Überarbeitung des LP21 durch die D-EDK 
Verfassungsartikel 67a wird nicht umgesetzt

Verfassungsartikel 67a wird nicht umgesetzt

SMR, 15.04.2014

Nach Ansicht des Schweizer Musikrates wird mit einer Herabsetzung der Mindestanforderungen im Fach Musik der Verfassungsartikel 67a nicht umgesetzt. An einer Medienkonferenz hatte die Erziehungsdirektorenkonferenz der Deutschschweiz am 11. April die Überarbeitungsphase des Lehrplans 21 vorgestellt.

Am 23. September 2012 stimmte das Volk dem neuen Verfassungsartikel 67a Musikalische Bildung mit rund 73 % zu. Darin werden Bund und Kantone verpflichtet, für einen qualitativ hochwertigen Musikunterricht zu sorgen, unter Beibehaltung der Kompetenzverteilung zwischen Bund und Kanton.

Die Erziehungsdirektorenkonferenz EDK wird seither nicht müde, darauf hinzuweisen, dass der zweite Absatz durch die Einführung des neuen Lehrplans umgesetzt werde. Der Schweizer Musikrat SMR als Vertreter der Volksinitiative Jugend+Musik, die dem neuen Verfassungsartikel voranging, nahm denn auch mit Genugtuung zur Kenntnis, dass mit den im neuen Lehrplan formulierten Ziele eine der Voraussetzungen gegeben wäre, den entsprechenden Teil von Art 67a umzusetzen.

Mit den nun angekündigten Anpassungen des LP21 ist diese Umsetzung wieder in Frage gestellt. Laut einem Beitrag in der Sendung Rendez-vous von Radio SRF vom Freitag, 11. April, 12.30 Uhr, würden die Mindestanforderungen im Fach Musik als zu hoch eingestuft. Der SMR kommt nicht umhin festzustellen, dass bei den Erziehungsdirektorinnen und -direktoren offenbar der Wille fehlt, den neuen Verfassungsartikel umzusetzen. Das ist eine Missachtung des Volkswillens und für den SMR inakzeptabel.

Der SMR fordert darum einmal mehr und mit Nachdruck, dass die Umsetzung von Art 67a auf kantonaler Ebene endlich an die Hand genommen wird. Die Kantone können sich dabei auch nicht darauf berufen, auf den Bund warten zu müssen, stehen sie doch mit dem Absatz 2 explizit in der Verantwortung. Indem im LP21 beim Fach Musik nun wieder zurückbuchstabiert wird, bleibt die Frage, wie denn Absatz 2 von Art 67a umgesetzt werden soll, nach wie vor unbeantwortet.
 


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