Das SJSO wird 50! Frühjahrstournee 2019

Das SJSO wird 50! Frühjahrstournee 2019

27.03.2019

Seit fünfzig Jahren bereichert das Schweizer Jugend-Sinfonie- Orchester die Musiklandschaft. Grund genug, ein wenig zurückzuschauen – und tüchtig zu feiern!

Felix Michel — Sein fünfzigjähriges Jubiläum begeht das SJSO mit einer Doppelsaison 2019/2020. Wer nun denkt, das liege daran, dass junge Musikerinnen und Musiker einfach länger feiern können, liegt vielleicht nicht ganz falsch. Die Gründe liegen aber eigentlich in der SJSO-Geschichte. Denn um ein neues Orchester zu gründen, braucht es Mut, Geschick und Hartnäckigkeit – und eben auch Zeit. Ist es da nicht müssig, entscheiden zu wollen, ob nun die Gründungsversammlung im Dezember 1969, die ersten Proben 1970 oder das Konzert-Debut am 2. Januar 1971 als Geburtsstunde gelten soll?

Die Gründung

Während des International Festival of Youth Orchestras in St. Moritz haben zwei musikbegeisterte Teenager 1969 die Idee, ebenfalls ein grosses, sinfonisches Jugendorchester zu gründen. Ein solches gibt in der Schweiz noch nicht, und bald merken die beiden (Christoph Reimann und Roman Jann heissen sie), dass zur Verwirklichung dieses Traumes ihre Eigeninitiative gefordert ist.

Sie gründen einen Verein, schreiben Zeitungen und Sponsoren an, suchen Probelokale und finden in Hans Rogner einen ersten Dirigenten. Insbesondere aber braucht es nun noch Musikerinnen und Musiker! Einige kennen sie bereits, weitere suchen sie, indem sie Annoncen aushängen oder Teilnehmende des Jecklin- Musik-Wettbewerbs kontaktieren.

Nach Probespielen nehmen 36 Jugendliche zwischen 13 und 23 Jahren am 20. April 1970 die Probearbeit auf. Auch die erste Probewoche in St. Moritz organisieren die Orchestermitglieder selber. Proben und erstes Konzert finden im Hotel Laudinella statt, das der Vater von Christoph Reimann damals führt, und wo das SJSO auch heute oft seine Probewochen durchführt.

Jugendliche Selbstverantwortung

Die Gründung aus eigenem Antrieb, der grosse Einsatz der Beteiligten im Verein, der bald auch Organe wie ein Organisationskomitee und einen Musikausschuss umfasst, ist für das SJSO prägend – bis heute. Anders als etwa in Deutschland, wo (ebenfalls 1969) das Bundesjugendorchester vom Deutschen Musikrat gegründet wird, organisieren sich in der Schweiz die Jugendlichen selbst, mitunter sogar gegen Widerstände der Bildungsinstitutionen. Von Anfang an ist das SJSO darauf bedacht, sein Profil zu schärfen: indem es Mitglieder und Auftritte in allen Sprachregionen akquiriert oder manche Rarität ins Repertoire aufnimmt; auch die gezielte Durchmischung von angehenden Profis und engagierten Laien unterscheidet das SJSO von anderen Jugendorchestern.

Zum Profil und zur immer wieder konstatierten hohen künstlerischen Qualität tragen die langjährigen Dirigenten bei: Klaus Cornell, ab 1984 Andreas Delfs, seit 1998 schliesslich Kai Bumann. Eine Grundlage ihrer Arbeit ist stets der jugendliche Enthusiasmus, der so bei «regulären Sinfonieorchestern nur ganz selten» zu finden sei, wie Klaus Cornell 1971 nach seinem SJSO-Probedirigat feststellt. Zur Probe überredet haben ihn «drei sympathische junge Leute», die extra im VW Käfer nach Bern gereist sind, wo Cornell damals das Kammerorchester des Radiostudios leitet.

Gründungsmitglied als Solist

Teil dieser VW Käfer-Mission war – neben dem Mitgründer Roman Jann und dem späteren Vereinspräsidenten Martin S. Weber – Dieter Flury, angehender Student an ETH (Mathematik) und Konservatorium (Flöte), der später eine glänzende Karriere hinlegen sollte: Nach vierzig Jahren bei den Wiener Philharmonikern – neun davon als Geschäftsführer – kehrt er nun als Solist in Mozarts G-Dur-Konzert zu seinem einstigen Jugendorchester zurück. Die Vorfreude bei ihm ist dieselbe wie 1970; das Orchester ist eigentlich auch dasselbe – nur sind die Menschen dort nun fünfzig Jahre jünger.

W. A. Mozart, Flötenkonzert KV 313
Anton Bruckner, 7. Sinfonie E-Dur

Kai Bumann (Leitung), Dieter Flury (Flöte)

  • 18. April 2019, St. Gallen, Tonhalle, 19.30
  • 26. April 2019, Zürich, Tonhalle Maag, 19.30
  • 28. April 2019, Basel, Martinskirche, 11.00
  • 4. Mai 2019, Lausanne, Salle Métropole, 19.30
  • 11. Mai 2019, Bern, Kursaal, 19.30
  • 18. Mai 2019, Lugano, LAC, 20.30

Informationen und Vorverkauf:

> www.sjso.ch