An vier Tagen zwischen dem 17. und 28. März 2015 fanden im Calvinhaus in Biel die Probespiele für das Sommer- und Saisonpraktikum der Stiftung SON statt. 
Sommerpraktikum der Stiftung SON 2015 – Jahresbericht

Sommerpraktikum der Stiftung SON 2015 – Jahresbericht

Beat Hunziker, 24.02.2016

An vier Tagen zwischen dem 17. und 28. März 2015 fanden im Calvinhaus in Biel die Probespiele für das Sommer- und Saisonpraktikum der Stiftung SON statt.

Die Anmeldungen lagen im Rahmen des Vorjahres (115 Anmeldungen, effektiv anwesend 89). Erstmals wurde eine Anmeldegebühr (CHF 20.- mit Rückerstattung bei Erscheinen am Probespiel) erhoben, diese Massnahme wird auch in Zukunft beibehalten. Die Verteilung der Instrumentengruppen war sehr unterschiedlich, so waren in diesem Jahr sehr wenig Fagotte und Oboen angemeldet. Trotzdem konnte die Jury eine qualitativ ausgezeichnete Auswahl von 21 Praktikantinnen und Praktikanten treffen. Wie schon letztes Jahr musste sich die Stiftung auch in diesem Jahr mit Fällen der Nichteinhaltung des Vertrages beschäftigen. Drei Gewinner des Probespieles mussten nachträglich ersetzt werden. Dies verursacht nicht nur Mehrkosten (zusätzliches Probespiel), es schadet in erster Linie dem Ruf der Studierenden selbst.

Gleichzeitig wurden an den Probespielen auch die Praktikantinnen und Praktikanten für das Saisonpraktikum 2015/16 im Sinfonie Orchester Biel Solothurn ausgewählt.

Auswahl der Praktikantinnen und Praktikanten nach Instrumenten:

5 Violinen (5 Sommer, + 3 Saison); 2 Viola (2 Sommer + 1 Saison); 2 Violoncelli ( 2 Sommer +2 Saison); 1 Kontrabass; 1 Trompete; 2 Horn (2 Sommer + 1 Saison); 2 Posaunen (2 Sommer + 2 Saison); 1 Tuba Sommer (1 Saison); 1 Percussion (Sommer und Saison); 1 Flöte (Sommer); 1 Oboe, 1 Klarinette, 1 Fagott.

Sommerpraktikum 10. August bis 09. September 2015

Die Programme der diesjährigen Sommerkonzerte waren für die Musikerinnen und Musiker sehr abwechslungsreich und vielfältig. Allerdings war der Proben- und Konzertplan sehr dicht und die programmierten Werke forderten viel von den angehenden Berufsmusikern. Zusammen mit Stammmusikern des Orchesters erarbeiteten die Bläser unter der Leitung von Christian Knüsel Mozarts Gran Partita, die erste Aufführung im Stadtpark fiel aber einem der wenigen Gewitter des Sommers zum Opfer, sie konnte am Abend darauf im Calvinhaus nachgeholt werden. Ebenfalls mit Stammmusikern des Orchesters wurde unter Hartmut Rohde eine Streicherserenade mit zwei Werken von Josef Suk und Mieczyslaw Karlowicz erarbeitet und in zwei Konzerten (Brügg und Aarberg) erfolgreich dargeboten. In instrumentalen Opernklassikern mit dem Sinfonieorchester (Nidaugasse) kamen Praktikantinnen und Praktikanten auch solistisch zum Zug. Eine ausgezeichnete Leistung erbrachten die Studierenden im Projekt L’Art pour l’Aar, indem sie Werke zeitgenössischer (anwesender) Komponisten unter der Führung von Lennart Dohms uraufführten. Sicher ein Höhepunkt innerhalb des Praktikums war die Teilnahme an der Schubertiade 2015, welche erstmals in Biel stattfand. Das verstärkte Ensemble der SON Stipendiaten unter der Leitung von Antoine Rebstein interpretierte erfolgreich die Wanderer-Fantasie von Schubert in einer Bearbeitung von Charles Koechlin, sowie Willy Burkhards Serenade op. 77 und Frank Martins Pavane Couleurs du temps. Kammermusikalisch reichhaltig, kam vielleicht das sinfonische Repertoire in diesem Sommer etwas zu kurz (je ein Konzert in der Nidaugasse und an den Murten Classics, sowie das erste ABO Konzert mit Aufführungen in Biel, Bern und Königsfelden). Nach diesem Konzert wurden die Sommerpraktikantinnen und Praktikanten wie gewohnt im Foyer des Stadttheaters Biel mit einer Party verabschiedet. Die Zusammenarbeit mit den Praktikantinnen und Praktikanten verlief sehr angenehm und problemlos. Die Praktikumsdauer entsprach wie in den Vorjahren einem Monat und wurde mit CHF 1500.- (plus CHF 300.- Spesen oder freier Wohngelegenheit in Biel) entschädigt. Von den 21 Praktikantinnen und Praktikanten stammten 8 aus der Schweiz, 8 aus Europa, 5 aus Asien sowie Nord- und Südamerika.

Dank

Die Stiftung SON dankt den Orchestermitgliedern des Sinfonieorchesters Biel Solothurn, seinem Chefdirigenten Kaspar Zehnder sowie den Gastdirigenten für die offene und warmherzige Aufnahme der Praktikantinnen und Praktikanten in das Orchester und die unkomplizierte Zusammenarbeit. Ein Dank geht auch an die Verantwortlichen von TOBS für die grosse Unterstützung während der Vorbereitung und Durchführung des Praktikums und der Konzerte. Die Arbeit von SON wäre nicht möglich ohne die grosszügige finanzielle Unterstützung durch die Stadt Biel, den Kanton Bern, TOBS, SMPV, SMV, SMV-Sektion Biel sowie der Stiftung Vinetum Biel; Hans Gutjahr Stiftung Biel und Dulcimer Stiftung Genf. Ein herzliches Dankeschön gebührt den Gasteltern, die Studierende bei sich aufgenommen haben.

Auch unsere Stiftung ist von der aktuellen Debatte um Leistungskürzungen im Kulturbereich längerfristig in ihrer Existenz bedroht und betroffen. Trotzdem hat die Stiftung SON mit der Stadt Biel einen neuen Leistungsvertrag für die Jahre 2016 bis 2019 abschliessen können, welcher die gleichen Leistungen wie bisher enthält. Nach wie vor ist unsere Stiftung aber auf finanzielle Zuwendungen von privaten Stiftungen und Gönnern angewiesen.
 

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