Vom 21.-25. Oktober 2015 steht Bern für fünf Tage im Zeichen der Kirchenmusik.  
Kirchenmusikkongress in Bern

Kirchenmusikkongress in Bern

Thomas Meyer , 10.09.2015

Vom 21.-25. Oktober 2015 steht Bern für fünf Tage im Zeichen der Kirchenmusik.

Vor achtzehn Jahren fand der letzte Internationale Kirchenmusikkongress statt. Seither hat sich einiges gewandelt. « Verstärkt hat sich die Grundspannung der Musik in der Kirche », stellt Thomas Gartmann, der Präsident des Vereins, fest und fragt: « Wie sehr soll sie in Gottesdiensten und Kirchenkonzerten Hörerwartungen oder gar Unterhaltungsbedürfnisse befriedigen? Soll sie mit ihrer Arbeit eine aktuelle religiöse Nachfrage bedienen, die nach Wohlfühl-Spiritualität lechzt? Oder soll sie auch eine kritische, widerständige Stimme in der Gesellschaft sein? Diesen Fragen müssen sich Kirche und Kirchenmusik immer wieder neu stellen. Und wenn sich die Diskussion darüber verschärft wie heute, dann ist es Zeit für einen neuen Kirchenmusikkongress. »

« Der Kunst ausgesetzt » ist deshalb das Motto über dem 5. Internationalen Kongress für Kirchenmusik, der vom 21.-25. Oktober in Bern stattfindet. Er geht diesen Fragen diskursiv, liturgisch und musikalisch nach. Dabei sind etwa neue geistliche Werke von Lukas Langlotz, Daniel Glaus, Xavier Dayer, Iris Szeghy, Christian Henking, Burkhard Kinzler u.a. zu hören. Wer sich für das Thema interessiert, entdeckt eine Vielzahl von weiteren Ansatzmöglichkeiten. Denn schliesslich betreffen die hier angesprochenen und diskutierten Themen nicht nur die Kirchenmusik, sondern die zeitgenössische Musik allgemein. Andreas Marti schreibt denn auch in seinem Vorwort zum Programmbuch: « Wenn Kirche und Theologie die kritische, erneuernde Kraft des Evangeliums zur Geltung bringen wollen, können sie auf eine Musik nicht verzichten, die ihrerseits ‚aussetzt‘, der man nicht bloss zuhören kann, sondern die das Hin hören, die Auseinandersetzung, den Konflikt mit den so genannten Hörgewohnheiten nicht scheut. Das gilt für alte und neue, tonale und atonale, komponierte und improvisierte Musik gleichermassen. Für alle gilt das sinngemäss ergänzte Jesuswort: ‚Ihr seid das Salz der Erde‘ – nicht der Zuckerguss. »

Infos über: www.kirchenmusikkongress.ch
 

International Organ Competition Berne 2015

Teil dieses Kongresses ist die „International Organ Competition“, die von der Fragestellung ausgeht, wie sakrale Orgelmusik im 21. Jahrhundert klingen soll. Diese „International Organ Competition“ fordert von den Teilnehmenden die Darstellung von Orgelrezital-Programmen, die auf neue Weise zeitgenössische und ältere Musik für eine heutige Konzerttätigkeit verbinden und so gleichzeitig das reiche Erbe dieser Musik weitertragen und sie in die Zukunft führen. Der Wettbewerb findet in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Tonkünstlerverein, cantars 2015 sowie der Kirchgemeinde Münster in Bern statt.

Communiqué der Jury

[...] Die internationale Jury, zusammengesetzt aus Präsident Laurent Mettraux, Vizepräsident des Schweizerischen Tonkünstlervereins, Elisabeth Zawadke, Musikhochschule Luzern, Bernhard Haas, Musikhochschule München, Dominik Susteck, Kunststation St. Peter Köln, und Daniel Glaus, Hochschule der Künste Bern und Organist am Berner Münster, hatte die Aufgabe, einen Preisträger zu bestimmen, der eingeladen wird, das Orgelkonzert zur Eröffnung des V. Internationalen Kirchenmusikkongresses Bern am 21. Oktober 2015 zu spielen.

Die Jury entschied sich, folgenden Preisträger zu nominieren:
Maximilian Schnaus, Berlin

Sie empfiehlt der Programmkommission des V. Internationalen Kirchenmusikkongresses, Maximilian Schnaus einzuladen für das Eröffnungskonzert und Samuel Cosandey, Bex, dessen Spiel und visionäre Programmation lobende Anerkennung fand, in einem anderen Konzert das von ihm gespielte, spannende Werk «Coïncidences» (2013) von Antoine Fachard aufführen zu lassen.

Alle Präsentationen standen auf höchstem Niveau. Die Jury zeigte sich erfreut über die Darbietungen.

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Samuel Cosandey spielt Coïncidences von Antoine Fachard

Inhalt STV

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