Ein Wettbewerb wie noch nie

Ein Wettbewerb wie noch nie

24.02.2021

Nach der durch die Corona-Situation erzwungenen Absage des letzten Wettbe-werbs war die Haltung des SJMW klar: 2021 muss der Wettbewerb wieder stattfin-den! Nach umfangreichen Vor-bereitungen ist es nun soweit.

Hans-Ulrich Munzinger — Seit 2007 leitet Valérie Probst die Geschäfts-stelle des SJMW. Im Gespräch blättern wir ein Jahr zurück. «Im März 2020 musste der Wettbewerb eine Woche vor den ENTRADA-Wettbewerben abgesagt werden», sagt sie. «Das hat es noch nie gegeben. Ein Schock für alle!» Und eine Enttäuschung für die Teilnehmenden und die Eltern, für die Lehrpersonen, und für die vielen Fachkräfte, die den Wettbewerb vorbereitet und organisiert hatten und zur Durchführung bereitstanden. Die Arbeit eines ganzen Jahres konnte nicht den erhofften Abschluss finden. Die Fachkommission und die Wettbewerbsleitung waren sich dann aber schnell einig: 2021 soll sich das nicht wiederholen können. Wie vorgehen? Wie den Wettbewerb durchführen? Valérie Probst, verantwortliche Organisatorin des SJMW, nennt drei Prioritäten: Es muss einen Wettbewerb geben, denn er ist für alle Beteiligten eine grosse Motivation, ein Arbeitsziel und dient ihrer individuellen Förderung. Der Wettbewerb muss sicher sein. Und die Durchführung muss für alle Kandidatinnen und Kandida-ten unabhängig von Instrument und Durchführungsort nach den gleichen Regeln erfolgen.

Die Kantone geben die Regeln vor

Acht Kantone sind in die Durchführung involviert, denn die Wettbewerbe 2021 finden wie immer dezentral in verschiedenen Regionen statt. Durchgeführt werden sie von den lokalen Musikschulen: Arbon, Baar, Bern, Genf, Lugano, Neuenburg, Sissach und Winterthur. «Die regionale Ausrichtung», betont Valérie Probst, «ist das Herz des Wettbewerbs. Der SJMW geht in die Regionen der Schweiz, er sucht die Zusammenarbeit mit den lokalen Musikschulen.» Das abschliessende Finale findet im wechselnden Turnus in der Romandie, im Tessin und in der Deutschschweiz statt, dieses Jahr zum ersten Mal in Luzern. Die Regeln der acht involvierten Kantone sind für den Modus der Durchführung massgebend. Es gelten die Regeln des strengsten Kantons, denn der Wettbewerb soll für alle gleich sein. Für das Einspielen der KandidatInnen ist nur 1 Person zugelassen. Das Vorspiel bestreiten die KandidatInnen dann alleine (mit Klavierbegleitung, wo nötig). Es gibt kein Publikum. Im Raum anwesend sind drei Jurymitglieder. Um den Kammermusikwettbewerb mit den mehreren Teilnehmenden durchführen zu können, galt es, geeignete Räumlichkeiten zu finden, was gelang. Damit aber noch nicht genug. Die Jury wird speziell instruiert. Sie arbeitet aus Gründen der Sicherheit mit digitalisiertem Notenmaterial. Die Resultatbekanntgabe und Rangverkündung werden als ZOOM-Veranstaltung durchgeführt, die KandidatInnen sind dazu von zuhause aus zugeschaltet. Ebenso das anschliessende Feedbackgespräch mit der Jury: mit jedem Teilnehmer einzeln, via ZOM-Schaltung.

Wettbewerbe entsprechen einem Bedürfnis

Der Wettbewerb 2021 führt den vorgegebenen Turnus weiter, er ist also für die Solodisziplinen Klavier, Blechbläser, Gitarre, Gesang ausgeschrieben. Die übrigen Instrumente sind wie immer zum Beispiel im Kammermusikwettbewerb zugelassen. Kommen die Jugendlichen überhaupt an den Wettbewerb? Gibt es genügend Anmeldungen? «Ja», sagt Valérie Probst, «es hat sogar noch etwas mehr Anmeldungen als in den vergleichbaren Jahren. Auch im Wettbewerb Jazz&Pop: gleichviele Solo-Anmeldungen wie letztes Jahr, einige Bands, aber keine Big Bands, wegen Corona waren Proben für grössere Formationen kaum möglich.» Die Modalitäten, wie dieser Wettbewerb durchgeführt wird, waren zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht im Detail erarbeitet. Auch die neu eingeführte und erstmals durchgeführte Disziplin Free Space startet mit 6 Anmeldungen. Demnächst wird aufgrund der eingesandten Videos die Auswahl getroffen, wer am Finale in Luzern dabei sein kann. «Wir sehen, dass es einem Bedürfnis entspricht», meint Valérie Probst, «ein grosses Ziel zu haben und sich mit anderen in der ganzen Schweiz musikalisch zu messen. Auch wenn das dieses Jahr nur beschränkt möglich sein wird, weil alle Präsenz- und die Zusatzveranstaltungen wie die Preisträgerkonzerte, das Zusammenkommen und der gemeinsame Ausflug entfallen müssen.» Der SJMW hat sich auf die Fahne geschrieben, zu fördern, Standortbestimmungen anzubieten und mit fachlichen Feedbacks zur Weiterarbeit beitragen. Das ist er den jugendlichen Musikerinnen und Musikern schuldig. Viele haben das in diesem Sinne aufgefasst und dem SJMW ein positives Feedback zukommen lassen. Für Valérie Probst und ihr Team allerdings ist es bitter, nicht am Wettbewerb dabei sein zu können – nach den intensiven Vorbereitungsarbeiten bleibt für die Organisation der schöne Schlusspunkt aus.

Der Blick in die Zukunft

«Wir sind sehr glücklich», sagt Valérie Probst, «dass der Wettbewerb stattfinden kann. Wir haben für die Vorbereitung bereits viel Lob erhalten. Wir spüren: es ist ein Bedürfnis da. Aber im Ganzen, das muss man sagen, ist diese Krise ein enormer Einbruch in die Freiheit und Entwicklung der einzelnen.» Nach den umfangreichen Vorbereitungen hofft sie, dass ein guter, ein authentischer Wettbewerb stattfinden kann. «Wir versuchen, in dieser schlimmen Situation das Beste zu machen. Die Kinder und Jugendlichen, die mit Leidenschaft und Herzblut musizieren, haben es verdient.» Und wie um das Gesagte zu unterstreichen, wechselt sie auf das Thema Jubiläumsjahr 2025. Der SJMW wird dann 50 Jahre alt. Fünfzig erfolgreiche Jahre. Die Vorbereitungen zu diesem grossen Jubiläum – dies sei jetzt schon verraten – sind bereits im Gange!

Classica: ENTRADA 19.-21. März an verschiedenen Orten,

Finale: 6.-9. Mai im Südpol Luzern

Jazz&Pop: Come together 10. April

Free Space: Auftritt am Classica Finale in Luzern

Resultate und Informationen:

> www.sjmw.ch

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