Begegnungstag Musik&Bewegung – Rhythmik

Begegnungstag Musik&Bewegung – Rhythmik

16.08.2016

Am Samstag, 12. November 2016 findet im Südpol Kriens (Luzern) ein «Begegnungstag» für Lehrpersonen der Rhythmik und Musik & Bewegung statt - ein Tag des praktischen Tuns und Austauschs, mit Workshops von namhaften Rhythmik-Dozentinnen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Stefanie Dillier — Mit der Umgestaltung der Ausbildungen an den Musikhochschulen und Hochschulen der Künste infolge der Bologna Reform haben sich auf der Bachelorstufe die Berufsbezeichnungen Rhythmik, Musikalische Grundschule/Früherziehung und Elementare Musikpädagogik umgewandelt in Musik- und Bewegungspädagogik. Der Berufsverband Rhythmik Schweiz/Musik- und Bewegungspädagogik organisiert nun für Lehrpersonen, die in diesen Bereichen unterrichten, einen ersten Begegnungstag, bei dem sowohl die Begegnung und Vernetzung im Zentrum stehen sollen, wie auch eine der Ursprünge der Musik- und Bewegungspädagogik, die «Rhythmik pur» erlebt werden kann.

Der Tag beginnt mit einem spannenden Einblick in die Forschungsarbeit von Meret Wasser zu «Emile Jaques-Dalcroze – seine Wiener Jahre und ihr Einfluss auf seine Methode». Das Referat geht der Frage nach, welche Spuren die frühen Wienerjahre im Leben und Werk von Dalcroze, dem Begründer der Rhythmik, hinterlassen haben könnten.

Anschliessend werden die drei Rhythmikerinnen Dorothea Weise (Berlin), Eleonore Witoszynskyj (Wien) und Elisabeth Käser (Luzern) in ihren Workshops ihre ganz persönliche Arbeitsweise zeigen. Die Teilnahme an allen drei Workshops ermöglicht es, drei Ausrichtungen der Rhythmik musik-, bewegungs- und prozessorientiert zu erleben, zu differenzieren und mit der eigenen Unterrichtstätigkeit in Verbindung zu bringen.

Drei Workshops mit namhaften Rhythmik-Dozentinnen

Dorothea Weise schreibt zu ihrem Workshop: Die Wahrnehmung und Gestaltung des Raums geschieht durch unseren Körper und seine physische Präsenz im Raum. «Gewusst wo» bedeutet, zunächst eine Klarheit in den Achsen und Ausrichtungen innerhalb des Körpers zu finden. Daraus gestalten wir die eigene Positionierung im Raum bewusster, um dann – «gewusst wohin» – den Raum dynamisch zu erobern. Die Verbindung des Körpers mit dem Raum kann sich weiter über das Prinzip verschiedener Reichweiten (Stanislawski) und in der Reaktion auf Musik verfeinern und an Ausdruckspotenzial hinzu gewinnen.

«Töne und Klänge kommen in den Raum» betitelt Eleonore Witoszynskyj ihren Workshop: Sprache, Töne und Klänge können uns verbinden, geben uns Orientierung im Raum. Sie regen uns zum Weben von räumlichen «Klangteppichen» und kommunikativen Klangspielen an. Ausgehend von diesen Klangerfahrungen kommen wir in Verbindung mit Partnern und der Gruppe zu einem differenzierten körperlichen Ausdruck und zur räumlichen Gestaltung einer musikalischen Form. In der anschließenden didaktischen Reflexion überlegen wir uns Umsetzungsmöglichkeiten für unsere eigene Unterrichtspraxis.

Elisabeth Käser widmet sich in ihrem Workshop dem bewussten Hören «Wie höre ich – Wo höre ich – Was höre ich und wie viel?»: Hören und zuhören können sind Grundvoraussetzungen für das gemeinsame Musizieren, das Kommunizieren überhaupt. Eine gut vernetzte Wahrnehmungs- und Hörfähigkeit wirkt sich aus auf die Präsenz und die Neugierde des Teilhaben-Wollens am Geschehen. Im Workshop werden wir Resonanzräume im Körper und architektonischem Raum erspüren und erforschen. Gesang, Spiel, Hörübungen nach Dalcroze, Phantasie, Kreativität und Gestaltung führen uns in neue Hörerfahrungen. Dabei steht an erster Stelle das eigene Erleben, die Motivation und Anregung für den Unterricht.

Zeit zum Begegnen

Zum Abschluss dieses Tages wird Katharina Albisser, Rhythmiklehrerin aus Luzern, und ihre Band «Buntwösch» mit viel Witz und Charme das Kind in uns zum Klingen bringen: Neue Kinderlieder, eigene und kunterbunte – so bunt wie die frisch gewaschenen Kinderkleider, die an der Wäscheleine hinter der Überbauung hängen. Sie erzählen poetische, witzige, berührende, einfache, verrückte, eigenwillige und natürlich wahre Geschichten. Jede für sich ist einzigartig – so einzigartig wie jedes Kind.

Natürlich soll an diesem Tag auch viel Zeit zum Austauschen, Netzwerken und gemütlichen Zusammensein bleiben. Die Organisatorinnen hoffen auf viele interessierte Lehrpersonen der Musik & Bewegung, Rhythmik, Musikalischen Grundschule/Früherziehung, Elementaren Musikpädagogik und auf alle anderen, die sich vom vielfältigen Programm angesprochen fühlen und sich für die Rhythmik interessieren.

Weitere Informationen sind auf der Website des Verbandes Rhythmik Schweiz/Musik- und Bewegungspädagogik ersichtlich unter

> www.rhythmik.ch/Veranstaltungskalender