Glückwünsche zum Jubiläum von Les Passions de l’Ame

Glückwünsche zum Jubiläum von Les Passions de l’Ame

09.01.2018

Mit drei von der Kritik ausgezeichneten CDs, dem internationalen Durchbruch und vielen neuen Projekten feiert das Berner Orchester für Alte Musik unter der Leitung von Meret Lüthi sein 10-jähriges Bestehen.

Valeria Lucentini — Ein Jubiläum bietet die Möglichkeit, selbstbewusst auf die Vergangenheit zu schauen, mit Freude und Dankbarkeit auf überwundene Schwierigkeiten und erzielte Resultate zurückzublicken. 2006 hatte Meret Lüthi die Idee Les Passions de l’Ame zu gründen und schon 2008 war das Ensemble bereit sich auf der Bühne zu präsentieren: Dank der großzügigen Unterstützung von Stadt und Kanton Bern war das erste Berner Konzert eine gross besetzte Feuertaufe mit einer besonders hohen Anziehungskraft, die es dem Ensemble später erlaubt hat, sich erfolgreich zu etablieren.

Meret Lüthi, wie hat sich das Ensemble in der musikalischen Szene behauptet und was macht Les Passions de l’Ame besonders?

Ab 2008, nach dem ersten erfolgreichen Konzert, gab es — wie bei einer Pyramide — immer mehr Konzerte pro Jahr, die ersten Konzerte im Ausland, neue Projekte und Zusammenarbeiten. Ein Team hat sich herauskristallisiert, das auf einer engen Freundschaft basiert. Wir haben aber nicht die schnelle Karriere gemacht, auch weil es das Geld nicht gab. Was bringt uns musikalisch, intellektuell, menschlich weiter? Diese Frage stand stets im Vordergrund. Bei unseren Konzerten versuchen wir keine frontale Situation zu kreieren, sondern mit unseren ZuhörerInnen gemeinsam zu arbeiten. Sich dem Publikum zu öffnen fordert und generiert viel Energie: Deswegen wollen wir es mit einer integrativen Atmosphäre abholen. Musizieren ist eine Kunst der Verführung und es gibt nichts Schöneres als das gemeinsam mit dem Publikum zu tun. Dank der Qualität, die wir als Ensemble musikalisch und künstlerisch bieten, sind wir nach 10 Jahren noch hier. Wir sind musikalisch gewachsen ohne die menschliche Komponente beiseite zu lassen. Sie hat geholfen, unsere Identität zu gestalten — eine Identität, die wir auch nicht verlieren, wenn wir mit Gast-Dirigenten spielen und die stets erkennbar bleibt.

Besonders der ökonomische Aspekt bereitet MusikerInnen heutzutage grosse Schwierigkeiten, vor allem einem neuen Ensemble, das Sponsoren und Subventions-geber im Wettbewerb mit vielen anderen davon überzeugen muss, es finanziell zu unterstützen bzw. Partnerschaften einzugehen. War es schwierig, die notwendige Unterstützung zu finden?

Vor allem auf finanzieller Ebene kam die Zeit, in der wir beweisen mussten, dass wir unsere Qualität steigern konnten und dass wir für unsere Vision einstehen. Die Professionalisierung des Ensembles hat sich gefestigt, als Carmen Inniger Däschner 2012 als Geschäftsführerin eingestellt wurde. Sie hat sich voller Tatendrang dem Erfolg des Ensembles gewidmet, die Bemühungen um die Finanzierung durch Heimatstadt und –Kanton sind jedoch eine stete Überzeugungsarbeit. So muss sie immer verhandeln und werben, um die finanzielle Unterstützung durch diverse Partner zu sichern. Heute sehe ich rückblickend, dass wir dank unserem langen Atem unsere Identität und Qualität gut etablieren und dabei wertvollste Erfahrungen sammeln konnten. Dies erlaubt uns heute auch, genaue Vorstellungen zu formulieren, was wir finanziell benötigen. Aber klar, es war und ist nicht immer einfach. In der letzten Zeit ist die Situation bereits ein bisschen besser geworden, aber der Wunsch für die Zukunft ist es, finanzielle Sorgen ausblenden zu können, um Festivals, Konzerte, und MusikerInnen besser im Voraus einplanen und organisieren zu können.

Was hat sich im Laufe der Zeit geändert und was ist gleichge-blieben?

Geblieben sind sicher der Anspruch auf höchste Qualität und Ausdruck sowie der volle Einsatz unserer Kräfte. Ebenfalls geblieben sind die Maxime der Verbundenheit, die Loyalität zur Musik und die damit verbundene Verantwortung. Wenn wir als Team mit einer vereinten Vision die Bühne betreten, können wir im Konzert neue Wege entdecken. Das gehört zu unserem orchestereigenen Musizierstil. Das Publikum kann das spüren und auch mitreagieren. Was neu ist, ist die Breite des Repertoires: Zu Beginn haben wir uns auf das Ende des 17. und den Anfang des 18. Jahrhunderts konzentriert. Aber jetzt kommt das Bedürfnis uns musikgeschichtlich zu entwickeln. Mit dem Reisegepäck barocker Musik auf dem Rücken, die wir natürlich nicht hinter uns lassen, mit der Erfahrung ihrer Rhetorik können wir zielgerichtet schauen, was an Neuem in der Musik der klassischen Zeit dazu kommt und was bleibt. Dieser neue Schritt ist die Veränderung, die die Jahre mit sich bringen. Und auch für das Publikum ist es spannend diesen Weg mit uns zu gehen.

Was sind die nächsten Projekte?

Ab 2018 werden wir regelmässig im Zentrum Paul Klee konzertieren, wo es andere Möglichkeiten für das Publikum und auch hinsichtlich des Sponsorings und der Organisation gibt. Darüber hinaus realisieren wir unsere Projekte mit der Stiftung Jeki Bern (Jedem Kind ein Instrument), mit dem englischen Kollektiv Solomon’s Knot, ein Open-Air-Konzert im Innenhof des Berner Generationenhauses und eine Kollaboration mit der Unibibliothek in der Münstergasse, wo wir Musik spielen werden, die in der Burgerbibliothek aufbewahrt wird.

2019 haben wir dann eine weitere Zusammenarbeit mit dem Berner Münster Kinder- und Jugendchor. Wir werden auch viel unterwegs sein: zum Beispiel beim Valetta International Baroque Festival auf Malta und den Händelfestspielen in Halle. 2020 stehen Projekte mit dem Fagottisten Sergio Azzolini und der Mezzosopranistin Marie-Claude Chappuis an. Schon geplant ist auch die nächste CD mit sinfonischen Werken.

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