Ein unvermindert wichtiges Anliegen

Ein unvermindert wichtiges Anliegen

27.03.2019

Seit seinem Bestehen waren das Niveau der musikalischen Bildung und die Unterstüt-zung des musikpädagogischen Berufsstandes Kernanliegen des SMPV. Trotz der enormen Entwicklung der letzten 125 bleibt der Berufsverband der Musikpädagoginnen und -pädagogen unverändert wichtig

Lucas Bennett — Der Musiklehrerberuf und insbesondere der Instrumentallehrerberuf sieht sich mit stetig steigenden Anforderungen konfrontiert wie zunehmende Spezialisierung, neue und vielfältige Repertoires, die es anzubieten gilt, vielfältige Zusatzaufgaben an (oft mehreren) Musikschulen und nicht zuletzt immer anspruchsvollere und präsentere Eltern. Dazu kommen häufig erschwerende Faktoren wie Pensenschwankungen oder Splitterung der Tätigkeit in Kleinstpensen an verschiedenen Orten etc. Immer wieder stellen sich im Zusammenhang mit solchen und anderen Problemen rechtliche Fragen, bei denen der Verband seinen Mitgliedern diverse Hilfestellungen anbietet, wie etwa die allen Mitgliedern zugängliche Rechtsauskunft und die vergünstigte Rechtsschutzversicherung. Auch andere Risiken lassen sich reduzieren, so in der finanziellen Vorsorge fürs Alter, die mit Vorteil frühzeitig angegangen wird; Mitglieder des SMPV haben die Möglichkeit, sich der Pensionskasse Musik und Bildung anschliessen und ihr Einkommen aus der freiberuflichen Tätigkeit ab dem ersten Franken zu versichern. Der Beschädigung oder gar dem Verlust von Musikinstrumenten wiederum kann mit der vergünstigten Instrumentenversicherung vorgebeugt werden. Weitere Angebote des Zentralverbandes und der Sektionen wie Weiterbildungen, Konzerte, Schülerinnen- und Schülerkonzerte, Wettbewerbe, Stufenprüfungen und anderes ergänzen das Angebot und bieten den Mitgliedern nicht zuletzt auch die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und zu vernetzen.

Gewähr für professionelle Pädagogik im Privatunterricht

Trotz der relativ hohen Dichte an Musikschulen in grossen Teilen der Schweiz vermag sich der private Musikunterricht mit Vorzügen wie der freien Wahl der Lehrperson, dem Fehlen von Altersgrenzen sowie der zeitlichen und räumlichen Flexibilität seit jeher als wichtiges Segment zu behaupten. Viele musikpädagogisch bestens qualifizierte Lehrpersonen im Klassik- wie auch im Pop-/Rock- und Jazzbereich bieten über die Plattform des SMPV Privatunterricht an. Mit den regional abgestimmten Tarifempfehlungen leistet der SMPV einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung im Privatunterricht und setzt ein Zeichen gegen Dumpinghonorare, die letztlich in niemandes Interesse sein können.

Gemeinsam mit den Partnerverbänden die musikalische Bildung stärken

Die Gründer des SMPV hätten sich vermutlich im Traum gewähnt, hätten sie im September 2012 miterleben können, wie sagenhafte 72,7% der Stimmberechtigten und sämtliche Stände dafür stimmten, die musikalische Bildung und die Begabtenförderung in der Bundesverfassung festzuschreiben. Man könnte nun meinen, dass es seit diesem an sich sensationellen Abstimmungsergebnis um die musikalische Bildung überall in der Schweiz bestens bestellt sei. Dem ist bekanntlich nicht so. Die Umsetzung des Verfassungsartikels gestaltet sich als anspruchsvolles, bis heute andauerndes Unternehmen, in dem viele Player ihre Interessen und Standpunkte geltend machen. Der SMPV bringt hier die Perspektive der professionellen Musikpädagogen und das Anliegen eines hochstehenden Musikunterrichts für alle ein. In manchen Kantonen ist der Musikunterricht an Volkschule und Musikschulen wie auch an pädagogischen Hochschulen zudem trotz der Abstimmung von 2012 unter Druck geraten; Musikunterricht wurde teilweise reduziert und Instrumentallektionen gekürzt, sei es im Rahmen von Reformen oder von Sparübungen. So sollten z.B. im Kanton Luzern im Frühjahr 2017 Beiträge an den Musikschulunterricht drastisch reduziert werden. Ein breites Bündnis von Verbänden, darunter die Zentralschweizer Sektion des SMPV, erzwang ein Referendum, um die von Regierung und Parlament bereits beschlossenen Kürzungen zu verhindern. Der Einsatz lohnte sich, sprachen sich doch nicht weniger als 67 % der Stimmberechtigten gegen die Kürzungen aus. Das Beispiel zeigt, dass ein Berufsverband wie der SMPV wirkungsvoll agieren kann, wenn die Situation es erfordert. Die Organisation von Musikpädagogen und -pädagoginnen ist deshalb unvermindert relevant. In ähnlicher Weise tritt der Zentralverband des SMPV auf Bundesebene zusammen mit seinen Partnerverbänden für die Interessen der Musiklehrpersonen und für eine hochstehende musikalische Bildung ein, von der letztlich die ganze Gesellschaft profitiert, ist doch der Nutzen aktiven Musizierens in allen Lebensaltern vielfach belegt. Sein Engagement wird der Schweizerische Musikpädagogische Verband deshalb auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten unvermindert fortsetzen.