Vom 7.-10. 2016 Juni fand der 21. Kongress der Internationalen Musiker Föderation FIM in Reykjavik, Island, statt. Der Kongress ist die Delegiertenversammlung und damit das oberste Organ der FIM und wird alle vier Jahre durchgeführt.  
21. FIM-Kongress im hohen Norden

21. FIM-Kongress im hohen Norden

Barbara Aeschbacher, 31.08.2016

Vom 7.-10. 2016 Juni fand der 21. Kongress der Internationalen Musiker Föderation FIM in Reykjavik, Island, statt. Der Kongress ist die Delegiertenversammlung und damit das oberste Organ der FIM und wird alle vier Jahre durchgeführt.

Neben den üblichen statutarischen Geschäften wie Jahresbricht, Rechnungsabnahme und Budget sowie Entlastung von Vorstand und Generalsekretär, lagen den Delegierten 24 Anträge aus den Bereichen Arbeitnehmerrechte, Leistungsschutzrechte, Live Darbietung, Gesundheit und Wohlbefinden, musikalische Bildung sowie Statutenänderungen vor. Die 55 Delegierten aus 36 Ländern diskutierten diese angeregt und teilweise kontrovers.

So ging es unter anderem darum, die Position von Freischaffenden zu stärken und international dagegen anzukämpfen, dass diese in eine Scheinselbständigkeit abgedrängt werden, wo klare Anstellungsverhältnisse vorliegen würden.

Weiter wurde beantragt, die „Fair Internet-Kampagne“ (http://www.fair-internet.eu), bei der die FIM Partner ist und die sich für eine angemessene Entschädigung für Künstlerinnen und Künstler im digitalen Umfeld einsetzt, von Europa auf die gesamte Welt auszudehnen.

Ein grosses Lob erhielt die FIM für ihr Engagement im Bereich Musikergesundheit. Es wurden in den letzten Jahren eine Reihe erfolgreicher Gesundheitskonferenzen abgehalten und die FIM hat ein nützliches, breites Netzwerk mit medizinischen Fachleuten aufbauen können. Damit verbunden wurde der Antrag, dieses Engagement fortzusetzen und insbesondere der Prophylaxe sowohl im physischen wie psychischen Bereich Bedeutung zu zumessen.

Die FIM soll sich zudem auf verschiedene Arten und auf verschiedenen Ebenen dafür einsetzten, dass die weitreichenden Vorteile musikalischer Bildung für Kinder erkannt werden und Musik weiterhin als reguläres Schulfach bestehen bleibt. Das gute Beispiel von SMV und DOV mit dem Projekt „Sachspenden für Kinder- und Jugendmusikprojekt in Brasilien“ (Sammeln und Verschicken von gebrauchtem aber noch spielfähigem Instrumentenzubehör) wurde aufgenommen in einem Antrag, der ein entsprechendes Programm für Afrika wünscht.

Ein Dauerbrenner ist auch immer das Thema Instrumententransport im Flugzeug. Zum einen forderte hier ein Antrag die Einführung eines internationalen, nicht dotierten Preises für die „musikerfreundlicheste Airline“ zum anderen wurde den Kongressteilnehmern die Beta-Version einer von der FIM erarbeiteten Datenbank vorgestellt, mit allen relevanten Daten zum Instrumententransport in den verschiedensten Airlines. Es ist zu hoffen, dass dieses sehr nützliche und bedienerfreundliche Hilfsmittel bald zur Verfügung gestellt werden kann.

Neu stehen nach einer Statutenänderung dem FIM-Präsidenten John Smith (UK), fünf anstatt vier Vizepräsidenten zur Seite. Diese kommen wie bisher aus Brasilien, Dänemark, Kamerun, Schweiz und neu zusätzlich aus den USA. Damit ist eine geografisch ausgewogene Abdeckung möglich. Die Interessen des SMV und der Musikszene Schweiz werden vom SMV-Präsidenten und FIM-Vizepräsidenten Beat Santschi optimal auf internationale Ebene eingebracht und vertreten.

Neben den eigentlichen Kongressgeschäften haben das spannende Rahmenprogramm und die langen isländischen Sommertage beste Vernetzungsmöglichkeiten geboten, die zu vielen neuen und nützlichen Kontakten geführt haben.
 

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Zentralpräsident
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