Zur Förderung neuer Schweizer Orchesterwerke

Thomas Meyer, 07.04.2014

«Œuvres Suisses» heisst eine Initiative der Pro Helvetia und des Verbands Schweizerischer Berufsorchester, durch die neue Schweizer Orchestermusik gefördert werden soll.

Am 12. Dezember 2013 wurde in Lugano durch das Orchestra della Svizzera italiana das neue  Orchesterwerk Vergessene Lieder von Nadir Vassena uraufgeführt. Es war das erste Ergebnis einer Initiative, die die Pro Helvetia und der Verband Schweizerischer Berufsorchester (orchester.ch) gemeinsam lanciert haben. (Vgl. den Bericht von Zeno Gabaglio in der SMZ 1/2014) Unter dem Label «Œuvres Suisses» wird damit die Schaffung eines neuen Repertoires zeitgenössischer Schweizer Orchesterwerke gefördert. Elf Orchester werden bis 2016 je drei Werke von Schweizer Komponistinnen und Komponisten uraufführen. So entstehen 33 neue Schweizer Orchesterwerke, die – hoffentlich – von anderen Ensembles aufgegriffen und weitergetragen werden.

Im Gegenzug, so ist der Homepage der Schweizer Kulturstiftung (http://www.prohelvetia.ch/OEuvres-Suisses. 3276.0.html) zu entnehmen, unterstützt Pro Helvetia die beteiligten Orchester bei Auslandtourneen, Nachwuchs- und Vermittlungsprojekten. Das Projekt «Œuvres Suisses» „fördert also nicht nur das kompositorische Schaffen von Schweizer Komponistinnen und Komponisten, sondern stärkt auch die nationale und internationale Positionierung der Schweizer Orchester“ (Homepage Pro Helvetia).

Das nämlich war der Diskussionsgegenstand, der zu dieser Initiative führte. Früher mussten die Orchester bei ihren Auslandtourneen jeweils ein zeitgenössisches Schweizer Werk mitführen, damit sie dafür die Unterstützung der Pro Helvetia erhielten. Das führte oft zu unbefriedigenden Alibiübungen – so dass man die Praxis änderte: Man verlangte kein Schweizer Tourneegepäck mehr – und schaute stattdessen genauer hin, ob und wie sehr sich die Orchester während der Saison zuhause für das einheimische Schaffen unserer Zeit einsetzen. Dieses pflegen die Orchester allerdings auf unterschiedliche Weise.

Um die Orchester hier gleichermassen stark in die Pflicht zu nehmen und auch zu konkreten Ergebnissen zu gelangen, entstand das Projekt «Œuvres Suisses», das nun über drei Saisons läuft. Die SRG zeichnet alle Uraufführungen auf. Nach Abschluss des Projekts soll eine Dokumentation veröffentlicht werden, damit das entstandene Repertoire auch international verbreitet wird.

Gute Voraussetzungen also für die Schweizer Musik. Nun sei es an den Komponisten, aktiv zu werden, meint Zeno Gabaglio in seinem SMZ-Bericht: „Die Autoren dürfen das Publikum nicht vergessen, an das sie sich wenden, und müssen gewisse starre Ansätze der Vergangenheit aufgeben. Nur ein vielschichtiges Zusammenwirken von Qualität, Kommunikation, Tradition und Gefühl wird ein sinfonisches Werk zum Erfolg führen. Und dieser Erfolg ist erst wirklich errungen, wenn er die Jahre überdauert.“

Werk Nr. 2(Adullam von Jost Meier) wurde kürzlich in Biel und Solothurn aus der Taufe gehoben (Sinfonie Orchester Biel Solothurn). Am 25. Mai 2014 folgt in Moudon mit dem Orchestre de Chambre de Lausanne ein neues Konzert für Orgel und Orchester von Caroline Charrière.

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