Neue dissonance-Redaktorin Cécile Olshausen

Neue dissonance-Redaktorin Cécile Olshausen

Thomas Meyer, 04.10.2013

Anfang Jahres hat dissonance-Redaktor Tobias Rothfahl in die Musikabteilung der Kulturstiftung Pro Helvetia hinübergewechselt und deshalb die Redaktion der Zeitschrift verlassen. Wir danken ihm hiermit für seine offene, kompetente und sorgfältige Arbeit. Mit der neusten Nummer übernimmt die Musikerin und Radiojournalistin Cécile Olshausen seine Position. Wir trafen sie für ein kurzes Gespräch.

Cécile Olshausen, welches ist ihr musikalischer Background? Was interessiert Sie heute besonders in der Musik?

Ich bin Cellistin und habe mich – bevor ich die Stelle als Musikjournalistin bei Radio SRF 2 Kultur angetreten habe – in der freien Musikszene bewegt. Spezialisiert auf zeitgenössische Musik habe ich viele Uraufführungen gespielt und war Mitglied eines Quartetts, mit dem wir alles Mögliche ausprobiert haben, von Kollektiv-Kompositionen bis zu interaktiven Projekten. Nach wie vor interessiert mich vor allem die Innovation in der Musik: Ich frage mich, wohin sich die Neue Musik weiterentwickelt, weil es heute so viele Möglichkeiten gibt, zum Beispiel im Austausch mit anderen Musikstilen und –traditionen. Und auch bei der Musik früherer Epochen gibt’s für mich immer wieder neue Ansätze zu entdecken, nicht zuletzt dank der aktuellen Forschung an den Musikhochschulen.

Welche Stellung hat die dissonance in der Schweizer Musiklandschaft inne?

Wenn es dissonance nicht schon gäbe, müsste man sie erfinden! Sie setzt auf Qualität, Vertiefung, Forschung und fachlich hochwertige Diskussion und nimmt damit in der heutigen Medienlandschaft, in der uns Nachrichten oft nur noch als Häppchen präsentiert werden, eine unverzichtbare und notwendige Position ein. dissonance setzt musikpublizistische Standards mit ihren sorgfältig recherchierten Hintergrundberichten, sie informiert über neuste Strömungen, konfrontiert mit Unerwartetem und provoziert zu Widerspruch. Manchmal ist die Zeitschrift auch anspruchsvoll, weil die Themen komplex sind und sich nicht nach Belieben vereinfachen lassen. Ich freue mich jedenfalls auf interessierte Leserinnen und Leser, die Lust haben, sich mit differenziert reflektierender Berichterstattung auseinanderzusetzen.

Welche Akzente möchten Sie in der dissonance setzen?

Wie schon angedeutet, interessiert mich zeitgenössische Musik in grösseren, auch aussereuropäischen Kontexten. Zum Beispiel: Wie sieht die Neue Musik-Szene im Nahen Osten oder in Südamerika aus? Wie entwickelt sie sich in Russland? Wie beeinflussen Komponisten, die nicht mit klassischer Musik sozialisiert wurden, die Avantgarde?
Ausserdem bin ich in der Redaktion für die Zusammenarbeit mit den Forschungsabteilungen der Musikhochschulen verantwortlich. Das sind äusserst spannende Kreativitäts-, Denk- und Innovations-Orte geworden. Ich möchte, dass die Musik-Forschung mit all ihren brodelnden und hochaktuellen Prozessen in der dissonance lebendig und präsent in Erscheinung tritt. dissonance soll unbedingt auch eine Diskussions-Plattform sein und mit ihren Artikeln kontroverse Debatten bewusst anregen. Auch unsere Online-Beiträge (www.dissonance.ch) sind dabei wichtig, gerade, wenn es um kulturpolitische Aktualität geht. Nicht zuletzt finde ich, dass anspruchsvolle Inhalte trotzdem sprachlich attraktiv, gewitzt und verständlich daherkommen dürfen – das ist und bleibt die grosse Kunst!

Cécile Olshausen, *1969, aufgewachsen bei Basel, Violoncello-Studium in Bern und Biel (heute: Hochschule der Künste Bern), Konzertdiplom mit Auszeichnung, freischaffend vor allem in zeitgenössischer Musik und Improvisation, seit 1999 Musikredaktorin bei Radio SRF2 Kultur (Musikjournalismus, Feature, Hörpunkt, Klangfenster), seit 2007 verantwortlich für die Sendung "Musik der Welt", seit 2012 verstärkt in der Redaktion für Neue Musik tätig, lebt und arbeitet in Basel und im Südburgund.

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