Referendum  gegen  Sparmassnahmen

Referendum gegen Sparmassnahmen

10.01.2017

Im Kanton Luzern sollen die kantonalen Beiträge an den Musikschulunterricht nach dem Willen des Kantonsrats um die Hälfte gekürzt werden. Ein breitabgestütztes Komitee, dem auch der SMPV Zentralschweiz angehört, hat dagegen das Referendum ergriffen. Die Frist für die Unterschriftensammlung läuft bis am 15. Februar.

Lucas Bennett — Um nicht weniger als die Hälfte, nämlich von 350 auf 175 Franken pro Schülerin oder Schüler und Jahr sollen im Kanton Luzern die kantonalen Beiträge an den Musikunterricht sinken. Beschlossen hat dies der Kantonsrat im Dezember; die Kürzungen sollen bereits dieses Jahr in Kraft treten. Der Subventionsabbau ist Teil eines umfangreichen Sparpaketes, mit dem die Kantonsfinanzen bis in zwei Jahren um rund dreieinhalb Millionen Franken entlastet werden sollen. Von den Kürzungen betroffen sind daneben auch Kultur- und Bildungsinstitutionen wie das Lucerne Festival, das luzernische Sinfonieorchester und Theater, das Kunstmuseum und das Verkehrshaus.

Verbände ergreifen das Referendum

Gegen die vom Parlament abgesegnete Halbierung der Kantonsbeiträge an den Musikschulunterricht hat ein überparteiliches Komitee, dem der SMPV Zentralschweiz, der Verband Musikschulen Kanton Luzern (VML), der Musiklehrerinnen- und Musiklehrerverein des Kantons Luzern (MLV), der Verband des Personals öffentliche Dienste (VPOD Luzern) und andere Verbände angehören, das Referendum ergriffen. Bis am 15. Februar läuft die Frist für das Referendum; bis dahin müssen mindestens 3000 Unterschriften gesammelt werden, damit es zu einer Volkabstimmung kommt.

Zugang zur musikalischen Bildung gefährdet

Wie die Luzerner Allianz für Lebensqualität in ihrer Medienmitteilung vom 17. 12. zum Start der Unterschriftensammlung darlegt, würden die Kürzungen den gleichberechtigten Zugang aller Kinder und Jugendlichem zum Musikunterricht gefährden. Die absehbare massive Erhöhung der Schulgelder würde für Eltern zu einer finanziellen Belastung und ausserdem der Zugang zum Musikunterricht in finanzschwachen Gemeinden noch zusätzlich erschwert. Die dadurch aufgeworfenen gesellschaftlichen und kommunalen Gräben sind für das Komitee nicht akzeptabel, denn «das aktive Musizieren an Musikschulen ist Teil einer ganzheitlichen Bildung. Alle Kinder und Jugendlichen sollen – unabhängig von ihrem Wohnort und dem Einkommen der Eltern – von diesem Bildungsangebot gleichberechtigt profitieren können».

Angriff auf die kulturelle Basis des Kantons

Die Allianz warnt schliesslich, dass der massive Subventionsabbau im weiteren bildungs- und kulturpolitischen Zusammenhang und angesichts der weiteren geplanten Kürzungen (s.o.) einen eigentlichen Angriff auf die kulturelle Basis des Kantons darstellen: «Der Musikkanton Luzern ist zu Recht stolz auf die Spitzenleistungen seiner Ensembles. Blasmusikvereine, Orchester, Chöre und andere Formationen brauchen gut ausgebildeten Nachwuchs. Es steht demnach nichts weniger auf dem Spiel als die Zukunft der Musikschulen und des Kulturstandortes Luzern.»

Die Unterschriftensammlung dauert noch bis zum 15. Februar. Weitere Informationen und Links zur Unterschriftensammlung finden Sie unter:

> www.smpv.ch ->Zentralschweiz

> www.luzerner-allianz.ch

> musikschulreferendum.ch