Körperarbeit und Emotionen

Körperarbeit und Emotionen

01.09.2021

Die Schweizerische Gesellschaft für Musik-Medizin holt das im letzten Jahr verschobene Symposium nach. Abzusagen wäre zu schade gewesen.

SMM — Im September vergangenen Jahres musste der Vorstand der Schweizerischen Gesellschaft für Musik-Medizin (SMM), wie so viele andere Kulturveranstalter, einen schweren Entscheid treffen: Wir verzichteten für das erste Coronajahr auf unser traditionelles Symposium. Die Idee, allen, die auf der Suche nach Antworten auf körperliche Herausforderungen sind, einen sinnlichen, niederschwelligen Leitfaden durch die zahlreichen Angebote zu bieten, fanden wir aber zu gut, als dass wir die Idee einfach hätten fallen lassen. So versicherten wir uns bei den vorgesehenen Referenten, dass sie auch bereit sind, das Symposium mit einem Jahr Verspätung Wirklichkeit werden zu lassen.

Es findet nun am 23. Oktober 2021 für einmal nicht wie üblich an einer der Schweizer Musikhochschulen statt, sondern im Stapferhaus Lenzburg. Dafür gibt es einen doppelten Grund: Wir möchten damit erstens signalisieren, dass die SMM nicht einfach eine Unterabteilung der akademischen Ausbildungsstätten ist, sondern zuallererst für die Musikerinnen und Musiker da sein soll, die Hilfe suchen – auch oder gerade dann, wenn Herausforderungen ihrer Ausbildungsstätten zum Problem werden. Dass wir den Austausch und Kontakt mit der universitären Forschung aber nach wie vor intensiv pflegen und sicherstellen, dass unsere Angebote höchsten akademischen Ansprüchen genügen, zeigen die eingeladenen Keynote-Sprecher Klaus Scherer und Günther Bernatzky. Sie haben erfreulicherweise sofort erklärt, auch dieses Jahr zu Verfügung zu stehen.

Klaus Scherer war von 1985 bis 2008 Professor für Psychologie an der Universität Genf. Er ist Gründer des dortigen Centre Interfacultaire en Sciences Affectives. Die Forschungen des Zentrums zu Emotionen in der Musik gelten als weltweit führend auf dem Gebiet der Musikpsychologie. Günther Bernatzky wiederum ist Vorstandsmitglied und Schatzmeister der Österreichischen Gesellschaft für Musik und Medizin. Er ist zudem vielfach ausgezeichneter Leiter und Gründer des Salzburger Schmerzinstituts. Musikermedizin unterrichtet er am Mozarteum Salzburg. Er ist Ko-Herausgeber des Standardwerks Musik und Medizin (Springer, 2015).

Das Symposium der SMM bietet aber vor allem die einzigartige Gelegenheit, zahlreiche Formen der Körperarbeit im musikalischen Alltag in Form von Kurzreferaten und Präsentationen sowie im persönlichen Gespräch an einer Tischmesse kennenzulernen. Vorgestellt werden Atemtherapie, Alexandertechnik, Dispokinesis, Feldenkrais, Functional Kinetics FBL, Pilates, Yoga und Spiraldynamik – eine Auswahl, die auf ein Buch der Freiburger Musikermedizinerin Claudia Spahn zurückgeht.

Wer am Symposium teilnimmt, kann mit den Therapieanbietenden unverbindlich in Kontakt treten, alle die Fragen stellen, die Hörensagen zu den Methoden nicht beantwortet, und herausfinden, welche Form der Körperarbeit individuell am besten passt.

Der zweite Grund für die Wahl des Stapferhauses als Symposiums-Ort ist neben seiner zentralen Lage (das Haus steht direkt neben dem Bahnhof Lenzburg) die Lust, Begegnungen mit andern Kunst- und Reflektionsformen ausserhalb der eigenen Musik-Blase zu fördern. Im Stapferhaus ist noch bis Mai nächsten Jahres eine Ausstellung zum auch für unsere Branche brandaktuellen Thema «Geschlecht» zu sehen. Am Tag des Symposiums selbst wird sich kaum die Gelegenheit bieten, diese zu besuchen. Wir legen sie aber allen Interessierten wärmstens ans Herz.

Mehr Informationen und ein Anmeldeformular zum Symposium unter:

> www.musik-medizin.ch/

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