«Nachhaltiges» Musizieren?

«Nachhaltiges» Musizieren?

06.12.2018

War ich als Lehrer in der Zeit des Unterrichts nur ein «Durchlauferhitzer», der mit viel Energie das «Wasser erhitzt», das schnell davon plätschert und wieder erkaltet? Wer von den Schüler/innen musiziert nach Abschluss der (Musik-)Schule noch motiviert weiter?

Alexander Messmer — Als Lehrperson versuche ich, den Kindern und Jugendlichen Lust auf Musik zu machen. Eine breite Literaturpalette und das gemeinsame Musizieren sind wich-tig. Die Schüler/innen sollen in Zukunft selbständig, offen an Neues herangehen.

Bei Orchesterinstrumenten liegt es auf der Hand; das gemeinsame Musizieren, Auftritte und die sozialen Aspekte eines Orchesters motivieren dranzubleiben und weiterzuspielen.

Was aber machen Instrumente wie Klavier, Akkordeon, Gitarre, Blockflöte, die im «traditionellen» Symphonie-, Kammer-, oder Blasorchester keinen Platz finden?

Sie haben die Möglichkeit, in Ensembles mit gleichen oder gemischten Besetzungen zu spielen.

Gerade das Akkordeon erweist sich als besonders vielseitig. Seine dynamische Bandbreite und die Varianten als Melodie und/oder als Harmonieinstrument eingesetzt zu werden, machen es flexibel. Sein Klang, der sich besonders mit Streich- und Holzblasinstrumenten sehr gut mischt, eröffnet spannende Klangwelten. Zeitgenössische Literatur für Akkordeon ist oft technisch recht anspruchsvoll. Die Akkordeonlehrpersonen sind gefordert, einfachere, vielfältige Arrangements Alter und Neuer Musik, aber auch Folk, Jazz, Tango, usw. bereit zu stellen. Es ist interessant, auch immer wieder arrangierte Literatur von anderen Instrumentallehrpersonen einzusetzen – ein Austausch untereinander ist einmal mehr sehr wertvoll. «Kammermusik-Gefässe» innerhalb der Musikschulen noch weiter zu ergänzen, z.B. im Rahmen des Erwachsenenunterrichts, könnte die Nachhaltigkeit ebenso fördern.