Im Dialog mit Jean Paul

Im Dialog mit Jean Paul

Thomas Meyer, 05.06.2013

Der Freiburger Benedikt Hayoz erhält den zweiten Preis in ­einem Jean Paul-Wettbewerb.


Zu Ehren des Dichters Jean Paul, der vor 250 Jahren zur Welt kam und sie sprachlich ziemlich veränderte, hatte der Verein «Jean Paul 2013» e.V. vor einem Jahr den Internationalen Kompositionswettbewerb «Wärʼ ich ein Ton» ausgeschrieben. Eingereicht werden konnten Werke in den drei Sparten «Ensemble», «Stimme und solistisches Instrument» und «Radiophone Klangkunst». Der Wettbewerb sollte die spartenübergreifende Aktualität Jean Pauls beleuchten und auf interdisziplinäre Weise zwischen dem literarisch interessierten Publikum, der Jean-Paul-Fangemeinde und Neuer Musik vermitteln.


Aus den 75 Einsendungen aus der ganzen Welt wählte die Jury unter dem Vorsitz des Komponisten und Dirigenten Hans Zender neun Preisträgerinnen und Preisträger aus Italien, Frankreich, Deutschland und der Schweiz aus. Darüber hinaus hat sie Aufführungsempfehlungen für drei weitere Kompositionen ausgesprochen. Die Preise in Höhe von insgesamt 13 800 Euros wurden während des Festakts zum Jean-Paul-Jubiläum am 21. März 2013 in Bayreuth verliehen.


Der zweite Preis ging dabei an den jungen Freiburger Komponisten Benedikt Hayoz, ein Mitglied des STV. Er studierte Komposition, Dirigieren und Horn bei Isabel Mundry, Daniel Glaus, Jean-Claude Kolly und Matteo Ravarelli in Zürich, Fribourg und London. Das preisgekrönte Stück Von innen und aussen und darüber hinaus Nr. 71 für Ensemble versucht die drei Ebenen Jean Paul, Robert Schumann und die Tonsprache von Hayoz miteinander zu verbinden. Der Komponist schreibt dazu: «Diese drei Ebenen verflechten sich. Ich versuche, mich mit Respekt den Werken der beiden Künstler zu nähern, ihnen Raum zu geben und diese im Blickfeld unserer Zeit zu betrachten. Langsam nähere ich mich aus der Ferne des 21. Jahrhunderts ihrem Material, um es zum Teil in der ursprünglichen Form wiederzugeben oder aber in neue Klangwelten einzubetten. Die Grundatmosphäre des Entrückens, des der Realität Enthebens und Entfremdens wird dabei immer wieder neu aufgenommen.» Das Ensemble Phoenix wird das Werk am 13. September im Kurhaus von Hall/Tirol uraufführen und bei den Zürcher Tagen für Neue Musik im November wiederholen.


> www.jean-paul-2013.de


> www.benedikthayoz.ch

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