Glarus: Motion zur Förderung des Musikunterrichts

Glarus: Motion zur Förderung des Musikunterrichts

26.02.2020

Der Glarner Regierungsrat äussert in seinem Bericht Verständnis für die im Dezem-ber im Landrat eingereichte Motion (vgl. SMZ 1 / 2 2020), die den Zugang zum Musikunter-richt erleichtern will, und empfiehlt dem Kantonspar-lament, diese zu überweisen

Lucas Bennett — Wie der Regierungsrat in seinem Bericht vom 4. Februar festhält, seien die Anliegen der Motionäre nachvollziehbar; die kantonale Förderung des Musikunterrichts, die nur die Sekundarstufe I umfasst, stehe im Widerspruch zur neueren Gesetzgebung des Bun-des, welche verlangt, dass die Tarife für den Musikunterricht für Jugendliche bis Ende der Sekundarstufe II deutlich unter den Erwachsenentarifen liegen soll. Ebenso verlangt die Gesetzgebung des Bundes ermässigte Tarife für Kinder einkommensschwacher Familien, was derzeit nicht gegeben ist. Diese Forderungen seien indessen im Rahmen der bisherigen kantonalen Förderung nicht erfüllbar. Ebenso wird festgestellt, dass die Musikschultarife im Vergleich mit den umliegenden Kantonen auffällig hoch liegen. Daraus folgt für den Regierungsrat, dass die rechtlichen Grundlagen der Musikförderung überprüft und mit zusätzlichen Mitteln eine Neuordnung der Tarife angestrebt werden sollte.

Stellungnahme der Sektion OstSüdost des SMPV

Carlo Köhl — Zur neu entstandenen Sektion OstSüdost-Schweiz (OSO) des SMPV gehört auch das Gebiet des Kantons Glarus. Der Vorstand des SMPV OSO hat mit Befriedigung zur Kenntnis genommen, dass im Kanton Glarus der Zugang zum ausserschulischen Musikunterricht verbessert und an die Bundesvorgaben angepasst werden soll. Der Glarner Regierungsrat unterstützt eine entsprechende Motion aus dem Landrat und beantragte am 4. Februar 2020 die Überweisung der Motion. Wie in der SMZ 1 / 2 2020 dargelegt wurde, geht es um die Ausweitung der Unterstützung auf Jugendliche (bisher nur Kinder im Primarschulalter), die Einführung von Sozialtarifen und die Begabtenförderung. Der Regierungsrat hält «gesetzestechnisch» voraussichtlich eine Totalrevision des Gesetzes über die musikalische Bildung für erforderlich. Bei dieser Gelegenheit wäre es aus Sicht des SMPV OSO begrüssenswert, auch die Mindestjahresbesoldung und die Anzahl Unterrichtseinheiten für ein Vollpensum im erwähnten Gesetz zu regeln. Das Gesetz bzw. dessen Umsetzung geht bei den Kantonsbeiträgen von standardisierten Löhnen bzw. einem Lohn für eine Primarlehrperson aus. Hingegen findet sich keine Verpflichtung, solche Löhne auch zu bezahlen, wie dies beispielsweise bei der Revision des Kulturförderungsge-setzes des Kantons Graubünden aufgenommen wurde. Der SMPV OSO wird die Entwicklung im Kanton Glarus interessiert weiterverfolgen und sich gegebenenfalls vernehmen lassen.

Carlo Köhl

… ist Vizepräsident SMPV OSO