Ideen. Ich muss wirklich sagen, dass Erfahrung und eine jüngere Generation sich hervorragend ergänzen. Ja wirklich! So bleiben Musikwettbewerbe jung und  dynamisch. Die Teilnehmer reisen motiviert ab, mit vielen Ideen im Gepäck.»

Der EMCY-Kongress 2017

Acht der insgesamt vierzehn EMCY-Nationen nahmen am Kongress 2017 teil. Sie berichteten über ihre Arbeit und stellten Projekte vor. Dabei zeigte sich: Die Erweiterung der Wettbewerbsdisziplinen ist vielerorts ein Thema. Dies wurde aus den Referaten deutlich. Der Einbezug der Neuen Musik wird dabei ebenso diskutiert wie der Umgang mit vermischten Stilen bis hin zum Einbezug der Volksmusik. Der Stellenwert der klassischen Musik in den Wettbewerben wurde kontrovers diskutiert, entsprechend den kulturellen Traditionen der Länder. Unterschiedliche Ansätze wurden sichtbar: einerseits die Idee, die Wettbewerbe mehr als Erfahrung für die Teilnehmenden zu gestalten, ohne dass es eigentliche Gewinner und Verlierer geben müsste, andrerseits der Vorschlag, online-Plattformen für den Wettbewerb zu nutzen. Valérie Loher vertrat als Geschäftsführerin den SJMW in Malaga. Sie schildert ihren Eindruck: «Je trouve les échanges lors de ces rencontres européennes organisées par EMCY très enrichissants et motivants. Particulièrement remarquable est de ressentir l’engagement des divers pays européens pour la jeunesse musicale. EMCY offre avec ces congrès une plateforme d’échange unique. Chaque pays a l’occasion de présenter son propre concours national. Il est frappant de constater que les mêmes questions de fond relatives aux changements de sociétés se posent aux organisateurs des concours nationaux. Souvent ces questions se retrouvent aussi dans l’enseignement de la musique en général.»

Zukunftsprojekte

… Übereinstimmung in den Erfahrungen – gemeinsames Interesse an neuen Projekten ... Deutschland stellte das Projekt Epoch_f vor: Eine einwöchige masterclass, die sich der zeitgenössischen Musik widmete. EMCY-Preisträger wurden dazu eingeladen. Nach masterclass und Konzerten in Deutschland gab es im Oktober eine Fortsetzung in Dänemark und der Slowakei. Kompositionen aus diesen Ländern waren einbezogen. Das Konzert in Bratislava wurde ergänzt durch Diskussionsrunden zum Thema Zeitgenössische Musik. Ein weiteres Projekt interessiert besonders: INTER-NATIONAL net_works+, das von 2018 bis 2021 laufen wird. Es befasst sich mit der Anpassung der jungen Musiker an den zukünftigen Markt und bezieht die Öffnung zu neuen Stilen ebenso ein wie den Einsatz von digitalen und anderen Medien. «Le projet est particulièrement fascinant parce qu’il pose la question des limites de la digitalisation, s’il y en a», meint Valérie Loher. «Ce thème de société mérite un travail approfondi auquel je souhaite vivement participer.»

Wie sieht Paul Scholer die weitere Entwicklung auf europäischer Ebene? «Jeder Wettbewerb muss sich konstant in Frage stellen,» meint er zunächst und fährt dann fort: «aber wenn ich die Zahl der Teilnehmer sehe, die sich den Wettbewerben stellen, sehe ich die Entwicklung doch sehr positiv.» Das digitale Zeitalter mache bei den Klassik-Wettbewerben nicht Halt, das müsse man berücksichtigen und einbeziehen, aber die «Performance» auf  der Bühne bleibe das Zentrale. «Anschlussmassnahmen werden immer wichtiger, die es den Preisträgern ermöglichen, sich musikalisch und persönlich weiterzuentwickeln: Die Förderung der Kompetenzen in der Bühnenpräsenz, der Programmation, der Musikvermittlung und im Umgang mit den digitalen Medien.» Den Schweizerischen Jugendmusikwettbewerb sieht Paul Scholer sehr positiv: «Der SJMW hat ein ‹know how›, das für uns sehr wichtig ist.» Über die Grenzen hinaus zusammenarbeiten und voneinander lernen: Dank dem EMCY ist es möglich. Der EMCY erfüllt eine wichtige Aufgabe, den Wettbewerben eine gute Zukunft zu ermöglichen. «Musik hat keine Grenzen», meint Paul Scholer abschliessend, «investieren wir gemeinsam in die musikalische Jugend!»

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