Zuhanden der ausserordentlichen GV in Bern am 8. November 2015 hat Daniel Fueter, der ehemalige Präsident des STV, einen Brief an Roland Moser geschickt, in dem er sich mit der Zukunft der Zeitschrift Dissonance beschäftigt. Wir drucken ihn hier mit seiner freundlichen Erlaubnis ungekürzt ab.  
Ein Vorschlag zur Rettung der dissonance

Ein Vorschlag zur Rettung der dissonance

20.01.2016

Zuhanden der ausserordentlichen GV in Bern am 8. November 2015 hat Daniel Fueter, der ehemalige Präsident des STV, einen Brief an Roland Moser geschickt, in dem er sich mit der Zukunft der Zeitschrift Dissonance beschäftigt. Wir drucken ihn hier mit seiner freundlichen Erlaubnis ungekürzt ab.

Lieber Roland
„Musik hat Zukunft“ heisst eine ganztägige Veranstaltung der STEO-Stiftung am 8.11. in Zürich, anlässlich welcher acht DVD-Dokumentationen von acht Projekten renommierter Zürich Ensembles aus Klassik und Jazz mit Kindern und Jugendlichen vorgestellt und den Mitwirkenden überreicht werden. Als für Musik zuständiger Stiftungsrat muss ich dabei sein und kann deshalb nicht zur ausserordentlichen Generalversammlung des STV nach Bern kommen. Das ist mir sehr leid.

„Dissonance muss Zukunft haben.“ Ich halte das Weiterbestehen der Dissonance für das schweizerische Musikleben für immer wichtiger, nachdem die Presse insgesamt keinen Echoraum mehr für das Musikschaffen in diesem Land abgibt. Du magst Dich erinnern, wie wir „zu unsern Zeiten“ in der Auseinandersetzung rund um die Berichterstattung über Heinrich Sutermeister schon für den Fortbestand kämpfen mussten. Die Kämpfe sind weitergegangen. Es scheint zur Biographie von Dissonance zu gehören, dass das Überleben laufend in Frage gestellt ist. Die Bedrohung hat zu vielen Verbesserungen geführt. Ich denke, dass Dissonance in inhaltlicher Hinsicht und hinsichtlich des Erscheinungsbildes grosse Fortschritte gemacht hat. Es ist meiner Ansicht nach für uns Mitglieder des Tonkünstlervereins von vitalem Interesse, dass diese durchaus zugespitzte Form der Reflexion über Musik in diesem Land weiter möglich ist. Der STV sollte meiner Ansicht nach mit allem Nachdruck sich dafür einsetzen.

Ich wäre sofort bereit, eine Garantie für ein Gönnerabonnement à Fr. 500.- über fünf Jahre (bei meinem oder der Dissonance Ableben natürlich nichtig…) abzugeben, und ich kann mir gut 99 weitere STV Mitglieder denken, die sich, wie ich, angesichts ihrer Pension oder der Einkünfte eine solche Verpflichtung zumuten würden. (Ich bin mir bewusst, dass unser Verein nicht eine Vereinigung von Grossverdienenden ist.) Dann wäre ein kleines Fundament gelegt. Und vielleicht würde die erste Absicherung der Zukunft, beziehungsweise Ewigkeit von Dissonance, darin bestehen, von allen anderen Mitgliedern eine einmalige Spende von Fr. 80 zu erbitten. Beides sicher einigermassen unoriginelle Vorschläge, aber eine erfolgreiche Aktion in dieser Richtung würde ja auch über die inhaltliche Verpflichtung und Solidarität Auskunft geben.

Und damit zum Schluss: Ich bin der festen Überzeugung, dass es falsch wäre, den dünnen, aber starken Faden Dissonance abreissen zu lassen, der die Geschichte der neueren Schweizer Musik fortschreibt und kommuniziert. Das gehört ins Programm „Musik hat Zukunft“.

Herzliche Grüsse

Daniel Fueter

 

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Daniel Fueter

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