Das Ensemble 
Proton Bern

Das Ensemble 
Proton Bern

Thomas Meyer, 09.01.2013

Kontraforte und Lupophon: Vor nicht allzu langer Zeit wären diese beiden Begriffe selbst Musikexperten rätselhaft vorgekommen. Die beiden Instrumente, gespielt von Lucas Rössner und Martin Bliggenstorfer, nehmen einen prominenten Platz im Repertoire des Ensemble Proton Bern ein. 


Relativ rasch hat sich dieses Ensemble einen Platz in der Neue-Musik-Szene erobert, und das nicht nur wegen der neuen Instrumente, sondern seines engagierten Auftretens wegen. 2009 entstand dazu die Idee, als einige Mitglieder beim Ensemble Boswil der Schweizer Musikhochschulen mitwirkten. Im folgenden Jahr schon wurde in Bern proton gegründet, und es scheint sich bereits etabliert zu haben. Es wirkt nicht nur als ständiges Ensemble in Residence der Dampfzentrale Bern (in der Reihe « proton am montag »); es ist in ähnlicher Funktion während der Saison 12/13 auch in der Gare du Nord Basel eingeladen. Es erfährt also grosse Anerkennung und hat bereits sein Stammpublikum gefunden.

Kürzlich war in Basel und Bern ein japanisches Programm mit dem Titel Espace-Temps zu erleben; im März folgt ein Schweizer Abend (mit Werken von Beat Furrer, Michael Jarrell und Hans Ulrich Lehmann), im April Musik aus New York von Earle Brown, John Zorn und Stefan Wolpe. Die Mischung ist bezeichnend. Einerseits, so sagt Oboist und Lupophonist Martin Bliggenstorfer, der das Organisationsteam leitet, wollen die zehn Musikerinnen und Musiker Referenzwerke der Avantgarde spielen, ja in gewissem Sinn auch «erspielen», um sich die Tradition einzuverleiben. Andererseits wollen sie Grenzen überschreiten, hin zu den anderen Kunstdisziplinen, zum Tanz etwa im Japan-Programm oder zu den Wissenschaften. Von da her rührt auch der Name des Ensembles: proton.

So wird das Ensemble im Lauf der nächsten Jahre sein Profil entwickeln. Es geht dabei sehr gezielt vor. Als künstlerischer Beirat fungiert der Komponist Christian Henking; Matthias Kuhn dirigiert, und als Geschäftsführerin waltet Annelise Alder. Wichtig ist der Wunsch, Neues zutage zu fördern. Aus diesem Grund haben die Musiker, die ja alle vor nicht allzu langer Zeit selber ihr Studium beendeten, eine eigene Initiative ins Leben gerufen: Die Plattform «protonwerk», die von Pro Helvetia unterstützt wird, richtet sich an junge KomponistInnen, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen. Sie können sich um einen Auftrag für die jährlich stattfindenden protonwerk Konzerte bewerben. Die dritte Ausschreibung läuft bereits; Ende Januar wird die zweite Werkauswahl vorgestellt; fünf junge KomponistInnen sind dabei zu entdecken.

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