Mit einer Vielfalt von Veranstaltungen setzt das Forum Neue Musik Luzern seit 26 Jahre Akzente. 
Forum Neue Musik Luzern

Forum Neue Musik Luzern

Thomas Meyer, 02.12.2015

Mit einer Vielfalt von Veranstaltungen setzt das Forum Neue Musik Luzern seit 26 Jahre Akzente.

Ende der 80er Jahre nahm sich die Szene für Neue Musik in Luzern noch weitaus bescheidener aus als heute. Lucerne Festival, Luzerner Sinfonieorchester und Musikhochschule waren noch nicht so enorm innovativ unterwegs wie heute, und die zentralschweizerische Ortsgruppe der IGNM gab sich nicht gerade hyperaktiv. Einigen jüngeren Musikern war das eindeutig zu wenig, zumal sie neue Ideen hatten. Und so entstand 1989 das Forum Neue Musik Luzern, das bald schon florierte und ein reges Interesse erweckte. Am 1. November 1989 startete das Forum im Romerohaus Luzern mit einem musikalisch-literarischen Programm.

Standen zunächst vor allem Werke mit zeitgenössischen Komponisten auf dem Programm, so fanden bald auch spartenübergreifende Konzerte, Improvisationsabende, multimediale Experimente und Installationen ihren Platz. Jährlich gibt’s etwa sechs Veranstaltungen an zuweilen ungewöhnlichen Orten, wo man Konzerte oft kaum erwartet.

Diese Vielfalt macht die Identität des Forums aus und spiegelt sich in der interdisziplinären Zusammensetzung der Programmgruppe, die auch den Vorstand des Vereins bildet. Von der Gründungscrew sind heute noch der Komponist und Improvisator Urban Mäder sowie der Chorleiter Peter Siegwart mit von der Partie. Hinzu kommen heute die Instrumentalisten Sascha Armbruster, Regula Schneider, Marc Unternährer und Nicola Romanò, ausserdem die bildende Künstlerin Miriam Sturzenegger und die Performerin Judith Huber, die auch die Geschäfte führt.

Das Forum arbeitet also mit bemerkenswerter Kontinuität, übrigens seit Beginn auch unter etwa den gleichen finanziellen Rahmenbedingungen. Stadt und Kanton Luzern subventionieren die Konzertreihe; Pro Helvetia unterstützt bei Werkaufträgen, Sponsoren und private Gönner spenden Beiträge. Der Verein zählt rund hundert Mitglieder. In dieser Saison nun sind zwei wichtige Ensembles Neuer Musik im Kleintheater am Bundesplatz zu Gast. Das Ensemble Phoenix spielt am 19. April Stücke von Georg Friedrich Haas, Detlev Müller-Siemens und Nadir Vassena, das Ensemble Nikel aus Belgien bringt am 24. Mai vor allem Musik des vieldiskutierten Shooting Stars Stefan Prins. Begonnen hat die Saison Ende Oktober mit Lukas Langlotz‘ Missa Nova, vorgetragen vom Vokalensemble Zürich und dem Mondrian Ensemble unter Peter Siegwart. Von der Improvisation her kommen der Schlagzeuger Gerry Hemingway und sein ehemaliger Schüler Vincent Glanzmann, die nun gemeinsam eine Composition 0 vorstellen, ein Werk, das sich in konstanter Entwicklung befindet. Und am 19. März wird die Klanginstallation Balgerei von Urban Mäder und Peter Allamand neu bespielt, die bereits bei den Alpentönen in Altdorf zu erleben war. Acht staubsaugerbetriebene Akkordeons atmen, gleichsam in den letzten Zügen liegend, und erklingen dabei, dazu gibt’s alle Stunden Interventionen je von Annette Schmucki, Benjamin Brodbeck, Marc Unternährer, Hans Hassler und Lauren Newton – ein ebenso skurriles wie bedeutungsvolles Event, das im Neubad Luzern, dem stillgelegten und zwischenzeitlich kulturell äusserst aktiv genutzten Hallenbad Biregg unweit des Bahnhofs. Der Ort mag symbolisch auch für die Tätigkeit des Forums stehen – nämlich das Vertraute etwas anders und etwas kreativer zu gestalten, als wir es gewohnt sind. Solche Ereignisse sind denn auch wahre Ohren- und Augenöffner.

www.forumneuemusikluzern.ch
 

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Klanginstallation Balgerei von Urban Mäder und Peter Allamand

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