Für die Bienen schwärmen

Für die Bienen schwärmen

26.06.2019

Die drei Kindergartenklassen der Deutschfreiburger Gemeinde Alterswil bringen das Singspiel «Die Bienenkönigin» von Stephanie Jakobi-Murer zur Aufführung. Ein Einblick in den Probealltag.

Jasmin Schneuwly — Die Vorbereitungen zu den Aufführungen am 17. und 18. Juni laufen seit April auf Hochtouren. Die Stimmung ist konzentriert, mittlerweile weiss fast jedes Kind, wann es wo sein muss. «Nicht vergessen, hier ist die Bühne!» tönt es ab und zu während den Proben durch den Proberaum, wenn das eine oder andere Kind vergisst, dass es dem Publikum den Rücken nicht zudrehen soll. Bei 51 Kindergartenkinder zwischen 4 und 7 Jahren ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Gerade die Kinder des ersten Kindergartenjahres brauchen noch einiges an Hilfestellungen, sei es beim Singen, Tanzen oder Darstellen. «Uns ist es wichtig, ein kindgerechtes Singspiel aufzuführen, bei dem auch Fehler passieren dürfen und die Begeisterung der Kinder nicht zu stark eingeschränkt wird», so die Kindergartenlehrpersonen einstimmig.

Ein wenig bekanntes Märchen

Zu Beginn stand der Wunsch der Kindergartenlehrpersonen, gemeinsam mit den Kindern ein Singspiel zu erarbeiten. Im Frühling 2018 wurde das Schuljahresthema Zäme bestimmt. Welches Volk passte da besser als die Bienen, welche ihren Lebensalltag gemeinsam bestreiten? Glücklicherweise erschien kurze Zeit später ein neues Singspiel von Stephanie Jakobi-Murer, Die Bienenkönigin, basierend auf ein wenig bekanntes Märchen der Gebrüder Grimm. Zwei Königssöhne machen sich auf in ein Abenteuer, begleitet vom jüngsten Bruder, dem Dummling. Sie begegnen Ameisen, Enten und Bienen, welche der Dummling vor seinen Brüdern rettet. Endlich erreichen sie ein Schloss, wo lauter versteinerte Menschen sind. Sie treffen auf ein graues Männchen, es führt sie zu einer Steintafel, auf welcher drei Aufgaben notiert sind: Sammle die 1000 Perlen der schlafenden Königstöchter ein, hol den Schlüssel zum Schlafgemach der Königstöchter und errate, welches die jüngste und liebste Königstochter ist. Der älteste Königssohn scheitert, und wird ebenfalls in Stein verwandelt. Dem zweiten Königssohn ergeht es nicht besser. Der Dummling jedoch erhält beim Einsammeln der Perlen Hilfe von den Ameisen, die Enten holen den Schlüssel aus dem tiefen See und die Bienenkönigin erkennt, welches die jüngste und liebste Königstochter ist, da sie vor dem Schlafengehen einen Löffel voll Honig gegessen hat. So befreit der Dummling mit Hilfe seiner tierischen Freunde das Schloss vom Zauber und alle Menschen leben glücklich bis an ihr Lebensende.

Ein halbes Jahr Vorbereitung

Im Januar begannen die Kindergartenlehrpersonen mit den Vorbereitungen für das Singspiel. Die Geschichte, der Text und die Lieder wurden teilweise angepasst, so wurde beispielsweise aus dem Dummling der Träumer und die Rollen wurden genderneutral umbenannt. Die Besetzung der Rollen wurde intensiv diskutiert und festgelegt. Um allen 51 Kindern gerecht zu werden, wurden die Hauptrollen doppelt oder sogar vierfach besetzt. Einerseits, um den zu lernenden Text aufzuteilen und andererseits, um möglichst allen Kindern im zweiten Kindergartenjahr die Chance zu geben, eine etwas grössere Rolle zu spielen. Schnell war klar, dass die Kinder im ersten Kindergartenjahr die Rollen der Tiere übernehmen.

Für die Kostüme verantwortlich ist Dominique Minnig, Kindergärtnerin: «Mir ist es wichtig, die Kostümgestaltung so einfach wie möglich zu gestalten. Deswegen habe ich in Absprache mit meinen Kolleginnen entschieden, jeder Gruppe eine Farbe zuzuordnen: Die Königskinder haben rote T-Shirts, die Ameisen schwarze, die versteinerten Menschen violette ... usw».

Zweimal pro Woche Probe

Das ganze Stück wird im Senslerdialekt gespielt. Jasmin Schneuwly, Kindergärtnerin, übernimmt den leitenden Part bei der musikalischen Erarbeitung des Stückes: «Ich habe alle Stücke in Senslerdialekt eingesungen, so konnten die Kinder von Anfang an die Lieder mit dem passenden Text lernen». Seit April treffen sich die drei Klassen zweimal pro Woche zum Proben, zuerst nur musikalisch, nach zwei Wochen beginnt auch das szenische Üben. «Für die Kinder ist es einfacher, sich die Melodien und Texte im Spiel zu merken», so Fabienne Schorro, Kindergärtnerin.

Drei Aufführungen zum Projektabschluss

Nun stehen Mitte Juni die Aufführungen an, eine Schüler – und zwei Abendaufführungen. Jedes Kind erhält sechs Eintritte und darf so Eltern, Grosseltern, Paten usw. einladen. Die Proben gehen in die finale Phase, und alle sind schon sehr gespannt, wie das Publikum reagieren wird. «Unser Ziel bei diesem Projekt ist es, den Kindern die Freude an der Musik weiter zu geben». Wenn man sieht, mit wie viel Engagement und Herzblut die Kinder und Lehrpersonen bei den Proben dabei sind, kann man ganz klar sagen: Ziel erreicht.

Weitere Informationen und Singspiele von Stephanie Jakobi-Murer unter chindsgihits.ch.

Ein Artikel im Auftrag des Verband Schweizer Schulmusik VSSM. Jetzt Mitglied werden unter:

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